Neuer Arbeitskreis geplant
Touristikverein wird aufgelöst

Altbürgermeister Johann Walbrunn (links) als stellvertretender Vorsitzender des Touristikvereins Pleystein und Umgebung legt der Versammlung die Auflösung des Vereins nahe. Bild: bey
Wirtschaft
Pleystein
23.03.2018
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Die Mitglieder interessieren sich zum Schluss nicht einmal mehr für die drohende Auflösung: In der Jahreshauptversammlung des Touristikvereins kann das Ende des Vereins aufgrund fehlender Mehrheiten nicht beschlossen werden. Stellvertretender Vorsitzender Johann Walbrunn vertagt die Entscheidung.

75 Mitglieder sind im Touristikverein Pleystein und Umgebung. Zur Jahreshauptversammlung in den Gasthof Weig hatte der Verein mit seinem geschäftsführenden zweiten Vorsitzenden Walbrunn schriftlich eingeladen. Doch die Besucherzahl war trotz des Hinweises auf die geplante Auflösung nicht höher als in den Vorjahren. Walbrunn merkte das mit offensichtlicher Enttäuschung an.

Schatzmeister Hans Schwägerl gab den Kassenbericht ab. Daraus war zu entnehmen, dass der Touristikverein bereits für dieses Jahr verzichtet hatte, Mitgliedsbeiträge zu erheben. Rund 1600 Euro Verlust hatte er im vergangenen Jahr gemacht, weil rund 2000 Euro der üblichen Einnahmen gefehlt hatten. So sei aus Kostenüberlegungen verzichtet worden, ein Unterkunftsverzeichnis zu erstellen, das im Gegenzug beim Verkauf auch einen Gewinn gebracht hätte. Ebenfalls habe der Verein, steuerlich nicht begünstigt, keine Spenden erhalten und keine Einnahmen vom CD-Verkauf gehabt. Zu guter Letzt habe an die Gema ein großer Betrag abgeführt werden müssen.

Urlauber geehrt

Walbrunn gab einen ausführlichen Tätigkeitsbericht ab. So hielt er mit dem zweiten Vorsitzenden Stadtführungen ab und ehrte Urlauber für ihre Treue. Es sei unabhängig der rückläufigen Übernachtungszahlen notwendig, den Urlaubern beim Besuch der Stadt eine "Auszeit vom Alltag" zu bieten und dafür Angebote zu machen. Die Stadt könne "vieles bieten", dazu könne eine "freundliche persönliche Betreuung" den Urlaubern den Aufenthalt angenehm machen. Es sei wichtig, mit dem jeweiligen Gast positiv über die Region zu sprechen. "Für die Zukunft darf die Werbung nicht vergessen, sondern forciert werden", betonte Walbrunn. "Der Tourismus ist nicht tot, er lebt mit einer Strategieänderung weiter", sagte der zweite Vorsitzende.

Bürgermeister Rainer Rewitzer sah in dem geänderten Sozialverhalten der Menschen einen Grund für den rückläufigen Tourismus. In keinem Fall sei dies einer schlechten Arbeit des Fremdenverkehrs geschuldet. Jeder Bürger suche sich seinen Urlaubsort selbst aus, mit den Pauschalangeboten vom Discounter könne kein Gastgeber vor Ort mithalten. Rewitzers ausdrücklicher Wunsch wäre es, dass sich die großen Fernsehanstalten der in Deutschland einzigartigen Internationalen Jungen Orchesterakademie mit einem ausführlichen Bericht widmen würden.

Neuer Arbeitskreis

Walbrunn zog dann ein Resümee: Aufgrund der Entwicklung der vergangenen Jahre sei es sinnvoll, den Tourismusverein aufzulösen und durch eine andere Form der Zusammenarbeit zu ersetzen. Dafür nannte der Altbürgermeister als positive Beispiele die Arbeitskreise im Museum und in der Bücherei.

In einem Tourismusarbeitskreis sollten die Stadt, die Gastgeber, die Geschäftswelt, die örtliche Politik und die Vereine vertreten sein. In Frage stellte er auch die Notwendigkeit der bisherigen zwei Anlaufstellen für den Fremdenverkehr mit Verein und Tourismusbüro im Rathaus.

Die AuflösungMit Blick auf die Satzung des Touristikvereins gab Johann Walbrunn eine Bestimmung bekannt, die für eine Auflösung die Anwesenheit von zwei Dritteln der Mitglieder vorschreibt. Diese Anforderung werde von der Versammlung nicht erfüllt. Der einstimmige Beschluss zur Auflösung am Donnerstagabend im Gasthof Weig hatte somit nur deklaratorischen Wert und war die Richtungsbestimmung. Um die Satzungsinhalte zu erfüllen, findet eine erneute Jahreshauptversammlung ausschließlich mit dem Tagesordnungspunkt "Auflösung des Touristikvereins" am 12. April um 19 Uhr im Café Enslein statt. Dann kann ohne Rücksicht auf die Zahl der anwesenden Mitglieder mit einfacher Mehrheit die Auflösung beschlossen werden. (bey)


Der Tourismus ist nicht tot, er lebt mit einer Strategieänderung weiter.Johann Walbrunn, Altbürgermeister und Zweiter Vorsitzender
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