05.07.2017 - 17:10 Uhr
PleysteinOberpfalz

Kapellenjubiläum am Samstag in Vöslesrieth Dorf feiert Kirchlein

Die Dorfgemeinschaft und die Feuerwehr Vöslesrieth feiern am Samstag das 50-jährige Jubiläum der Kapelle St. Marien, dem Mittelpunkt des religiösen Lebens in der Ortschaft, sowie ein großes Dorf- und Sommernachtsfest.

Im malerischen Ortszentrum mit der Kapelle im Mittelpunkt findet am Samstag die Feier des 50-jährigen Kapellen-Jubiläums sowie das Dorf- und Sommernachtsfest statt. Bild: tu
von Autor TUProfil

Vöslesrieth. Der Festgottesdienst beginnt um 18 Uhr am Jubel-Kirchlein, das in den Jahren 2012/2013 von den "Dörflern" in Eigenregie generalrenoviert worden ist. Die Feldmesse wird von Stadtpfarrer Pater Hans Ring zelebriert und vom Kirchenchor St. Sigismund unter der Leitung von Alexander Völkl mitgestaltet. Ab 19 Uhr schließt sich der Festbetrieb im Dorfzentrum an. Dabei gibt es selbst gebackene Pizzen aus dem Steinofen und andere Speisen wie Hamburger, Steak- und Bratwurstsemmeln sowie süße Leckereien.

Ein Blick in die Geschichte von Vöslesrieth zeigt auf, dass von dieser alten bäuerlichen Siedlung erstmals im Jahre 1454 die Namen der Hofbesitzer genannt worden sind. 1516 wurden sieben Höfe verzeichnet. In dieser Größe hielt sich das Dorf über einige Jahrhunderte. Damals bestand auch noch der "Hammer Vöslesrieth", die jetzige Pingermühle. Im Ort war außerdem das Hirtenhaus, das der Gemeinde und dem Hirten gehörte und das der Herrschaft Pleystein unterstellt war. 1845 wird Vöslesrieth wie folgt beschrieben: "Das Dorf weist sechs Bauernanwesen, ein Wirtshaus, ein Nebenhaus, eine Kapelle und ein Hirtenhaus auf. In der Mitte befindet sich der Dorfweiher, welcher sich beim Brand von 1853 bestens bewährte, da er Wasser in Mengen lieferte."

Vöslesrieth gehörte früher zur Pfarrei Altenstadt bei Vohenstrauß. Dorthin mussten auch die Toten zur Beerdigung gebracht werden, woran heute noch der "Totenweg" erinnert. Die Umpfarrung nach Pleystein erfolgte am 4. Februar 1848. Politisch ist das malerisch hoch über dem Zottbachtal gelegene Dorf seit 1972 ein Bestandteil der Großgemeinde Pleystein. Vor der Gebietsreform zählte es zur Miesbrunner Kommune.

Die alte Dorfkapelle in der Nähe des Anwesens Krug wurde in den 1950er Jahren im Zuge von Straßenbaumaßnahmen abgerissen und 1966 hundert Meter weiter auch dank mustergültiger Eigenleistungen der Einwohner ein neues Marien-Kirchlein erbaut, das am 2. Juli 1967, dem Fest Mariä Heimsuchung, durch den Pleysteiner Stadtpfarrer Andreas Pfeiffer konsekriert wurde. Bauherr war die damals noch selbstständige Gemeinde Miesbrunn.

Im Inneren des sakralen Gebäudes, das zusammen mit dem Feuerwehrhaus und dem Dorfbrunnen ein idyllisches Ortszentrum bildet, befinden sich eine Barockmadonna und zwei Engelsköpfe, die vom Hochaltar der 1901 abgebrannten Pleysteiner Stadtpfarrkirche St. Sigismund stammen. Die Kapelle ist seit 30 Jahren mit einem elektrischen Glockengeläute ausgestattet. Davor läutete Loni Stahl, die jahrzehntelang das Sakralgebäude sauberhielt und schmückte, viele Jahre drei Mal täglich das Glöcklein mittels Seil zum Gebet.

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