13.10.2017 - 20:00 Uhr
PressathOberpfalz

Posaunenquartett der Münchner Sinfoniker zu Gast in Pressath Vier stilsichere Posaunen

Wann hört man schon ein Posaunenquartett? Ein derartiges Ensemble hatten die allermeisten Konzertbesucher im Pfarrsaal in Pressath noch nicht erlebt.

Andreas Oblasser, Birgit Oblasser, Claus Jäkel und Philipp Hasselt beeindruckten die Konzertbesucher im Pfarrsaal mit Musik für vier Posaunen. Bild: jzk
von Josef ZaglmannProfil

Dem Kulturkreis-Vorsitzenden Eckhard Bodner war es gelungen, das Posaunenquartett der Münchner Sinfoniker für ein außergewöhnliches Konzert zu gewinnen. Die Posaunisten Claus Jäkel, Philipp Hasselt und das Ehepaar Birgit und Andreas Oblasser beherrschen ihr Instrument perfekt und interpretierten die einzelnen Musikstücke stilsicher.

Sie boten ein attraktives Programm mit Blasmusik aus verschiedenen Epochen. Mühelos schafften sie die Übergänge von barocker Musik (Canzon von Samuel Scheidt, Tanzsuite von Paul Peuerl) zu Moderne und Jazzmusik. Fließend gestalteten sie die Grenzen zwischen U- und E-Musik. Die Moderationen erleichterten den Zuhörern das Verständnis der dargebotenen Stücke. Sehr reizvoll war bei den "Fünf Miniaturen" des deutschen Komponisten Gispert Näther die Gegenüberstellung von Renaissance-Musik und moderner Musik.

Von Jan Koetsier, dem langjährigen Dirigenten des Münchner Rundfunkorchester spielten sie das Grimmsche Märchen "Die Bremer Stadtmusikanten". Von Georg Philipp Telemann, dessen Todestag sich heuer zum 250. Mal jährt, spielten die Musiker das viersätzige Concerto a 4. Ursprünglich für vier Violinen komponiert, erklang es in Pressath in einer Bearbeitung für vier Posaunen.

Klanglich sehr reizvoll war "Myths and Legends" des US-amerikanischen Komponisten Eric Ewazen als musikalische Fantasiereise. Besonders der letzte Satz ("Allegro vivace") stellte höchste Anforderungen an jeden Instrumentalisten. Die chromatischen Fugato-Einsätze gelangen tadellos. "Round Midnight", vom Jazz-Musiker Thelonious Monk, ist eine der populärsten lyrischen Kompositionen des Modern Jazz. Spätestens hier spürten die Zuhörer, dass die Posaunisten kein lästiges Pflichtprogramm absolvierten, sondern ihre Musikstücke stets mit Freude und Engagement vortragen.

Mit einem Wiegenlied von Johannes Brahms ("Guten Abend, gut Nacht, mit Rosen bedacht") klang das abwechslungsreiche Konzert aus. Mit Blumen und einem Oberpfalz-Bildband bedankte sich Eckhard Bodner bei den vier Posaunisten.

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