23.06.2017 - 20:10 Uhr
PleysteinOberpfalz

Fünf-Stunden-OP für Dackelterrier Zwei große Hunde fallen über Dackel Schorschi her

Eine Gassirunde mit ihrem Schorschi endete für eine Pleysteinerin am Donnerstag vor zwei Wochen in einem Alptraum. In einem Wohngebiet führte sie ihren Dackelterrier an der Leine aus, als plötzlich zwei große Hunde über einen Zaun sprangen und den kleinen Artgenossen angriffen.

So sieht Schorschi heute aus. Die körperlichen Folgen des Überfalls durch Artgenossen hat er gut weggesteckt. Aus seiner Familie heißt es aber, dass sein Wesen nicht mehr dasselbe ist. Bilder: bey (3)
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

"Sie haben ihn fürchterlich zugerichtet, ich glaube, der musste fünf Stunden operiert werden", sagt Pleysteins zweite Bürgermeisterin Andrea Lang, die an diesem Tag die Amtsgeschäfte führte. Dem Vernehmen nach soll es an jenem Nachmittag tumultartig zugegangen sein. Mehrere Anwohner haben wohl versucht, die Tiere zu trennen. Schorschi geht es inzwischen besser, der Fall beschäftigt aber nun aktuell Stadtrat und Justiz. Die Besitzerin des kleinen Hundes hat den Halter der beiden Angreifer - ein Schäferhund und ein Mischling - angezeigt.

Nach Auskunft der Polizeiinspektion Vohenstrauß stehen rund 3000 Euro Sachschaden und fahrlässige Körperverletzung im Raum. Letzteres, weil Schorschis Frauchen leicht am Finger gebissen wurde. Was daraus wird, entscheidet die Staatsanwaltschaft Weiden. In den nächsten Tagen soll ihr der Fall zugestellt werden. Ob der Halter der beiden aggressiven Hunde versichert ist, ist nicht bekannt.

Die Stadt Pleystein ist bereits tätig geworden, erklärt Andrea Lang. Auch, weil es nicht der erste Vorfall dieser Art gewesen sein soll. Die anderen seien bislang allerdings ohne Anzeige geblieben.

Noch am Folgetag der Attacke stellte Lang im Namen der Stadt dem Hundebesitzer einen Bescheid mit etlichen Auflagen zu: Er muss seine Tiere im Zwinger halten, den Zaun erhöhen, die Gartentür besser sichern und die Tiere außerhalb des Grundstücks nicht von der Leine lassen. Andernfalls sind 1000 Euro fällig. Zudem schaute ein Experte des Veterinäramts vorbei. Er monierte den Zwinger. Die Stadt verordnete dem Besitzer obendrein, den Charakter seiner Hunde auf eigene Kosten von einem unabhängigen Tierarzt beurteilen zu lassen. Sollte der Halter sich querstellen, droht Lang mit Konsequenzen. Sie reichen von Zwangsgeld bis zum Entzug der Tiere.

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