Thema Inklusion an der Zottbachtalschule in Pleystein
Abgeordnete im Rollstuhl

Wie fühlt es sich an, wenn man im Rollstuhl sitzt? Diese Erfahrung machten kürzlich einige Schüler der Zottbachschule in Pleystein und die beiden Bundestagsabgeordneten Albert Rupprecht und Uli Grötsch (Mitte). Bild: bey
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Pleystein
13.12.2016
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Seit Jahren steht das Thema Inklusion in der Zottbachtalschule hoch oben auf der Agenda. Doch bisher blieb es bei der Theorie, die Kinder fühlen zu lassen, mit welchen Einschränkungen Menschen mit einer Behinderung leben müssen, war praktisch nicht möglich. "Behinderung - wie fühlt sich das an?"

Inklusionsbeauftragte Beate Götz und Martina Grüner vom HPZ Irchenrieth vermittelten kürzlich den Kindern der Zottbachtalschule lebensnah, wie Menschen mit einer Behinderung fühlen, in der Lage sind sich zu bewegen, wann sie Hilfe benötigen und trotz allem viel Lebensfreude verspüren. Die Bundestagsabgeordneten Albert Rupprecht (CSU) und Uli Grötsch (SPD) hoben mit ihrer Teilnahme die Bedeutung hervor, die Kinder frühzeitig in die Probleme anderer Menschen einzubinden.

Rätsel und Memory

Sechs Stationen, an denen unterschiedliche Behinderungen simuliert wurden, hatte Beate Götz zusammen mit Ehemann Robert Götz, Martina Grüner und Monika Eckart aufgebaut. Zuerst mussten die Kinder die Rollstühle genau betrachten, zerlegen und zusammenfalten. Dann hieß es, einen Parcours zu bewältigen oder vom Rollstuhl aus Basketball zu spielen.

Weitere Stationen waren das "Fühlen von Lücken" mit dem Beschreiben des Ertasteten. Anschließend mussten in Aussparungen Holzplättchen eingefügt werden. Aber auch das Gehör wurde gefordert. Beim "Hör-Memory" waren Schüttelgeräusche anhand von Dosen mit unterschiedlichen Inhalte zu erkennen. Beim Duft-Rätsel mussten die Kinder den Inhalt in kleinen Behältern "herausriechen". Mit dem Blindenstock ging es über die Treppe auf die Empore der Zottbachtalschule und durch einen Hütchenparcour. Grötsch sprach von einer tollen Aktion der Zottbachtalschule. Es werde den Kindern die Möglichkeit gegeben, Behinderungen aus anderer Perspektive zu erleben. Dies diene dem besseren gegenseitigen Verständnis, betonte der Politiker.

Rupprecht sprach von einer "super Aktion", weil im Gegensatz zu bloßen Gesprächen das Thema Inklusion richtig erlebt werden könne. Selbst in den wenigen Minuten des Mitmachens zusammen mit den Kindern habe er viel Neues erfahren, gab der Abgeordnete unumwunden zu. Deutlich sichtbar sei aber auch gewesen, dass die Kinder mit vollem Ernst an die Probleme herangegangen sind.

Rektor Heinz Kett nannte Inklusion ein seit zwei Jahren in den Schulen sehr bekanntes Schlagwort. Mit dem praktischen Tun werde den Kindern die Scheu vor einer Behinderung genommen.
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