12.10.2017 - 20:00 Uhr
Pommelsbrunn Oberpfalz

Zufriedenheit in Heldmannsberg und Waizenfeld nach dem Neuordnungsverfahren "Alten Zustand will keiner mehr"

Heldmannsberg, Hofstetten, Mittelburg, Waizenfeld und Wüllersdorf zeigen ein neues Gesicht. Konturen gewann es in 20 Jahren, die Flurneuordnung und Dorferneuerung in Anspruch genommen haben.

Am Spielplatz in Heldmannsberg, einem der zahlreichen Projekte des Verfahrens, trafen sich (von links) Winfried Schiller, Werner Wolf, Gerhard Jörg, Norbert Reh, Norbert Dünkel, Erwin Bleisteiner, Jörg Fritsch und die beiden Geistlichen Roland Klein sowie Judith Felsner. Bild: hmd
von Autor HMDProfil

Heldmannsberg. Zur Feier des allseits als erfolgreich gelobten Projekts fanden sich Politiker und Bürger erst in der Kirche, dann im Festzelt und später im Gasthaus Zum Schottental zusammen.

Einleitend feierten die beiden Pfarrer Judith Felsner und Roland Klein einen ökumenischen Gottesdienst in der Kirche Mariä Himmelfahrt. Er orientierte sich am Thema der Flurneuordnung und ging auf die Bewahrung der Schöpfung ein. Danach trafen sich alle am Festzelt beim Feuerwehrhaus.

Ziemlich genau zur Halbzeit, nämlich 2007, sei er dem Verfahren als Gemeindevertreter beigetreten, erinnerte sich Bürgermeister Jörg Fritsch. Vor allem sei die Infrastruktur der Flur stark verbessert worden, was zu Erleichterungen und Ersparnissen für die Landwirtschaft geführt habe. Bauliche Maßnahmen verbesserten die Lebensqualität für die Menschen vor Ort sowie die touristische Attraktivität für Erholungssuchende.

Landtagsabgeordneter Norbert Dünkel erinnerte daran, dass ein halbes Leben in solch einem Verfahren stecken könne. Stellvertretend nannte er Erwin Bleisteiner, der viel Herzblut in dieses Projekt investiert habe. Kompromissbereitschaft war gefragt, weil es eben um Grund und Boden ging. Aber auch anfängliche Skeptiker wollten nun den alten Zustand nicht mehr haben.

Stellvertretender Landrat Norbert Reh meinte, dass "der schönste Landkreis im Nürnberger Land noch an Schönheit zugenommen hat". Über 300 Einzelmaßnahmen seien auch im Naturschutz gelaufen; alles habe gut funktioniert.

Auf die gute Gemeinschaft in den Ortschaften kam Werner Wolf, der Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Roth, zu sprechen. Als früheren Negativaspekt neben dem stark zersplitterten Flurbesitz nannte er auch die fehlende Anfahrtsmöglichkeit zu den Feldern.

Gerhard Jörg, Leiter des Amts für Ländliche Entwicklung Mittelfranken, skizzierte den chronologischen Ablauf des am 23. Mai 1997 eröffneten Verfahrens. Die Dorferneuerung laufe als Landesprogramm zur Verbesserung der Lebensqualität seit rund 40 Jahren. Die Nachfrage sei hoch. Rund 20 Hektar an Landschaftspflegeflächen seien beim Verfahren ausgewiesen worden, 30 Privateigentümer hätten einen wichtigen Beitrag zum Ortsbild geleistet.

Mehr als 28 000 Hand- und Spanndienststunden der Teilnehmer wollte der Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft, Winfried Schiller, nicht unerwähnt lassen. Er wies auch auf den Ausbau des Wegenetzes mit 1,9 Kilometer Gemeindeverbindungsstraßen und 7,7 Kilometer befestigten Wirtschaftswegen hin. Ein wichtiges Anliegen sei gewesen, die bestehenden Vegetationsstrukturen und neue landschaftspflegerische Anlagen zu einem Biotopverbundsystem zu vernetzen. Die Feldgeschworenen hätten bei der Neuverteilung der Grundstücke gut gearbeitet.

Kosten

Die Gesamtausgaben für die Flur beliefen sich nach den Worten des Landtagsabgeordneten Norbert Dünkel auf 1,684 Millionen Euro. Dazu flossen 1,434 Millionen Euro Zuschüsse, was einem Fördersatz von 85 Prozent entspricht. Die Eigenleistungen der Eigentümer hätten 157 000 Euro bei 93 000 Euro Kostenbeteiligung betragen. (hmd)

Der schönste Landkreis im Nürnberger Land hat an Schönheit noch zugenommen.Stellvertretender Landrat Norbert Reh

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