06.09.2004 - 00:00 Uhr
PressathOberpfalz

Maria Langhammers Gemüsestand unvergessen - Glückwünsche zum 85.: Kleines Teil Stadtgeschichte

"Wer rastet, der rostet", sagt sich Maria Langhammer jeden Tag und spaziert trotz kleinerer und manchmal auch größerer Wehwehchen fleißig in der Ludwigstraße in Pressath auf und ab.

von Autor ISProfil

"Früher machte mir das gar nichts aus, aber ich merke jetzt doch, dass ich nicht mehr die Jüngste bin" sagt sie und denkt dabei auch an die Gymnastikgruppe des Roten Kreuzes und die wöchentlichen Übungsstunden, die sie jetzt nicht mehr besuchen kann.

Zeit zum Lesen

Aber sie ist sehr stolz darauf, dass sie ihren Haushalt noch selbst erledigen kann und "jetzt habe ich Zeit zum Lesen", meint sie zufrieden. Bücher über die Natur und ihre sudetendeutsche Heimat sind die Lieblingslektüre. Aber auch am Tagesgeschehen nimmt sie noch rege Anteil und die Tageszeitung wird nach dem Frühstück von vorne bis hinten gelesen. Am Freitag konnte Maria Langhammer 85. Geburtstag feiern. Schon am Vormittag hatten sich zahlreiche Gratulanten eingefunden, um die besten Glückwünsche zu überbringen. Für den Mütterverein war Babette Reis gekommen, und die Grüße der Pfarrei überbrachte Stadtpfarrer Ludwig Bock.

Jahrzehntelange Treue

Namens der Stadt Pressath überbrachte Bürgermeister Anton Gareis die Glückwünsche, die Sudetendeutsche Landsmannschaft war vertreten durch Ortsobmann Walter Kumpf und Seniorenbetreuerin Elisabeth Lobenstein. Beide bedankten sich bei der Jubilarin für die jahrzehntelange Treue zum Verband.

Maria Langhammer kam am 3. September 1919 in Grulich im Ostsudetenland zur Welt. Dort besuchte sie auch die Volksschule und anschließend die einjährige tschechische Bürgerschule. "Danach war ich Kindermädchen bei meinem Schullehrer und anschließend Dienstmädchen". 1938, als sie 19 Jahre alt war, heiratete sie den Bildhauer Max Langhammer. Aus dieser Ehe gingen fünf Kinder hervor. Zur Familie gehören heute noch sechs Enkel und vier Urenkel.

Die Familie Langhammer musste wie viele andere Sudetendeutsche nach dem Zweiten Weltkrieg die angestammte Heimat verlassen. Zunächst ging es nach Schlesien und dann ins Lager nach Friedland. Ehemann Max führten die Kriegswirren nach Pressath. 1946 kam die Familie hier wieder zusammen.

Beide gründeten eine neue Existenz und der Namen Langhammer ist seitdem mit dem Namen der Stadt Pressath eng verbunden. Max Langhammer hat viele Kunstwerke geschaffen und Sohn Helmut führt diese Tradition fort.

Stadtbild geprägt

Maria Langhammer selbst war von 1949 bis 1978, also fast 30 Jahre lang, aus dem Stadtbild von Pressath nicht wegzudenken. Ihr Obst- und Gemüsestand an der Einmündung der Bahnhofstraße in die Bachstraße war über Jahre hinweg ein Anziehungspunkt für die Pressather Hausfrauen.

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