30.03.2017 - 20:24 Uhr
PleysteinOberpfalz

Künstler Kurt Benning gestorben Pleystein als Inspiration

Der Fotograf, Zeichner und Maler Kurt Benning aus München ist am 24. März nach längerer, schwerer Krankheit in der Landeshauptstadt im Alter von 72 Jahren gestorben. Der am 31. Januar 1945 in Pleystein geborene Künstler, der des öfteren in seinem Elternhaus am Marktplatz in der alten Heimat weilte, war unter anderem mit Altbürgermeister Johann Walbrunn seit vielen Jahren befreundet.

Die Blicke von Künstler Kurt Benning gingen immer wieder in seine Heimat Pleystein. Bild: tu
von Autor TUProfil

Er verbrachte einen Teil seiner Kindheit und Jugendzeit in Pleystein. Von 1961 bis 1964 absolvierte er eine Uhrmacherlehre in Stuttgart. In München besuchte er von 1965 bis 1969 die Akademie der bildenden Künste. Später erhielt er hohe Auszeichnungen für sein künstlerisches Schaffen, so 1980 eine Förderung der Johannes Eichner und Gabriele Münter-Stiftung, 1982 den Förderpreis der Stadt München für Malerei, 1984 den Staatlichen Förderpreis im Bereich Bildende Kunst, München, 1986 einen Stipendienaufenthalt im Künstlerhaus Villa Waldberta, Feldafing, und 1994 ein Stipendium der Budapest Galeria.

Der vielseitige Künstler initiierte seit 1971 zahlreiche Einzelausstellungen, unter anderem in Köln, Paris, München, London, Ulm, Rosenheim und Regensburg. Ferner war er an bedeutenden Ausstellungen im In- und Ausland mit Fotografien, Grafiken und Zeichnungen sowie Videos beteiligt.

Paradies seiner Kindheit

Pleystein und die Oberpfalz blieben das Paradies seiner Kindheit und Jugend, das ihn lebenslang inspirierte. In den sechziger Jahren gestaltete er die erste Chronik von Heimatforscher Siegfried Poblotzki mit und steuerte historisches Fotomaterial für den Bildband über Stadt und Pfarrei Pleystein bei. Es folgten eigene Bücher: 1987 die Fotokassette "Die Entdeckung der Oberpfalz", 2006 das Fotobuch "Deutsches Dorf im Winter", ein Porträt von Waldau.

Als sein Hauptwerk wird allgemein die große Arbeit "Burgtreswitzmensch" bezeichnet, die, 1969 begonnen, ihre gültige Form aus Film, Fotoserien, Objekten und Dokumenten im Diözesanmuseum Kolumba in Köln gefunden hat und dort noch bis 10. Juli der Öffentlichkeit gezeigt wird.

Im Dezember 2002 präsentierte er in einer interessanten Sonderausstellung im Rathaussaal Bilder von Häuser- und Straßenzeilen der Rosenquarzstadt. Dabei waren auffallende Gegensätzen in positiver und negativer Hinsicht aus verschiedenen Epochen, mit Gesichtspunkten und Blickwinkeln aus Vergangenheit und Gegenwart zu entdecken.

"Die Kunst lehrt uns sehen, schafft viele Eindrücke, fordert uns auf zu kritischer Auseinandersetzung. Bilder und Skulpturen sorgen für Situationen und Stimmungen, die wir normalerweise nicht sehen oder übersehen", so ein Grundsatz Bennings. Kunst sei kreativ, stehe für Erhaltung und Gestaltung der Lebensverhältnisse. Sie animiere und bewirke, dass Menschen sich ändern und andere Aufgaben anpacken.

Kunst und Politik haben Gemeinsamkeiten. Sie stellen sich der öffentlichen Diskussion, wollen gestalten, überzeugen und verbessern, betonte Benning des öfteren bei Vernissagen. Er hinterläßt eine Tochter und einen großen Freundeskreis sowie eine Stiftung, die seine Ideen und sein Werk weiterhin lebendig halten soll.

Beerdigung in Pleystein

Im Tode kehrt er zu seinen Wurzeln zurück. Die Trauerfeier für Kurt Benning findet am Dienstag, 4. April, um 15 Uhr in St. Sigismund Pleystein statt. Er wird anschließend neben seiner Mutter Katharina und seiner geliebten Großmutter Barbara Wüst beerdigt.

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