27.08.2017 - 20:00 Uhr
PlößbergOberpfalz

Ganz Geisleithen feiert jedes Jahr den Märchenkönig Königlicher Geburtstag auf dem Land

Geisleithen. König Ludwig II. liebte sein Land und die Bayern liebten ihn wie kaum einen anderen Herrscher vor ihm. Der Erbauer zahlreicher Schlösser, Märchenkönig und glühende Verehrer Richard Wagners kam am 25. August 1845 im Nymphenburger Schloss zur Welt. Alles andere als märchenhaft jedoch war sein geheimnisumwitterter und bis heute ungeklärter Tod im Starnberger See.

Tatkräftig unterstützt wird das alljährliche „König-Ludwig-Fest“ von den Geisleithener Dorffrauen. Geschirr, Besteck, samt Schlagbaum im Garten stellt Lisa Wächter (links) zur Verfügung. Bildrepro: wro
von Werner RoblProfil

Weiß-blauer Schlagbaum

Regelmäßig seit 2011 - immer am oder um den Geburtstag des Monarchen herum - feiert eine ganze Dorfgemeinschaft ihr uriges König-Ludwig-Fest. "Bereits zum siebten Mal geschieht das", blickt Ideengeber Ludwig Wächter auf die zurückliegenden Veranstaltungen. Als Namensvetter des Königs hat er in seinem Garten nicht nur eine bayerische Fahne hängen, "Halt, hier nicht weitergehen" befiehlt ein weiß-blauer Schlagbaum, an dem ein Schild "Freistaat Bayern" hängt.

Die Symbolkraft des flatternden Banners und die Aussagekraft der hölzernen Barriere sind ein sichtbarer Beweis nicht nur für Wächters Bodenständigkeit, sondern die des ganzen Ortes. Die Landessprache spricht man in Geisleithen sowieso und daher lag es wohl auf der Hand, alle Jahre im Garten der Eheleute Wächter ein Dorffest auf die Beine zu stellen. Dass sich dann alle an König Ludwigs Ehrentag auf die Beine machen, um "königlichen" Geburtstag zu feiern, ist Ehrensache. Tatkräftig unterstützt wird die Festgesellschaft von Lisa Wächter, die nicht nur ihr heimisches Grün, sondern auch Geschirr und Küchenbesteck zur Verfügung stellt.

Feier bis tief in die Nacht

Und das aus gutem Grund: Wichtig an der ganzen Sache ist nämlich das dörfliche Miteinander, betont Lisa Wächter. So hatte sie in ihrem Gartenhäuschen auch heuer wieder ganz Geisleithen samt Kind und Kegel zu Gast. Gefeiert wurde heuer zwar nicht am Geburtstag selber, sondern bereits am 19. August. "Das hat sich halt so ergeben", blicken Lisa und Ludwig auf das Fest zurück. "Geplaudert wurde bis spät in die Nacht." Die Brotzeiten schmeckten, auch das "König-Ludwig-Bier", das die Plößberger Riedl-Brauerei zwar nicht namentlich im Sortiment führt, vom Hausherrn Ludwig aber so genannt wird. "Weils halt schön passt", behauptet er mit einem verschmitzten Augenzwinkern. Schluss sei so gegen drei Uhr in der Nacht gewesen. "Dann gingen die letzten nach Hause", erzählt Ehefrau Lisa Wächter, die schließlich alle Lichter ausknipste und im Gartenhäuschen fest die Tür verriegelte.

Nächstes Jahr ziert eine neue Bayernfahne den Festgarten in Geisleithen. Im Sommer beginnen im Dorf dann wieder die Vorbereitungen zum 8. König-Ludwig-Fest, das spätestens am 25. August - oder halt schon vorher, wie's grad kommt - bei den Wächters gefeiert wird.

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