06.03.2018 - 20:00 Uhr
Pleystein

Matthias Siegl übernimmt in der Feuerwehr Lohma Verantwortung Neuer Kommandant

Die Feuerwehr Lohma hört ab sofort auf das Kommando von Matthias Siegl. In der Dienstversammlung wählen ihn die Aktiven zum neuen Kommandanten. In der Zusammenkunft wird jedoch auch Kritik laut.

Hans Kick (links) legt nach 24 Jahren sein Amt Kommandant nieder. Hans Prem hört als Stellvertreter ebenfalls auf.
von Walter BeyerleinProfil

Lohma. Neuer Stellvertreter ist Johannes Eckert. Der bisherige Kommandant Hans Kick hatte sein Amt nach 24 Jahren abgegeben. Hans Prem, seit 15 Jahren zweiter Kommandant, war ebenfalls zurückgetreten. In der Jahreshauptversammlung berichtete Kassier Manfred Biller über einen Rückgang im Kassenbestand, der Steuernachzahlungen in Höhe von rund 4400 Euro aus Anlass des 125-jährigen Jubiläums der Wehr im Jahr 2015 geschuldet ist. Der Kassier hob die Zinseinnahmen hervor: Gerade mal 6 Cent habe die Wehr für ihr Guthaben bei der Bank erhalten.

Zehn Einsätze im Jahr

Der Feuerwehr Lohma gehören 38 aktive und 4 jugendliche Mitglieder an, berichtete Kommandant Hans Kick. Die Wehr habe eine Vielzahl von Übungen abgehalten, um das Verantwortungsbewusstsein der Aktiven zu stärken. Dank des Ausbaus der Funkalarmierung können jetzt 12 Mitglieder per Handy gerufen werden. Die Feuerwehr Lohma wurde zehnmal zu Einsätzen gerufen, davon drei Brandeinsätze und vier technische Hilfeleistungen. Der Integrierten Leitstelle wurden 3 Männer gemeldet, die während des Tages erreichbar sind. Ausdrücklich hob der Kommandant die Einsatzbereitschaft der Feuerwehrjugend hervor.

Anlässlich seines Rückzugs aus der Führung der Wehr zog Kick Bilanz: Seit 1980 zunächst als zweiter Vorsitzender, von 1982 bis 1994 als zweiter Kommandant und jetzt seit 24 Jahren als erster Kommandant sei er stets bestrebt gewesen, die Einsatzbereitschaft der Wehr alle zwei Jahre mit der Ablegung der Leistungsprüfung zu beweisen und vor allem die Jugend des Ortsteils für die Wehr zu begeistern und zu motivieren. Vorsitzender Anton Portner bezeichnete den jetzt möglichen aktiven Feuerwehrdienst bis zum 65. Lebensjahr als positiv für eine Dorffeuerwehr.

Ausführlich ging der Vorsitzende auf die Sitzung des Pleysteiner Vereinskartells im Frühjahr ein und kritisierte, dass die Gemeinschaft nicht bereit gewesen war, trotz des hohen Kassenbestands einen Toilettenwagen für 9000 Euro zu kaufen. Mit Kritik überzog Portner auch den Kreisfeuerwehrverband mit seinem Finanzgebaren in den vergangenen 10 Jahren. Dazu nannte er den Kassier beim Namen und zitierte aus der nicht öffentlichen Sitzung vom 30. November 2017. Die von ihm gewünschte Akteneinsicht bei der Stadt Pleystein zur Feststellung zu welchem Zeitpunkt Beiträge an den Kreisfeuerwehrverband weitergeleitet wurden, sei ihm verweigert worden, erklärte Portner. Ebenso habe es der Stadtrat abgelehnt, dass die Kommune den Beitrag zum Kreisfeuerwehrverband übernimmt. Dabei habe sich das Gremium bei der Entscheidung auf einen Beschluss vor 25 Jahren gestützt, dass der Beitritt zum Kreisfeuerwehrverband jeder Wehr freigestellt sei. Mit dieser Entscheidung werde der freiwillige Dienst nicht anerkannt, so sein Resümee.

Schlagkräftige Truppe

Bürgermeister Rainer Rewitzer bezeichnete den Feuerwehrdienst von 38 Aktiven in Lohma als Zeichen der Notwendigkeit im Ortsteil. Die Truppe sei schlagkräftig und von Zusammenhalt geprägt, sagte der Rathauschef. Kreisbrandinspektor Johann Rewitzer dankte vor allem Kick für dessen langjährige Tätigkeit im Vorstand. Es sei dem ausscheidenden Kommandanten gelungen, junge Menschen für die Wehr zu begeistern. Der Schlamassel im Kreisfeuerwehrverband sei aufgearbeitet worden, sagte der Kreisbrandinspektor und räumte Versäumnisse ein. Zudem bot er Portner die Mitarbeit im Kreisfeuerwehrverband an.

Letztlich schlug der Bürgermeister vor, im Stadtrat nochmals über die Beteiligung am Mitgliedsbeitrag zum Kreisfeuerwehrverband entscheiden zu lassen, um eine Debatte über 30 Euro zu beenden. Kommandant Kick sah in seiner Eigenschaft als Gremiumsmitglied und mit Blick auf die Teilnahme am Stabilisierungskonzept für den Haushalt keine Möglichkeit, freiwillige Leistungen seitens der Kommune zu erbringen.

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