30.08.2014 - 00:00 Uhr
PoppenrichtOberpfalz

Jahrmarkt-Stimmung mit "Maxl", dem Spielebus des Landkreises Komm mit oder lauf weg

Zehn Minuten sind gerade mal um, da kullern die ersten Tränen. Sofort springt Lisa Fleischmann auf, geht zu dem Jungen und redet beruhigend auf ihn ein. Der Bub wollte wieder nach Hause. Der Grund dafür: Er fand seinen Button, den er soeben mit seinem Namen versehen und bemalt hatte, nicht mehr. Lisa Fleischmann kann ihn beruhigen, eine andere ehrenamtliche Mitarbeiterin des Spielebus-Teams nimmt ihn an der Hand und bietet an: "Komm, wir machen dir einen neuen Button."

von Kristina Sandig Kontakt Profil

An diesem Nachmittag mitten in den Sommerferien sind ziemlich viele Kinder in den Pausenhof der Schule gekommen. Kein Wunder, denn schließlich war "Maxl", der Spielebus des Landkreises, nach Poppenricht gerollt. Und er hatte einiges an Bord, viele tolle Ideen unter dem Motto "Maxl geht Jahrmarkt".

Erst mal Button prägen

"Es ist gar nicht so einfach, jedes Jahr wieder ein neues Thema zu finden", gesteht Lisa Fleischmann. Die Hahnbacherin studiert Soziale Arbeit in Würzburg und betreut in den Semesterferien ehrenamtlich dieses Projekt - fünf Wochen lang, von Montag bis Freitag, jeweils einen Nachmittag in jeder Landkreis-Gemeinde. "Ich wünsch' dir viel Spaß, bis später", sagt eine Mutter und drückt ihr Kind nochmals an sich, ehe sie den Pausenhof verlässt. Lisa Fleischmann und die drei Mitarbeiter, die sie heute unterstützen, teilen runde Papierkreise aus. Die Kinder dürfen sie bemalen und ihren Namen drauf schreiben - die Button-Prägemaschine erledigt den Rest.

Ammerthal hält Rekord

Lisa Fleischmann teilt die Kinder in zwei Gruppen ein, von fünf bis sieben und von acht bis elf Jahren. Heute sind verhältnismäßig viele Kinder zur Spieleaktion gekommen. Anfangs seien es immer nur so um die zehn gewesen. "Viele sind jetzt wieder aus dem Urlaub zurück", mutmaßt sie über die stattliche Anzahl derer, die kostenlos mit "Maxl" spielen wollen. Am wenigsten Kinder waren zum Auftakt nach Kümmersbruck gekommen. "Da waren es genau sieben", erzählt die Studentin lachend. "Vielleicht lag es daran, dass es der erste Ferientag war." Den Rekord hält bislang Ammerthal mit rund 40 Kindern. "An diese Zahl kommen wir heute auch hin", sagt sie und lässt ihren Blick über die vergnügte Rasselbande schweifen. "Wer von euch ist schon mal Achterbahn gefahren", will sie von den Kindern wissen. Ein paar Finger schnellen in die Höhe. "Das ist langweilig", sagt ein Junge. Ein anderer hingegen saß nach eigenem Bekunden in einer, die "100 km/h schnell war". Da müssen selbst die Betreuerinnen schmunzeln.

"Wir machen jetzt eine Action-Achterbahn", sagt Lisa Fleischmann zu den Mädchen und Buben und erklärt kurz das Spiel. Sie bilden eine Kette, fassen sich an Schultern oder Hüfte und derjenige, der am Kopf der Achterbahn ist, versucht, das Kind am Ende zu fassen. "Maxl" hat aber auch viele alte Spiele ("Stehbock, Freibock", "Mutter, Mutter, wie weit darf ich reisen" und "Ochs vorm Berg") im Gepäck, die die Kinder neu entdecken dürfen. Wann immer Lisa Fleischmann in die Runde fragt, ob dieses oder jenes Spiel bekannt sei, schnellen einige Finger in die Höhe - allen anderen, die es noch nicht ausprobiert hatten, erklären die Betreuerinnen den Ablauf.

Kaum haben die Kleinen mit "Komm mit, lauf weg" begonnen, kollidieren schon die ersten zwei, als sie den Kreis der anderen Kinder umrunden - hoppala, aber gottlob nix passiert. Und für den Fall, dass doch mal ein Kind stürzen sollte, haben die Betreuerinnen auch Piraten- und Prinzessinnen-Pflaster in einer der großen Materialboxen.

Hüpfen wie ein Frosch

Unfallfrei geht die Spielrunde weiter, selbst die Damen des "Maxl"-Teams müssen ran. Ein Kind tippt sie an, die Studentin saust los - und schafft es nicht, vor dem Jungen in die Lücke im Kreis reinzukommen. Die Kinder finden's spaßig! Bei "Stehbock, Freibock" dehnt die Gruppe der Kleinen den Aktionsradius auf den gesamten Pausenhof aus, die Jungs und Mädels sausen zwischen den Acht- bis Elfjährigen umher, die gerade "Wer hat Angst vorm schwarzen Mann" spielen. "Stopp, stopp, stopp", ruft Lisa Fleischmann. "Das Spielfeld geht nur bis hierher", sagt sie und grenzt mit ihren Armen die Fläche ein.

Die Größeren machen sich bereit, den Parcours zu absolvieren. In Gruppen kämpfen sie um Punkte - und damit um Holzchips. Die Kinder drehen das Glücksrad - je nach Zahl bekommen sie eine Aufgabe zugewiesen. Ein Junge hüpft wie ein Frosch, ein anderer schreit so laut er kann, ein dritter muss aufs Pedalo. Und selbst der kleine Junge, der zu Beginn geweint hatte, vergisst gänzlich, dass er eigentlich wieder nach Hause wollte ... Im Blickpunkt

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