Theatergruppe Hartmannshof begeistert ihr Publikum
Neurosige Zeiten vor vollem Haus

Die WG mit (v.links) Marianne, Willi, Hans, Desirée und Agnes
Kultur
Pommelsbrunn
22.03.2018
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Szenen aus der "Klapse" brachte die Theatergruppe Hartmannshof in der Verwechslungskomödie "Neurosige Zeiten" auf die Bühne und hielt dabei auch den Zuschauern der drei ausverkauften Aufführungen in der Sängerhalle einen Spiegel vor. Theaterchefin Birgit Schmalzl begrüßte sie in der "Psychiatrie Hartmannshof" und gab einen Vorgeschmack auf das Stück von Winnie Abel.

Das Bühnenbild zeigte das Aufenthaltszimmer einer psychiatrisch betreuten Wohngemeinschaft. Ein harmloser Plausch machte mit der zusammengewürfelten Gruppe von Leuten bekannt, die nicht ganz nach der Norm ticken. Die divenhafte Agnes, Tochter einer reichen Hoteliersfamilie, räkelt sich auf dem Sofa, der menschenscheue Willi frönt seinem Sauberkeitsfimmel, Marianne trällert die Heimatschnulzen ihres Stars, die manisch-depressive Desirée mäkelt an allem herum und der zwangsneurotische Hans zittert im Hintergrund.

Als die Nachricht eintrifft, dass die Mutter von Agnes ihre Tochter Villa besuchen möchte, bricht Hektik aus. Es gilt, ihr ein normales Leben vorzutäuschen. Dazu bekommt jeder seine Aufgabe: Hans wird Lebenspartner, Marianne Haushälterin, Desirée Freundin des Hauses und Willi Hausmeister. Das Chaos ist unvermeidlich und nimmt seinen Lauf.

Eine Tupperware-Verkäuferin verliert das Bewusstsein, wird für tot gehalten und auf dem Sofa zugedeckt. Erst Agnes kann den Irrtum klären. Von der Ohnmacht erwacht, erkämpft sich die Tupperfrau mit einem Messer die Flucht. Inzwischen ist die Mutter angekommen, wundert sich über das komische Personal und hält die Psychiaterin für eine Schwindlerin, die sie in einen Raum einsperrt. Dann taucht zur Freude von Marianne noch ihr Star auf. Nach einigen Szenen löst sich die Verwirrung in Wohlgefallen auf, als Agnes' Mutter zugibt, auch zu den Patienten zu zählen.

Besonders der schüchterne Hans mit seinen gestotterten Beiträgen avancierte zum Publikumsliebling. Doch auch alle anderen Schauspieler füllten ihre Rollen perfekt aus und bescherten einige genussvolle und erheiternde Stunden. Die Gruppe unter Regie von Armin Mertel erhielt bei der Vorstellung am Ende des Stücks brausenden Beifall.
1 Kommentar
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Heinz Rahm aus Weigendorf | 23.03.2018 | 17:20  
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