01.09.2014 - 00:00 Uhr
PoppenrichtOberpfalz

Unfallverursacher stellt sich als Opfer dar - Polizei durchschaut ihn rasch Doch nicht schlau genug

Er wollte schlauer sein als die Polizei. Und natürlich auch schlauer, als es die Polizei erlaubt. Genau das aber ging für einen 49-jährigen Amberger in die Hose. Aus einem eher harmlosen Unfall wurde so der Vorwurf, eine Straftat vorgetäuscht zu haben.

von Markus Müller Kontakt Profil

Ausgangspunkt des Ganzen war am Freitag gegen 17.45 Uhr ein Unfall bei Speckshof. Ein Pkw, der aus Richtung der Ortschaft kam, bog in die Staatsstraße 2120 ein und missachtete dabei die Vorfahrt eines Audi, den ein 64-Jähriger aus Sulzbach-Rosenberg lenkte. Die beiden Autos stießen zusammen. Der Unfallverursacher hielt aber gar nicht an, sondern machte sich gleich in Richtung Ursulapoppenricht davon.

Als die Sulzbach-Rosenberger Polizei den Unfall aufnahm, verdichteten sich die Hinweise, dass der Unfallflüchtige in einem schwarzer Audi A6 unterwegs sein müsste. Und tatsächlich: Noch während der Fahndung meldete sich gegen 20 Uhr ein 49-Jähriger aus Amberg, der einen schwarzen Audi A6 fuhr und bei der Amberger Polizei nachträglich einen Verkehrsunfall melden wollte. Mit der Wahrheit nahm er es dabei allerdings nicht so genau. Er gab an, ein anderer Pkw sei ihm hinten draufgebrummt und dann geflüchtet.

Die Beamten ließen sich allerdings nicht hinters Licht führen. Sie vermuteten sofort eine Verbindung zu dem Unfall bei Speckshof und verständigten ihre Sulzbach-Rosenberger Kollegen. Tatsächlich handelte es sich beim Auto des 49-Jährigen um den gesuchten schwarzen Audi A6. Die Schäden daran stimmten mit dem Unfallhergang bei Speckshof überein und ein dort gefundenes Glasstück passte genau in die beschädigte Rücklicht-Abdeckung des Audi.

Verletzt wurde bei dem Unfall nach Polizeiangaben niemand, der Schaden an den beiden Autos beläuft sich auf rund 15 000 Euro. Auf den 49-Jährigen, der ein Geständnis ablegte, können durch das Ermittlungsverfahren wegen Verkehrsunfallflucht und Vortäuschens einer Straftat noch weitere Folgen zukommen.

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