10.04.2018 - 20:00 Uhr
PleysteinOberpfalz

Andreas Peterek referiert zum Auftakt der Geotage Naturgeschichte im Detail

Den Auftakt der drei Pleysteiner Geotage 2018 machte Andreas Peterek mit einem einstündigen Vortrag über die Naturgeschichte des Grenzgebirges zwischen Heiligenberg und Tillenberg - ein bayerisch-tschechisches Projekt im grenzüberschreitenden Geopark. Der Geschäftsführer des Geoparks Bayern-Böhmen aus Parkstein referierte mit Bildmaterial im vollbesetzten Kultursaal des Stadtmuseums.

Andreas Peterek vom Geopark Bayern-Böhmen stellt ein grenzüberschreitendes Projekt vor. Bild: tu
von Autor TUProfil

Die Region bemisst sich vom Oberpfälzer Wald bei Neualbenreuth bis südlich von Marienbad auf tschechischer Seite. "Es handelt sich hier um ein neues grenzüberschreitendes Projekt zwischen Neualbenreuth und Tachau, das mit EU-Mitteln gefördert wird. Es entsteht in diesem Zusammenhang auch ein Reiseführer zu ausgewählten Biotopen, der die Naturgeschichte zwischen dem Heiligenberg und dem Tillenberg erläutern wird."

Geo-Erlebnisweg

Unter anderem wird es einen Geo-Erlebnisweg geben, der am Heiligenberg entlang eines Teilstücks des Böhmischen Pfahls führt. Die Umsetzung des Projekts soll bis 2020 erfolgen. Peterek stellte die Geologie und die Mineralogie sowie die teils eigenartigen Strukturen der Landschaften hüben wie drüben in den Fokus. Er befasste sich mit dem Egerer Becken, der Waldnaab-Wondreb-Senke, dem Pfreimdtal und der Marienbader Furche, dem westlichen Egerer Rift, dem Fichtelgebirge, dem Erzgebirge, dem Kaiserwald und dem Oberpfälzer Wald. Der Experte ging auf die Erdkrustenbewegungen, Grabenstrukturen und Geländeaufwölbungen vor Millionen von Jahren ein und informierte über die Flusslandschaften im Bereich der Moldau und der Eger sowie weiterer Wasserläufe, deren Abflussrichtung ursprünglich von Süden nach Norden gewesen sei und die in das Gebirge hinein geflossen seien und nicht umgekehrt, wie es heutzutage der Fall sei. Dies sei auf tektonische Bewegungen zurückzuführen. Peterek sprach zudem die mineralogischen Funde an, auf die man in diversen Lagerstätten wie zum Beispiel Kiesgruben gestoßen sei. Das Egerer Becken senke sich ab, und die Wasserscheide verschiebe sich nach Süden. Auch sprach er Erdbeben an, die durch die sogenannte Marienbader Störung und deren Brüche entstehen können.

Großartige Rundblicke

Im weiteren Verlauf präsentierte er Granite sowie Gneise und auch markante Strukturen von anderen Gesteinen, interessante Fotos unter anderem vom Schellenberg, vom Pfraumberg, von den Sieben Bergen sowie von einigen Aussichtstürmen, die großartige Rundblicke auf die sehenswürdige bayerisch-böhmische Grenzgebirgskulisse darboten.

Außerdem streifte er die mächtigen Verwitterungsbecken im Tachauer Raum, die in großer Anzahl vorkommenden Moore und eine alte Glashütte aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts, die auf tschechischer Seite vor einiger Zeit aus dem Erdboden ausgegraben worden ist. "Von diesen Glasschleifen hat es entlang des Böhmischen Pfahls früher jede Menge gegeben, zurückzuführen auch auf das reiche Quarzvorkommen."

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