05.11.2007 - 00:00 Uhr
PleysteinOberpfalz

Weiher und Wasserläufe rund um Pleystein deuten auf Höfe oder Mühlen hin Spuren ehemaliger Siedlungen

von Autor TUProfil

Im Laufe der Jahrhunderte sind viele Siedlungen rund um Pleystein verödet. Von manchen sind nur noch die Namen als Flurbezeichnung erhalten. Vielfach findet man in der Landschaft Stellen, an denen offensichtlich früher ein Hof stand. Meist ist ein Wasserlauf oder ein Weiher in unmittelbarer Nähe.

Der Hof "In der Leisen" oder "List" dürfte im 30-jährigen Krieg verwüstet worden sein. Ein "Schwarzenbach-Hof" wird 1454, 1549 und 1596 genannt. Der Stockfurth war eine Siedlung an der Zott nördlich der heutigen Trutzhofmühle bis an den Weg, der über die Zott führt.

Ein "öder Hof"

Die Furt wurde früher "die Stockfurth" genannt im Gegensatz zur Siedlung, die man als "den Stockfurth" bezeichnete. Um 1719 wird berichtet, dass der nach der Zerstörung im 30-jährigen Krieg wieder aufgebaute Stockfurth ausgeraubt worden ist. Östlich der Trutzhofmühle lag auf dem Hang der Trutzhof, 1615 von Tobias Schubhardt als Meierhof der Pleysteiner Burghut erbaut. Spuren im Gelände sind heute noch zu sehen. Das Gut Fuchsenreuth am Fuchsenberg wurde 1357 von den Herren von Pleystein an die Landgrafen von Leuchtenberg abgetreten.

Sieben Herdstätten

Möglicherweise stand der Hof an der Westseite des Berges, wo auf halber Höhe noch ein Brunnen erhalten ist. Müttachenreuth, in 1357 erwähnt, soll bei Reinhardsrieth gelegen haben. Im gleichen Jahr genannt wird ferner Eldenreuth oder Altenreuth mit sieben Herdstätten und einem Kirchlein oberhalb von Rammelsleuten. An der Stelle des "Hammer Vöslesrieth" steht heute die Pingermühle. Die Hammerstatt Vöslesrieth wird 1518 in der Chronik genannt. Als "öder Hof" wird 1454 Amasreuth, in der Gegend von Lohma gelegen, bezeichnet.

Am Zottbach zwischen Peugenhammer und Schafbruck befand sich der Blechhammer "Schellhopfen". Er wurde benannt nach seinem Besitzer, dem Schellhopfer (1471). Hans Haberstumpf vom Peugenhammer kaufte das Gut, das noch 1865 erwähnt wird. Die Spuren sind heute noch zu sehen, wenn auch von Bäumen überwachsen. Die Premmühle, 1860 erbaut, gehörte zum Dorf Spielhof und war unter anderem auch im Besitz der Familie Gallitzendörfer (Stemmer). In 1960 wurde das Gebäude abgebrochen und das Grundstück aufgeforstet. An Stelle des heutigen Berglerwerks stand im 16. Jahrhundert ein Eisenhammer, der nur kurzen Bestand hatte. Frühere Namen waren Bremhofschleife, später Berglerschleife. Die "Öde zu Hochdorf" bei Steinbach war bereits im Jahre 1352 stillgelegt worden.

An der Stelle der heutigen Finster- oder Schottenmühle, genannt nach Peter Schott, der die Mühe nach 1562 wieder aufbaute, stand ursprünglich einmal ein Eisenhammer. Der sogenannte "Hammer Spielberg" hatte seinen Namen von dem Dorf "Spielberg bei den Weihern", das heute Spielhof heißt. Die Verödung dürfte um die Wende vom 15. auf das 16. Jahrhundert erfolgt sein.

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