Kräuterexpertin gibt Tipps zum Räuchern
Duft in der Luft

Selbst pflücken, mischen und dann verbrennen: Expertin Adolfine Nitschke liebt Kräuter und verbreitet ihr Wissen mit Leidenschaft. Bild: dwi
Freizeit
Poppenricht
20.11.2017
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Bayerische ShamanenPflanzen zum Rufen der guten Geister - was in Vergessenheit geraten ist, wird wieder modern: das Räuchern. Adolfine Nitschke referierte über heimische Pflanzen, deren Besonderheit und warum der Brauch noch heute Seelen beschwingt.

Die zahlreichen Besucher des Vortrags der Kräuterführerin aus Vilseck, Adolfine Nitschke, machte viele neugierig und animierte zum Ausprobieren. Die Nase ins Gläschen halten und tief einatmen. Aber auch der Wohlgeruch, der sich dezent durch das Verkohlen im Raum ausbreitete, machte Lust auf mehr. Nitschke ging detailliert auf das wie, was und wo der Räucherkunde ein. Vor allem aber riet sie zum Selber-Ernten der Harze und Gewächse, denn viele Mischungen, die zum Kauf angeboten werden, seien mit Chemikalien versetzt. Außerdem sollten sich werdende Mütter vor dem Räuchern mit den Effekten mancher Pflanzen auseinandersetzen, denn sie können abortiv wirken.

Lebensrettend für Kranke

Zum ersten Mal wurde das Räuchern von heimischen Gewächsen bereits im 16. Jahrhundert im europäischen Raum dokumentiert, aber diese Art von Aromatherapie gibt es schon viel länger: Kräuter, Harze und Rinden zu verräuchern, gehört wohl zu den ältesten rituellen Praktiken, die von Schamanen, Druiden und Hexen dieser Welt schon immer angewendet wurden.

Die Kräuterexpertin erklärte., dass der Wacholderrauch keimtötend wirkt. "Schon immer wurden Krankenzimmer damit desinfiziert, was in früherer Zeit lebensrettend sein konnte." Beifuß könne negative Spannungen abbauen, die in Räumen mit hoher Wlan-Nutzung entstehen. "Salbei macht die Lunge frei und das Räuchern der Bartflechte wirkt schleimlösend."

Besonders hilfreich ist diese Information, wenn das erkältete Kleinkind keine Schluckmedizin mag. "Rosmarin hilft bei Trauer und führt gut durch den Winter-Blues."

Passend zur Jahreszeit wählte Nitschke die bevorstehenden Rauhnächte als Hauptthema. Verbunden mit vielen Legenden beginnen die Tage des Loslassens und der Neugierde auf Neues am 25. Dezember und enden mit der Segnung des Hauses und dem Besuch der Heiligen Drei Könige am 6. Januar.

"Unsere Ahnen nutzten diese wetterbedingte unheimliche Zeit, um mit dem Räuchern Böses zu vertreiben, Gutes herbeizurufen und nicht zuletzt das Traum-Orakel für das kommende Jahr zu befragen." Die Rauhnachtmischung bestehe aus der Bartflechte, dem Meisterwurz, Engelwurz, Holunder und Wachholder.

Beruhigender Duft

Aber auch heutzutage werde dieser Brauch der Räucherung immer wieder gern genutzt, um sich der Zeiten und ihren Veränderungen bewusst zu werden. "Der wohl am meisten geschätzte Aspekt ist aber immer noch der wunderbar beruhigende Duft, der durch das Haus zieht."
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