Ausflug mit dem Rad: Unterwegs auf der "Freizeitsee-Runde" bei Schwarzenbach
In ruhigen Gewässern

Kultur
Pressath
02.06.2017
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Es muss nicht immer hügelig sein – auch wenn man sich im Oberpfälzer Hügelland auf das Fahrrad schwingt. Ein gutes Beispiel dafür ist die so genannte „Freizeitsee-Runde“ im westlichen Landkreis Neustadt an der Waldnaab, die Holger Stiegler für unsere Leser entdeckt hat.

Gut 25 Kilometer lang ist die Strecke zwischen Schwarzenbach, Pressath und Grafenwöhr, die sich ohne große Mühen bewältigen lässt: Der Rundweg – man folgt dabei der Beschilderung NEW 18 – ist perfekt ausgeschildert, es gilt kaum Höhenmeter zu bewältigen, große Teile der Strecke führen durch Waldgebiete, so dass sich die Runde auch bei hohen Temperaturen entspannt bewältigen lässt. Das Rennrad sollte dringend zu Hause gelassen werden, mit dem Trekking-Rad oder dem entsprechenden E-Bike steht einem „Radlgenuss“ nichts im Wege.

Idealer Ausgangspunkt für die familienfreundliche Tour ist Schwarzenbach – und zwar aus mehreren Gründen: In die Ortschaft kann man mit der Bahn gelangen, vom Ausstieg aus sind es knapp 200 Meter bis zu dem Punkt, wo der Fahrrad-Rundweg beginnt. Am dortigen „Radl-Point“, der direkt neben dem Friedhof liegt, können aber auch problemlos Autos abgestellt werden, zudem warten ein Unterstellhäuschen sowie Infokästen mit Wegbeschreibungen warten auf die Radler. Gut informiert kann von dort aus die Tour beginnen, die durch die Flussauen des Haidenaab-Tals und ausgedehnte Wälder zum großen Freizeitsee Dießfurt führt.

Hammerschloss als Fotomotiv

Die Tour verläuft zunächst auf dem Haidenaab-Radweg, bereits nach einigen hundert Metern wird die asphaltierte Straße verlassen und in einen Wald- und Feldweg eingebogen. Dieser bringt den Radfahrer ganz nahe an den Bach und führt ihn ins idyllisch gelegene und von viel Wasser umgebene Örtchen Dießfurt. Nicht nur das dortige stattliche Hammerschloss ist ein schönes Fotomotiv, auch viele liebevoll angelegte Gärten laden zum Schauen und Staunen ein. Weiter geht es in Richtung Bahngleis, bevor dieses überquert wird, geht der Weg linker Hand weiter und folgt dem Bahndamm. An den Feldweg schließt sich eine wenig befahrene Asphaltstraße an, die nach Pressath führt: Dort werden die Radler am Stadtrand von der beliebten Freizeitanlage „Kiesibeach“ empfangen – wer will, kann hier bereits den ersten Badestopp einlegen.

Nach der Durchquerung des Städtchens geht es – übrigens das einzige Mal während der Strecke - ein kleines Stück bergauf, um den Radweg entlang der Bundesstraße 470 zu erreichen. Darauf geht es aber nur einige hundert Meter entlang, denn anschließend wird die Bundesstraße überquert und der Radfahrer taucht ins ausgedehnte Wald- und Forstgebiet zwischen Pressath und Grafenwöhr ein. Den Weg säumen beispielsweise Feldkreuze wie die „Rote“ und „Grüne“ Marter, die unvermittelt auftauchen. Gelegentlich werden die schattigen Wälder von Kies- und Sandgruben unterbrochen, die aber immer mehr von der Natur zurückerobert werden. Die Wege befinden sich alle in gutem bis sehr gutem Zustand, was in Wäldern nicht immer eine Selbstverständlichkeit ist.

Gigantisches Wasserpanorama

Der Kiesabbau hat dem Rundweg unübersehbar seinen Stempel aufgedrückt, das macht das nächste Etappenziel deutlich nachdem der Wald verlassen würde: Es eröffnet sich ein ungleich größeres Kiesabbaugebiet mit dem Freizeitsee Dießfurt. Während im nördlichen Bereich noch Kies aus dem Grundwasser gebaggert wird, laden die südlichen Seen bereits zum erfrischenden Bad ein. Vom Damm in der Mitte des Areals offenbart sich dem Radler ein gigantisches Wasserpanorama, das man nur schweren Herzens wieder verlässt. Es lohnt sich aber: Der Radweg wendet sich wieder in den Wald und folgt dann dem Creußen-Radweg bis nach Bruckendorfgmünd, wo man der sich sanft hinschlängelnden Haidenaab wieder ganz nahe ist. Über ein idyllisches Brücklein wird der Bach an einer Stelle überquert, wo es sich nochmals lohnt abzusteigen und die Natur zu genießen. Passiert wird ein weiteres Areal mit kleineren Baggerseen bevor es wieder auf Waldwegen in Richtung Schwarzenbach geht.

Und auch auf diesem letzten Abschnitt der Rundstrecke wartet auf den Radler nochmals eine besondere Naturattraktion: Vorbei geht es am still im Wald liegenden Heiblweiher, wo man eigentlich schon wieder gerne absteigen würde, um das Panorama und die Ruhe zu genießen. Landschaftlich gesehen kommt dies dem „Himmel auf Erden“ schon ziemlich nahe. Die nächste Besiedelung auf der Strecke ist dann Pechhof, der Ort wird durchquert, die Bundesstraße überquert und dann sind es nur noch wenige Meter bis zum Radl-Point in Schwarzenbach.

Tipps zur Route

Gastronomie: Die Radtour lädt an vielen Stellen dazu ein, das eigene Picknick-Körbchen mitzunehmen, um individuelle Pausen zu machen. Nur jeweils wenige hundert Meter abseits der Runde laden aber auch zwei Gaststätten zur Rast ein: das Gasthaus Josephsthal mit gut bürgerlicher und mediterraner Küche an der Südspitze des Freizeitsees Dießfurt sowie der Landgasthof Kahrmühle bei Pressath, der am Radweg auch ausgeschildert ist.

Anfahrt: Der Bahnhof Schwarzenbach wird vom Unternehmen agilis (www.agilis.de) bedient, das die Verbindung zwischen Weidenberg und Weiden betreibt. Ein weiterer Bahnhof, der ebenfalls einen direkten Einstieg in die Strecke erlaubt, liegt in Pressath. Wer mit dem Auto aus Richtung Weiden kommt, folgt der B 470 in Richtung Eschenbach. Auf Höhe von Schwarzenbach wird die Bundesstraße rechter Hand verlassen. Der Radl-Point ist dann ausgeschildert. Anreisende aus Norden folgen ab Pressath ebenfalls der B 470, allerdings in Richtung Weiden.

Die Tour als Download (GPX)



1 Kommentar
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Christine Hiltl aus Sulzbach-Rosenberg | 15.07.2017 | 10:17  
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