06.02.2018 - 15:52 Uhr
Pleystein

Faschingsendspurt in Pleystein Geheimes Prinzenpaar

Jetzt ist Kondition gefragt. Zum Faschingsendspurt gibt es in Pleystein zig Termine für alle Narren. Die Katholische Jugend hat außerdem gute Nachrichten zum Prinzenpaar.

Originelle Motivwagen sind neben den Fußgruppen seit jeher das Salz in der Faschingssuppe, wie hier beim Gaudiwurm der Prinzenwagen am Faschingssonntag 1995, in dem der aktuelle Bürgermeister Rainer Rewitzer sowie seine damalige Freundin und heutige Ehefrau Corinna als Tollitäten des "Pulverlands" thronen. Repro: tu
von Autor TUProfil

Die arbeitsintensiven Vorbereitungen im "Pulverland" für den großen Gaudiwurm, der am Sonntag, 11. Februar, ab 14 Uhr durch die Straßen der Rosenquarzstadt zieht, sind fast abgeschlossen. Den Prinzenwagen hat das bewährte Konstruktionsteam wieder in der Bauer-Halle zusammengebaut.

Geklärt ist inzwischen auch die Sache mit den Tollitäten, die auf dem Prunkgefährt thronen werden. Die Funktionäre der Katholischen Jugend sind nach langer Suche nun fündig geworden und können mit einem feschen Prinzenpaar mit den Vornamen Matthias und Jasmin aufwarten. Allerdings werden die Familiennamen der jungen Regenten noch geheim gehalten.

Das Narrenvolk soll damit überrascht werden. Der Umzug selber wird sich aus 40 mitwirkenden Gruppen, Wagen und sonstigen Fahrzeugen in origineller Aufmachung zusammensetzen. Den musikalischen Ton werden dabei drei Blaskapellen angeben.

Feiern ab 9 Uhr

Weitere Höhepunkte in der "fünften Jahreszeit" im "Pulverland" sind der große Faschingsball des TSV im Bachofnersaal am Samstag, 10. Februar, die Faschingsdisco der Katholischen Jugend am Sonntag, 11. Februar, sowie am Donnerstag, 8. Februar, (Nascher Pfinsta) der Frauenfasching der Frauen-Union im Café Enslein ab 9 Uhr und der Skihaserlball des TSV-Skiclubs im Gasthof "Weißes Lamm" ab 20 Uhr.

Die Kolpingsfamilie veranstaltet am Rosenmontag, 12. Februar, beim "Böllertn" mit der KAB wieder einen urigen Kappenabend wie anno dazumal und der Obst- und Gartenbauverein Burkhardsrieth im Dorfgemeinschaftshaus am Faschingsdienstag, 13. Februar, eine zünftige Kehraus-Fete. Am Aschermittwoch wird der Fasching traditionell von der Katholische Jugend zu Grabe getragen, ehe sich das Fischessen anschließt.

Das Faschingstreiben in Pleystein kann auf eine lange Tradition verweisen. Es reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück, wie der 1997 verstorbene Heimatforscher Siegfried Poblotzki aus Unterlagen ermittelt hatte. Erst mit der Einführung des Kalvinismus wurden die lustigen Bräuche eingeschränkt und Tanzveranstaltungen verboten. In der jüngeren Zeit sind Faschingsumzüge schon vor 100 Jahren üblich gewesen.

Neue Akzente

1938 ging in Pleystein die erste Faschingszeitung in Umlauf und wurde ein Renner. "Geh'ma af Fosnacht", so lautete in den 1950er Jahren das Motto von Groß und Klein in der "fünften Jahreszeit". Damals war der Heimat- und Verschönerungsverein für das kunterbunte Spektakel verantwortlich, an der Spitze die unvergessenen Originale Hans Baier und Georg Müller, ferner Josef Wildenauer, Georg Reger, Max Poblotzki, Andreas Pflaum und andere Idealisten. Sie organisierten großartige Bälle und urige Umzüge.

Nach dieser Ära flaute das Faschingstreiben etwas ab. Neue Akzente setzte von 1968 bis 1972 der Faschingsclub Pleystein. Nach einem einjährigen Dornröschenschlaf von "Prinz Karneval" nahm sich die Katholische Jugend um die Vorbereitung und Durchführung der traditionsreichen Umzüge an und ist seitdem ununterbrochen für diese Brauchtumspflege verantwortlich. Der erste Gaudiwurm unter der Regie der Jugendgruppe rollte am 24. Februar 1974 durch die Straßen der Gemeinde mit dem "Pleysteiner Bockl" als Attraktion. Wenn das Wetter einigermaßen mitspielt, sind 5000 Besucher und mehr an den Faschingssonntagen keine Seltenheit.

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