09.08.2014 - 00:00 Uhr
PressathOberpfalz

Auch im Haidenaabtal sind die Tage vor Mariä Himmelfahrt die Zeit der Kräuter Ein Strauß für die Gottesmutter

von Autor ISProfil

Dieser Tage geht es wieder los. Vor Mariä Himmelfahrt treffen sich die Frauen der Pfarrgemeinde, um Kräuterbuschen zu binden. Am 15. August müssen sie fertig sein. Die Zahl der Kräuterarten in den Buschen ist dabei wichtig. Sie sollte religiöse Bedeutung haben: 9, 12, 15 oder 19 Kräuter kommen ins Gebinde. Die sieben Hauptkräuter sind Wermut, Kamille, Johanneskraut, Salbei, Königskerze, Spitzwegerich und Arnika. Eine Königskerze, auch Wetter- oder Muttergotteskerze genannt, sollte in der Mitte des Straußes stehen.

Am 15. August verkaufen die Frauen die Buschen dann vor dem Gottesdienst. Der Pfarrer weiht sie dann mit den Segensworten: "Lasset uns beten. Herr, unser Gott, du hast Maria über alle Geschöpfe erhoben und sie in den Himmel aufgenommen. An ihrem Fest danken wir dir für alle Wunder deiner Schöpfung. Durch die Heilkräuter und Blumen schenkst du uns Gesundheit und Freude. Segne diese Kräuter und Blumen. Sie erinnern uns an deine Herrlichkeit und an den Reichtum deines Lebens. Schenke uns auf die Fürsprache Mariens dein Heil. Lass uns zur ewigen Gemeinschaft mit dir gelangen und dereinst einstimmen in das Lob der ganzen Schöpfung, die dich preist durch deinen Sohn Jesus Christus in alle Ewigkeit. Amen."

Der Dank und die Bewunderung für die Schöpfung Gottes und das Erbitten der Fürsprache Mariens stehen im Vordergrund. Anschließend nehmen die Gläubigen die Sträuße mit nach Hause und hängen sie zum Trocknen mit den Blüten nach unten auf. Der übliche Platz war einst der Herrgottswinkel.

Seit etwa dem 10. Jahrhundert gibt es den Brauch der Kräuterweihe zu Mariä Himmelfahrt. Die Kräuter galten als Geschenk und Gabe Gottes erachtet. Die geweihten Kräuter, zusammengebunden im "Kräuterbuschen" oder "Würzwisch", bewahrten die Menschen im Haus und im Stall auf, um Krankheit und andere Katastrophen abzuwenden. Bei Gewittern warfen sie geweihte Kräuter ins Feuer, um Blitze und Unwetter abzuwehren, wenn das Vieh krank bekam es Kräuter ins Futter gemischt, kranke Menschen tranken Kräutertee.

Dass die Weihe auf den Marienfeiertag fällt, hat wohl mit der Reife der Kräuter und des Getreides zu tun. Maria galt außerdem schon in altchristlichen Gebeten als "Blume des Feldes und Lilie der Täler". Eine Legende besagt, dass "wundersamer Kräuterduft" ihr Grab erfüllt habe. Viele Pflanzen tragen ihren Namen: Mariendistel oder Marienblümchen.

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