05.09.2017 - 20:00 Uhr
PlößbergOberpfalz

Kulturelle Mitte nachgebaut

Mit Hilfe von großen Schachteln haben Bürger und Planer neue Möglichkeiten im Umfeld des Rathauses nachgebaut und über sinnvolle Funktionen nachgedacht. Beim Termin mit Weißwurstfrühstück waren die Einwohner ganz direkt gefragt: "Geben Sie Ihren Senf dazu!"

Die Planer Klaus Zeitler und Ralph Stadter (von rechts) simulierten mit Hilfe von großen Schachteln die Anordnung der einzelnen Bausteine in der Ortsentwicklung. Bilder: lk (2)
von Autor LKProfil

"Das ist mal was anderes als die Präsentation eines fertigen Plans. Jetzt sieht man einfach in der Realität, wo und wie was angeordnet ist", meinte eine der Teilnehmerinnen zu diesem in Plößberg neuen Beteiligungsansatz. Am Sonntag fiel der Startschuss für die Umsetzung der ersten Maßnahmen nach Fertigstellung des Integrierter Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (Isek). Zur Ortsentwicklung der kulturellen Mitte im Bereich von Turnhalle, Kultursaal und Rathaus gab es am Vormittag Informationen der Planer mit der Bitte an die Bürger, ihre Meinung zu sagen.

Bürgermeister Lothar Müller betonte, dass es der Gemeinde gelungen sei, im Wettbewerb um die Förderung aus dem Kommunalinvestitionsprogramm (Kip) den schon lange angedachten barrierefreien Eingang ins Rathaus zu finanzieren. Um Doppelbaustellen zu vermeiden, habe sich die Gemeinde auch darum bemüht, den Platz um den neuen Eingang zur Baumaßnahme einzubeziehen. Bei der Städtebauförderung an der Regierung der Oberpfalz sei man damit auf offene Ohren gestoßen.

Im Dialog mit den beauftragten Planern Ralph Stadter (RSP Architekten Bayreuth) und Klaus Zeitler (Sireg Rottenburg) wurde vereinbart, dass die zukünftigen Nutzer, also die Bürger, miteinbezogen werden. Bei einem Weißwurstfrühstücks wurden die Ergebnisse dann ausführlich diskutiert. Mit Hilfe von großen Schachteln wurde die neue Situation im Umfeld des Rathauses nachgebaut. Wie Klaus Zeitler unter anderem ausführte, ist der Start des barrierefreien Zugangs zum Rathaus der nächste Schritt. Wenn das Konzept fertig ist, sollen nähere Informationen folgen. Wichtiger Punkt in den Folgejahren ist nach Auskunft des Planers die weitere Ortsentwicklung, bei der Funktionen zu bündeln sind. Zu allem sollen die Plößberger "ihren Senf dazugeben". Ziel ist es, aus dem gesamten Areal eine neue kulturelle Mitte zu machen. Architekt Ralph Stadter erläuterte die unterschiedlichen Entwicklungs- und Planungsbereiche. Mit dem Kultursaal und dem neuen Außenbereich an der Schule gebe es nun vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten. Angesprochen wurden auch die notwendigen Parkplätze für den behindertengerechten Zugang, die entsprechende Platzumgestaltung und die Erhaltung des Platzes für die Fahrradausbildung der Kinder.

Aus den Reihen der Bürger kam auch die Frage nach dem Stand in Sachen Ortsumgehung, deren Beginn sich noch immer hinzieht. Angeblich wurde ein Fischotter gesichtet, was die Planungen verzögere. Dazu kam klar die Meinung: "Es kann doch nicht sein, dass so ein Untier mehr wert ist als über 500 Bürger, die täglich eine enorme Verkehrsbelastung ertragen müssen, die auf Dauer unzumutbar ist." Dass die Umgehung endlich kommen muss, war eine deutliche Forderung.

Bei dem Treffen sammelten die Verantwortlichen für die Ortsentwicklung eine Reihe von Anregungen und Hinweisen, beispielsweise die Berücksichtigung von Behindertenparkplätzen, die auch jungen Eltern zur Verfügung stehen und ausreichend Platz für Kinderwagen bieten. Infobereiche sollten im vorderen und rückwärtigen Umfeld des Rathauses entstehen und auch außerhalb der Öffnungszeiten zugänglich sein. Diese Ideen werden in die Pläne einbezogen. Den Abschluss dieser informativen Veranstaltung, an der alle mitgewirkt haben, bildete ein Weißwurstessen.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.