13.03.2018 - 20:00 Uhr
Plößberg

Kreisversammlung des Katholischen Landvolks in Beidl In Shorts wie im Nachthemd

Die reiche Auswahl an Diapositiven, die Anton Witt aus seinem Aktenkoffer holt, garniert der Landvolk-Seelsorger mit gewohnt launischen Erläuterungen. Immer wieder werden die Magazine gewechselt.

Kreisvorsitzende Angelika Franz überreichte an Pfarrer Anton Witt als Dankeschön einen Zoigl-Gutschein und ein "Getränkemuster". Bild: wro
von Werner RoblProfil

Beidl. Der Mitterteicher Stadtpfarrer hatte das "Zuckerl" für die Kreisversammlung der Katholischen landvolk-Bewegung (KLB) mitgebracht. Dazu ins Pfarrheim Beidl eingeladen hatte die Schwarzenbacher Kreisvorsitzende Angelika Franz. "Ich hab eine Bilderauswahl vorbereitet", bat der Pfarrer zuvor die Mitglieder um Aufmerksamkeit und versprach, Fotos seiner Pilgerreisen zu zeigen.

Nicht müde wurde Pfarrer Witt in Erinnerungen zu kramen. Mitgebracht hatte er nicht nur Reiseeindrücke aus Flüe in der Schweiz. Witt entführte auch nach Israel und nach Jordanien und zeigte zudem Bilder früherer Fahrten in die biblischen Regionen um Jerusalem, Nazareth, Bethlehem und Jericho. Dort sei die Jungfrau Maria wohl regelmäßig gewesen, kommentierte er die Abbildung eines Brunnens in Marias Heimatort. Auf Jesu Spuren wandelte Witt hinauf auf einen Felsen, wo Jesus Petrus zum Nachfolger ernannt hatte. Witt, der auch Tel Aviv und Stätten am See Genezareth besucht hatte, ließ stimmungsvolle Eindrücke mehr als eine Stunde lang vorüber ziehen. Jordanien sei voller Eindrücke, wechselte er an der Grenze Israels ins Nachbarland. "Erkennt ihr den jungen Pfarrer?", fragte er, hielt inne und wies darauf hin, dass das eine oder andere Bild schon älteren Datums war. Das sei er selber, spaßte er über den jungen Mann, der im Toten Meer "vorüberschwebte".

Wortgewandte Einlagen

Die Kreisversammlung im Beidler Pfarrheim war aber nicht nur eine erzählte Tonbildschau voller Eindrücke. Immer wieder überraschte Witt auch mit kurzweiligen und wortgewandten Einlagen. In Jordanien dürfe man Soldaten fotografieren, man müsse nur die Vorgesetzten darum bitten. Mit Blick auf die Mentalität der Bevölkerung empfahl er: "Man muss sich in die Leute hineindenken und wissen, was sie empfinden."

Europäer in kurzen Hosen wirkten befremdlich, fuhr er fort. "Stellen Sie sich vor, es kommt ihnen bei Dunkelheit jemand im Nachthemd entgegen", merkte er an. "So in etwa wirken Shorts auf die Leute." Mit seinen Randbemerkungen sorgte Witt, der hin und wieder auch mit quer einsortierten Dias zu kämpfen hatte, stets für Lacher und Heiterkeit. "Kein Mensch geht bei hochsommerlichen Temperaturen auf einen Berg", erinnerte er auch an eine Begebenheit, die beim "gemieteten" Reiseführer für Kopfschütteln gesorgt hatte. "Wir erklommen die steile Anhöhe, er aber blieb unten und wartete, wie viele wieder zurückkommen", ergänzte Witt die Episode einer anstrengenden Wanderung bei sengender Hitze.

Viele Schüsseln

Schattenspendende Bäume seien halt sehr wichtig, kommentierte er die Weigerung des zwar freundlichen, aber doch recht eigenwilligen Reiseführers aus der Gegend am Jordan-Fluss, der partout nicht mit hinauf wollte. "Manche Häuser erinnern an angeschnittenes Geselchtes", beschrieb er manche der gezeigten Gebäude. Arabisch essen sei ein Traum, fügte er bei einer anderen Aufnahme hinzu. "Man hat viele Schüsseln vor sich stehen. Es ist echt schön", schwärmte er von den kulinarischen Köstlichkeiten. Terminabsprachen seien schwierig, kommentierte er eine weitere Eigenheit. Für seinen abendfüllenden Vortrag brauchte Witt kein schriftliches Konzept, die Erinnerungen an das, was er erlebt hatte, reichte, um zu fesseln.

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