Freizeit- und Erholungsanlage: Vorerst keinen Auftrag für Roland Pocher
Pflanzen machen Probleme

Lokales
Pressath
17.04.2013
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Die Freizeit- und Erholungsanlage bleibt Dauerthema im Stadtrat. In einer Sitzung beschloss das Gremium vorerst von einer Beauftragung Roland Pochers zur Verbesserung der Wasserqualität abzusehen, einen Raubfischbesatz durch den Fischereiverein zu fördern und zur schnellen und effektiven Umsetzung geeigneter Maßnahmen zur Algen- und Pflanzenreduzierung einen Runden Tisch zu bilden.

"Qualität halten"

Vertreter des Stadtrats hatten das Referenzobjekt für das "Plocher-System" in Gernsheim besichtigt. Wie Werner Walberer berichtete, hat die Stadt Gernsheim Plocher seit dem Jahr 2005 unter Vertrag und für dessen Maßnahmen rund 150 000 Euro investiert. Bei einer Vertragsverlängerung um weitere drei Jahre sei das bisherige Honorar um die Hälfte reduziert worden. "Aufgabe Plochers war die Verbesserung der Wasserqualität hin zu einem EU-Badegewässer. Diese Aufgabe wurde in einem Zeitraum von fünf Jahren erfüllt. Jetzt geht es darum, diese Qualität zu halten."

Das Gewässer in Gernsheim weist eine ähnliche Größe wie die Freizeit- und Erholungsanlage der Stadt Pressath auf, jedoch mit zehn Metern um drei Meter tiefer als die örtliche Anlage. Auch in Gernsheim existiere eine dichte Uferbepflanzung und bestehe das Problem des Pflanzenwachstums. Da es durch die Maßnahmen Plochers nicht reduziert wurde, müsse zweimal jährlich gemäht werden.
Einem vorliegenden Angebot Plochers erteilte Willi Neuser mit den Worten "Das Wasserwirtschaftsamt stellt bei Tätigwerden Plochers jegliche Mitarbeit ein" eine deutliche Absage. Er zeigte sich überzeugt, dass auch in Pressath ohne Mähen nichts geht. Nach kurzer Aussprache kam das Gremium zur Erkenntnis, dass in Pressath nicht die Wasserqualität verbessert werden muss - sie werde eingehalten - und dem Problem des übermäßigen Algen- und Pflanzenwachstums offensichtlich nicht mit dem System Plocher abgeholfen werden kann. Bisher beschlossene Maßnahmen sollen weiterverfolgt werden.

Dem Runden Tisch werden zwei Mitglieder einer jeden Stadtratsfraktion, jeweils ein Vertreter von Bauamt, Wasserwacht und Fischereiverein und je nach Bedarf Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes und ein Fischereifachmann angehören. Weiterhin beschloss der Stadtrat, im laufenden Jahr für geeignete Maßnahmen zur Reduzierung des Algen- und Pflanzenwachstums in der Erholungs- und Freizeitanlage 15 000 Euro auszugeben. Vorsorglich sind dazu im Haushaltsplan 20 000 Euro einzustellen. Über die Verwendung des Betrages soll im Einzelnen der Runde Tisch entscheiden, dessen Beschlüsse nur einstimmig gefasst werden können. Im Übrigen sei entsprechend der Geschäftsordnung für den Bauausschuss zu verfahren.

Runder Tisch entscheidet

Bei der Aussprache kamen aus dem Gremium Vorschläge zum weiteren Vorgehen wie zum Beispiel Beseitigung noch vorhandener Uferbäume einschließlich Wurzelstöcken, jährlich zweimaliges Mähen der Wasserpflanzen und Bekämpfen der Ursachen für die braune Masse am Seegrund. Seitens des Stadtrates bestanden keine Bedenken, wenn Roland Pocher die von ihm angebotene Betreuung der Testfläche kostenlos und unverbindlich übernimmt. Dies gelte jedoch nur dann, wenn dadurch andere Maßnahmen einschließlich der Mitarbeit des Wasserwirtschaftsamtes nicht gestört werden. Im Einzelnen habe der Runde Tisch über die Maßnahmen zu entscheiden.
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