Gebietsversammlung in Schönficht
Geballte Informationen für oberpfälzer Teichwirte

Christian Degen, Dr. Thomas Ring, Jakob Degen, Vorsitzender Hans Klupp, Wolfgang Keck, Dr. Andreas Wimmer, Alexander Horn und Jacob Keller (von links), die gemeinsam beim Vortragsabend im Saal des Schönkircher Gasthofes "Zur Post" referierten und ihre Arbeit vorstellten. Bild: wro
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Plößberg
11.03.2018
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Gemeinsam mit Sohn Jakob ist Christian Degen (vorne 3. von rechts) Teich- und Gastwirt zugleich. Kostproben seiner geräucherten Forelle hatte er mitgebracht. Wer wollte konnte von der Bio-Köstlichkeit gerne probieren. Bild: wro

Hans Klupp, sieben Referenten und viele Interessenten: Bei der Gebietsversammlung des Oberpfälzer Fischerzeugerrings reichen die Plätze im Saal des Gasthofs "Zur Post" kaum aus für alle Besucher.

Schönficht. Vorsitzender Hans Klupp, der den Abend moderierte, war beeindruckt von dem Interesse der Fischbauern. Kurz vorstellen durfte sich Jacob Keller, neuer Wildtiermanager, Gebietsbetreuer und Ranger am Landratsamt (wir berichteten).

Wolfgang Keck vom Tirschenreuther AELF sprach über rechtliche Grundlagen bei der Stilllegung von Teichflächen und über unterstützende Fördermöglichkeiten für Betriebe. Noch seien keine Teich-Stilllegungen im Raum Tirschenreuth bekannt. "Der Herausforderung, dass Gewässer aber aufgegeben werden, um sie danach in landwirtschaftliche Nutzflächen umzuwandeln, muss man sich jedoch stellen", betonte der Abteilungsleiter mit Blick auf die Probleme der Fischbauern.

Bauvoranfrage

Weiter verwies der Sprecher auf rechtliche Grundlagen. Eine kostenlose Bauvoranfrage sei hier zu empfehlen, mahnte er. Umgewandelte Teichflächen seien später nur förderfähig, wenn dem Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten der genehmigte Bescheid der Kreisverwaltungsbehörde vorliege. "Ich hoffe, dass die Umnutzungen nicht stattfinden werden", erklärte Klupp dazu. Ohne wirtschaftliche Basis ließen sich keine Teiche bewirtschaften. "Die Märkte für Bio-Fisch-Produkte sind da. Die Erzeugnisse sind eine Nische, die man nutzen sollte." Man dürfe sie nicht Anbietern aus anderen EU Ländern überlassen, lenkte Klupp die Aufmerksamkeit auf Christian und Jakob Degen, die sich seit rund 3 Jahren mit der Bio-Vermarktung beschäftigen. Die Hollfelder beliefern hauptsächlich den Raum Nürnberg und legen dabei Wert auf persönlichen Kontakt mit ihren Kunden. Während Vater Christian Filetstücke aus der familieneigenen Räucherei zum Verkosten reichte, fügte Sohn Jakob hinzu: "Wir bieten Kurse an, Besucher sind willkommen." Die Familie Degen, die auch ein Restaurant betreibt, stehe hinter ihren Produkten, betonten die Oberfranken. "Der halbe Karpfen, den man aus den Gasthäusern kennt, wird nun ergänzt durch eine Vielfalt an Erzeugnissen. Fein zubereitet und hübsch verpackt finden sie immer mehr Freunde", ergänzte Degen senior, der Bio als zukunftsweisende Alternative sieht und aus Erfahrung weiß: "Bio erzeugter und so vermarkteter Fisch muss nicht teuer sein, er findet immer mehr Freunde."

Fünf Tage Monitoring

"Wir stehen vor der Neuauflage des Otter-Monitorings", informierte Vorsitzender Klupp über die Maßnahme, von der auch das Teichgebiet bei Wiesau betroffen ist. Der Termin sei aber noch nicht fix. Die Teichwirte könnten den Leuten während der 5 Tage über die Schultern schauen.

"Unterstützen Sie die Beauftragten, die wir im Rahmen einer Veranstaltung vorstellen werden", empfahl Otter-Berater Alexander Horn. "Ohne genaue Zahlen wird über das Problem aber nicht nachgedacht."Das Angebot Diagnostik und Fischgesundheit ist Aufgabengebiet von Tierarzt und Fischwirt Dr. Andreas Wimmer, der im Haus der Fischerei tätig ist und in Wöllershof (jeden 1. und 3. Dienstag im Monat von 9 bis 12 Uhr) Sprechstunden anbietet. Vertreten werde er durch den Fachmann für Tiergesundheitsdienst Johannes Bachmann.

Das "heiße Eisen" Fischotter sei nach wie vor in Bewegung, betonte Fachberater Dr. Thomas Ring, der sich auch dem Thema Otter, Reiher, Biber und anderen natürlichen Gegnern zuwandte. Den Otter, der gerne auch als verspieltes Tier verniedlicht wird, umschrieb er als "komplizierten Tobak".

Ring empfahl eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Probleme verursachten auch fliegende Widersacher, auch "Fremdlinge" - Riesenbärenklau, Wollhandkrabben, Signalkrebse, Waschbären, Nil-Gänse. "Es gibt ein Gesetz und eine EU-Liste, ich weiß nicht wie man das umsetzen will." Die invasiven Arten hätten sich etabliert. Sie wieder los zu werden sei schwierig.

Bio erzeugter und so vermarkteter Fisch muss nicht teuer sein, er findet immer mehr Freunde.Christian Degen
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