12.11.2016 - 02:00 Uhr
PlößbergOberpfalz

Dorf braucht ein Wirtshaus

Ein Dorfwirtshaus ist mehr als nur gemütlicher Treff. Die Gaststätte ist ein wichtiges Stück Lebensqualität. Und ohne Wirtshaus hat das Dorf meist ein Problem.

Bei der Podiumsdiskussion über das Wirtshaussterben waren dabei (von links): André Putzlochner, Schülerin Anna Niekrawietz, Bürgermeister Lothar Müller, Florian Rüth, Dr. Klaus Zeitler, Hans-Jürgen Nägerl, Huberta Bock, Markus Bothner vom Hotel Igl sowie 3. Bürgermeisterin Susanne Bittner. Bild: lk
von Autor LKProfil

Zur Podiumsdiskussion "Dorfwirtshäuser in der Krise" hatten Bürgermeister Lothar Müller und Dr. Klaus Zeitler vom Sozialwissenschaftlichen Institut für Entwicklung am Dienstag in den Gasthof Schwarzer Adler eingeladen. Müller wusste, dass die reichhaltige Wirtshauskultur zunehmend ausgedünnt wird. Gaststätten würden, wenn überhaupt noch, weit unter Wert betrieben. Damit stehen identitätsstiftende Gebäude in den Innenbereichen der Ortschaften leer und Treffmöglichkeiten verschwinden.

Strategien und Konzepte

Bei der Podiumsdiskussion wollten die Teilnehmer Strategien diskutieren, wie man Wirtshäuser neu beleben oder auf andere Betriebskonzepte umstellen kann. Mit dabei waren noch der Leiter der Schule der Dorf- und Landesentwicklung Abtei Plankstetten, Dr. Hans Rosenbeck, der Koordinator der Schule für Hotel- und Tourismusmanagement in Wiesau, Oberstudienrat André Putzlocher, mit der Anna Niekrawietz (zukünftige Wirtin der Zoiglstube Stromhias in Flossenbürg), Hans-Jürgen Nägerl Bezirksvorsitzender vom Hotel- und Gaststättenverband und Betreiber der Landhotels Weißes Ross in Illschwang, Florian Rüth vom Regionalmanagement im Landkreis Tirschenreuth, Huberta Bock vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz und Planer Klaus Stiefler sowie Marktgemeinderäte, Pfarrer Thomas Thiermann und Gäste. Die Veranstaltung wurde von der Schule für Dorf- und Landentwicklung Plankstetten unterstützt und ist Teil der Erstellung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts für die Gemeinde Plößberg.

In die Diskussion leitete Dr. Hans Rosenbeck ein und betonte, dass es für die weitere Entwicklung der Dorfwirtshäuser wichtig ist, dass die Bürger mitmachen. André Putzlocher stellte heraus, dass es ohne Wirtshaus keine Gemeinschaft im Dorf gibt. Bürgermeister Lothar Müller verwies darauf, dass viele Dorfwirtshäuser leer stehen und viele schon geschlossen haben, auch weil Urlauber fehlen, die bisher zum Erhalt beigetragen haben. Florian Rüth vom Regionalmanagement wusste ebenfalls von weniger Touristen. An Verbesserungen forderte der Regionalmanager unter anderem eine bessere Kennzeichnung von Wanderwegen.

Kritik an Auflagen

Rüth ging aber auch auf eine Trendwende im Freizeitverhalten ein: Immer mehr Stammtische würden in eigene Freizeithütten verlegt. "Wir müssen versuchen Kooperationsmodelle am Leben zu erhalten, auch wenn es sich wirtschaftlich nicht rechnet." Hans-Jürgen Nägerl, Bezirksvorsitzender vom Hotel- und Gaststättenverbandes, machte vor allen die Auflagen seitens des Staates für die Schließung der Gaststätten verantwortlich. Anna Niekrawietz unterstrich, dass man ohne Gäste von außerhalb kein Gastwirtschaft erhalten könnte. Putzlocher forderte zudem entsprechenden Angebote, die die Jugend im Dorf halten. Huberta Bock vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz stellte heraus, dass es wichtig sei, dass die Dorfgemeinschaft zusammenhält.

In der allgemeinen Aussprache wurden von allen der Erhalt der Dorfwirtshäuser als wichtig für das dörfliche Leben bezeichnet. Moderator Dr. Klaus Zeitler betonte, dass der Erhalt der Dorfwirtshäuser nur gelingt, wenn sich die Dorfgemeinschaft dafür einsetzt und engagiert.

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