08.09.2017 - 15:00 Uhr
PleysteinOberpfalz

Pater Reinhold Schmitt feiert 85. Geburtstag Nächstenliebe als Lebensaufgabe

An diesen Samstag feiert Pater Reinhold Schmitt 85. Geburtstag. Seit 1. September 2008 lebt der beliebte Geistliche im Kreuzbergkloster. Mit einer Sache fremdelt der Unterfranke in der Oberpfalz aber noch.

Vom Plateau des Kreuzbergs genießt Pater Reinhold Schmitt täglich den Blick auf die Stadt. Bild: bey
von Walter BeyerleinProfil

Sein 85. Geburtstag ist für den Geistlichen der richtige Zeitpunkt, innezuhalten und im Gespräch über seine Kindheit, den Weg zum Priesteramt und sein früheres Wirken in Haßfurt zu erzählen. Wenn er schildert, wie schwer es der kleine Bub Reinhold hatte, wird klar, warum er sich die Nächstenliebe zur Lebensaufgabe gemacht hat.

Geboren wurde Pater Schmitt am 9. September 1932 in Maidbronn in der Nähe von Würzburg. Mit fünf Geschwistern ist der Jubilar dort aufgewachsen. Die Kindheit war für ihn, ebenso wie auch die seiner Geschwister, von tragischen Ereignissen geprägt. Vater Oskar Schmitt starb, als Sohn Reinhold gerade zwei Jahre alt war. Ein Leiden, das sich der Vater im Ersten Weltkrieg zugezogen hatte, war die Todesursache.

Als Reinhold Schmitt neun Jahre alt war, stürzte Mutter Monika in der Scheune des Anwesens und starb. Somit mussten die Kinder ohne Vater und Mutter das Leben meistern. Da gab es für die Kinder zunächst die Großmutter, dann die "Stiefgroßmutter", später wieder eine neue "Mutti", die so genannt den Unterschied zur richtigen "Mama" machte. Gerade an die letzte "Mutti" erinnert sich der Pater genau, weil sie sich besonders liebevoll um alle Kinder gekümmert hatte. Bis zum 93. Lebensjahr lebte diese "Ersatzmutti" im Hause der Schmitts in Maidbronn.

Nach dem Besuch der Volksschule lernte Schmitt 1947 Bildhauer. Nach der erfolgreichen Gesellenprüfung mit der Note eins, hier hatte Schmitt als Gesellenstück einen Torwächter aus Sandstein zu hauen, arbeitete er noch bis 1956 in diesem Beruf.

Doch seit seiner Kindheit hatte er sich auch für den Beruf des Priesters interessiert. Da er aber "nur" einen Volksschulabschluss hatte, blieb ihm der Weg zum Theologiestudium verwehrt. 1956 bekam Schmitt vom heimischen Pfarrer den Fockenfelder Kalender "Geh in meinen Weinberg". Darin war zu lesen, dass die Spätberufenenschule Fockenfeld den Weg ins Priesteramt öffne.

Ab September 1956 besuchte der Unterfranke diese. Noch auf dem Bahnhof in Waldsassen, beim Warten auf den Bus nach Fockenfeld, begegnete Schmitt einen künftigen Mitschüler, dem späteren Pleysteiner Pfarrer Alfred Blöth. Nach dem Schulabschluss blieb er bei den Oblaten des heiligen Franz von Sales. Am 29. Juni 1968 wurde Schmitt in Eichstätt zum Priester geweiht. In Fockenfeld begegnete er auch der Resl von Konnersreuth. Auf ihre Bitte hin, baute er in Fockenfeld eine Grotte, die noch heute zu besuchen ist.

Nach einer zweijährigen Zeit als Kaplan in einer Pfarrei nahe der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz versetzte ihn der Orden im September 1970 als Kaplan in die Pfarrei Haßfurt in Unterfranken. Auch dort gab es eine Begegnung mit einem späteren Pleysteiner Geistlichen: Pfarrer Albert Neugirg führte die dortige Pfarrei.

Nach dessen Versetzung nach Pleystein 1987 übernahm Pater Schmitt als Seelsorger die Pfarrei Haßfurt. Mittlerweile ist er Ehrenbürger von Haßfurt. Als die Pfarrei Haßfurt nicht mehr von Geistlichen des Ordens des heiligen Franz von Sales betreut wurde, erhielt Schmitt das Angebot, seine weitere seelsorgerische Arbeit in der Kappl in Waldsassen oder in der Pfarrei Pleystein fortzusetzen. Nachdem er bereits 1987 beim Kreuzbergfest die Predigt gehalten hatte, entschied er sich für Pleystein.

"Die Sprache hat mir schon immer etwas Schwierigkeiten gemacht", räumt der Geistliche ein, wenn er auf den Oberpfälzer Dialekt zu sprechen kommt. Längst aber ist er in den Herzen der Pleysteiner angekommen, und bei allen Vereinen ein gerngesehener Gast. In der Stadtpfarrkirche feiert der Priester am Sonntag, 10. September, um 9.30 Uhr einen Festgottesdienst.

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