03.07.2017 - 16:30 Uhr
PleysteinOberpfalz

VdK Pleystein feiert 70-jähriges Bestehen Schutzmacht der Schwachen

Der Sozialverband VdK - ein Garant für Menschlichkeit, Schutzmacht der sozial schwachen und kleinen Leute. So überschreibt Ortsvorsitzender Josef Rewitzer die Feier zum 70-jährigen Bestehen am Sonntag im Hotel "Regina".

VdK-Bezirksgeschäftsführer Christian Eisenried, Regensburg, hielt die Festansprache. Bild: bey
von Walter BeyerleinProfil

Der Ortsverband verbinde das Jubiläum, zu dem rund 40 Mitglieder und etliche Ehrengäste kamen, mit Freude, aber auch mit der Verpflichtung, weiter im Sinne seiner Mitglieder tätig zu sein. Bezirksgeschäftsführer Christian Eisenried aus Regensburg formulierte in seiner Festansprache klare Forderungen an die Politik: eine zum Leben ausreichende Rente, eine finanzierbare Pflege, die Bekämpfung der Armut mit Anhebung des Mindestlohnes und die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.

Der Vorsitzende erinnerte an die Grundsätze des VdK zum Zeitpunkt seiner Gründung: Hätten damals die Kriegsversehrten und Hinterbliebenen der Hilfe bedurft, so unterstütze jetzt der VdK die sozial Schwachen in ihrer Gesamtheit. Der Ortsverband Pleystein startete seine Arbeit im Jahr 1947 in der Gastwirtschaft Weber im Burggut. Zusammen mit dem Gründungsvorsitzenden Hans Steiner führten insgesamt sechs Vorsitzende den Ortsverband bis zum Jahr 1995, berichtete Josef Rewitzer, der wiederum seither an der Spitze steht. Der Vorsitzende zitierte in seinem Rückblick auch aus alten Protokollen und machte deutlich, dass bereits in früheren Zeiten Ortsverbände wegen fehlender Vorstandschaften zusammengelegt werden mussten.

"Bayerische Erfindung"

Eisenried nannte den VdK eine "bayerische Erfindung" dank Karl Weishäupl, der mit der Beratung und Betreuung von Kriegsopfern den Grundstein für den Verband gelegt habe. Der Gründung des VdK in Bayern im November 1946 folgte erst später der Bundesverband. Seither hat sich der VdK mit der Verabschiedung des Bundesversorgungsgesetzes im Jahr 1950, des Körperbehindertengesetzes und des Schwerbehindertengesetzes zum Wohle der betroffenen Menschen eingebracht.

Zudem hat der VdK seine Vorstellungen bei der Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderung durchgesetzt. Ausführlich schilderte der Bezirksgeschäftsführer die Erfolge des VdK im Bereich Rente. Doch unabhängig von den bisherigen Erfolgen, auch mit Einführung der gesetzlichen Pflegeversicherung, setze der VdK weiterhin auf die Vermeidung sozialer Ungleichheiten, "bezahlbarer Gesundheit" und einem mit der Rente finanzierbaren Lebens.

Bürgermeister Rainer Rewitzer bescheinigte dem VdK, gerade ältere Menschen bei umfangreichen Behördengängen zu unterstützen. Deshalb sei dieses Hilfsangebot in der Zeit von Internet dringend notwendig, befand Pleysteins Stadtoberhaupt.

Landtagsabgeordnete Annette Karl wertete die steigenden Mitgliederzahlen beim örtlichen VdK als dessen von den Bürgern erkannte Notwendigkeit. Der VdK leiste aber auch eine gezielte politische Lobbyarbeit im positiven Sinne, nämlich eine tatkräftige Durchsetzung der Anliegen in der Politik. "Politiker reagieren nur auf Druck", meinte Karl.

Finanzielle Probleme

Zweite Bürgermeisterin und Kreisrätin Andrea Lang wollte sich dieser Aussage nicht anschließen. In Pleystein werde nach dem Motto "Zuhören, nachdenken und dann handeln" vorgegangen. Sie räumte aber auch ein, dass die finanziellen Möglichkeiten der Stadt oftmals Probleme bereiten, Vorschläge umzusetzen.

Altbürgermeister Johann Walbrunn gratulierte zum Jubiläum. "Ein Ort lebt von den Menschen, die mehr als ihre Pflicht tun", sagte der Altbürgermeister. Diese Erkenntnis treffe für den VdK-Ortsverband Pleystein zu. Kreisgeschäftsführer Siegmund Bergmann schloss in seine Dankesworte für die Mitglieder des VdK-Ortsverbandes und dessen Führungsspitze, auch deren Angehörige mit ein, nannte dazu ausdrücklich Elfriede Rewitzer, Ehefrau des VdK-Ortsvorsitzenden.

Für zehnjährige Mitgliedschaft im VdK wurden Johann und Gisela Gössl, Sieglinde Meier, Johann Schwandner sowie Elisabeth und Eberhard Randig geehrt.

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