Einzug von Flüchtlingen in das ehemalige BRK-Heim lässt auf sich warten
Regierung setzt letzte Frist

150 Asylbewerber könnten in das ehemalige BRK-Heim in Pleystein einziehen. Einen konkreten Zeitplan für den Einzug gibt es jedoch nicht. Die Sanierungsarbeiten sind offenbar ins Stocken geraten. Handwerker sind rund um die Immobilie nicht zu entdecken. Bild: ck
Politik
Pleystein
12.01.2017
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Im Februar sollten die ersten Flüchtlinge in das ehemalige BRK-Heim "Haus Sonnenhang" einziehen. Dieser Termin wird nicht eingehalten. Die Regierung der Oberpfalz hat die Frist bis 1. März verlängert. Sollte der Eigentümer die Immobilie bis dahin nicht bezugsfertig machen, steht das Projekt auf der Kippe.

Markus Roth, Pressesprecher der Regierung der Oberpfalz, erklärte am Donnerstag auf Anfrage des NT, dass man dem Vermieter eine letzte Frist eingeräumt habe, die im Vertrag festgelegten Vorkehrungen zu treffen. Termin ist nun der 1. März. "Dann könnten wir frühestens nach dem 18. April mit dem Bezug beginnen", sagte Roth. Der Pressesprecher ergänzt: "Sollte der Vermieter den Vereinbarungen erneut nicht nachkommen, müssen wir darüber nachdenken, ob man den Vertrag wieder kündigt." Bisher seien unter anderem Brandschutzvorgaben nicht erfüllt worden.

Die Sanierungsarbeiten sind offensichtlich ins Stocken geraten. Das vermutet nicht nur Bürgermeister Rainer Rewitzer, der zugibt, dass sein Draht zum Eigentümer der Immobilie, Dr. Udo Schulz aus Köln, nicht der beste ist. "Wir haben wenig Kontakt." Tatsache sei, dass Rewitzer seit Weihnachten keine Umbautätigkeit in und an dem Gebäude mehr verfolgen könne. Der Zeitplan habe sich verschoben, da der Übergabetermin im Dezember nicht eingehalten werden konnte. "Ich gehe davon aus, dass man mit den baulichen Maßnahmen nicht fertig geworden ist."

Stadt ist vorbereitet

Die Stadt mache indes ihre Hausaufgaben. Man sei so gut wie möglich auf die ersten Flüchtlingsfamilien vorbereitet. Der Arbeitskreis Asyl, der bereits jetzt die dezentral untergebrachten Flüchtlinge betreut, werde dann sein Tätigkeitsfeld auf die Gemeinschaftsunterkunft ausweiten. Es hätten sich genügend engagierte Leute gemeldet, die Aufgaben wie den Betrieb einer Kleiderkammer oder die Betreuung der Flüchtlinge bei Behörden- oder Arztterminen übernehmen würden. Auch Schule, Kindergarten und Krippe hätten sich Gedanken gemacht, wie die Neuankömmlinge dann integriert werden könnten. "Das Schulamt ist informiert. Es könnten im Bedarfsfall Übergangsklassen gebildet werden. Alles hängt natürlich davon ab, wie viele es sein werden", umreißt der Bürgermeister die ungewisse Lage.

Geplant sei, dass sich Stadt, Landratsamt und Regierung mit Vertretern von Schule, Kindergarten, Polizei, Feuerwehr sowie der Arbeitskreis Asyl im Vorfeld an einem runden Tisch treffen, wo offene Fragen abgeklärt werden. Der Eigentümer der Anlage, Dr. Udo Schulz, war am Donnerstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Sollte der Vermieter den Vereinbarungen erneut nicht nachkommen, müssen wir darüber nachdenken, ob man den Vertrag wieder kündigt.Markus Roth, Pressesprecher der Regierung der Oberpfalz
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