Albert Rupprecht informiert sich über Herausforderungen der Baumschulen
Der Preis allein macht’s nicht

Marius Tegethoff (Bund deutscher Baumschulen), Martin Kahl (Geschäftsleitung) und Albert Rupprecht (MdB) bei der Besprechung in Schnackenhof. Bild: hfz
Wirtschaft
Plößberg
15.12.2016
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Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Das trifft zumindest auf die Baumschule Kahl aus Schnackenhof zu. Diplom-Ingenieur Martin Kahl führt hier die Geschäfte in vierter Generation. Und redet der Politik ins Gewissen.

Schnackenhof. Der Betrieb wurde 1932 von Josef Kahl gegründet und dann jeweils von den Söhnen Ernst und Franz Kahl fortgeführt. Gemeinsam mit Marius Tegethoff, Bereichsleiter für Produktion und Qualitätssicherung beim Bund deutscher Baumschulen (BdB) in Berlin, sprach Martin Kahl mit MdB Albert Rupprecht über aktuelle Herausforderungen der Branche.

Für Martin Kahl ist die Devise klar: Qualität vor Quantität! "Wir stehen seit vier Generationen für die beste Qualität, davon lassen wir nicht ab." Auch wenn der Preisdruck vor allem bei öffentlichen Ausschreibungen immer höher wird, werden Kahls Bäume auch weiterhin direkt aus der Region kommen. "Das ist zwar etwas teurer, aber die Pflanzen aus unserer Heimat haben eine Top-Qualität. Wir werden unsere Bäume auch weiterhin direkt in der Region züchten", verspricht Kahl.

Wünschen würde er sich lediglich, dass dieser regionale Aspekt und damit einhergehende qualitative Unterschied auch bei öffentlichen Ausschreibungen berücksichtigt würde. Auch Albert Rupprecht stimmt zu: "Wenn unsere Kommunen Bepflanzungen ausschreiben, dann kann nicht nur der Preis im Vordergrund stehen." So ein Baum unterstütze nicht nur die regionale Wirtschaft, sondern muss auch keine Hunderte Kilometer auf dem Lastwagen zurücklegen", verdeutlicht Rupprecht. Vor Kurzem hat auch der Bund deutscher Baumschulen in seinem Verbandsorgan "Grün Online" die Thematik aufgegriffen.

Positive Erfahrungen

Eine weitere Herausforderung der Branche sind die schwindenden Fachkräfte. "Wir müssen den Beruf attraktiver gestalten, um mehr junge Leute für die Arbeit als Baumschulgärtner zu gewinnen", hebt Marius Tegethoff hervor. Noch finden sich zwar genug Fachkräfte, doch schon jetzt bleiben zu viele Ausbildungsstellen unbesetzt. Auch finden manche Betriebe keinen Nachfolger. Hier unterstützt der BdB ganz direkt: "Wir haben eine Unternehmensplattform gegründet, wo Betriebe gesucht und gefunden werden können. Die ersten Erfahrungen sind sehr positiv", unterstreicht Tegethoff. In Plößberg ist man auf solche Hilfen zum Glück nicht angewiesen. Geschäftsführer Martin Kahl verspricht: "Mir macht meine Arbeit riesigen Spaß. Solange die Gartenliebhaber unsere Arbeit schätzen, werden wir nicht müde!"

Wir müssen den Beruf attraktiver gestalten, um mehr junge Leute für die Arbeit als Baumschulgärtner zu gewinnen.Marius Tegethoff
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