18.08.2014 - 00:00 Uhr
PressathOberpfalz

Pfarrer Josef Gebhardt wird in Pressath zur letzten Ruhe gebettet - Rückblick voll Dankbarkeit "Seelsorger mit Herz"

Inmitten eines bunten Blumen- und Kräuterarrangements grüßt vor dem Altarraum der Stadtpfarrkirche Sankt Georg in Pressath die Mutter Gottes die Gläubigen. Fürsorglich und mit einem milden Lächeln betrachtet Maria den kleinen Jesus auf dem Arm. Nur ein paar Schritte entfernt blickt auf einem Foto in Großformat ein verschmitzt lächelnder Pfarrer Josef Gebhardt zur himmlischen Frau hinüber.

Er war ein Seelsorger im wörtlichen Sinne, ein auf Dialog bedachter Priester, der zuhören konnte, ein großer Baumeister und ein Mensch mit viel Humor: Bischöflich Geistlicher Rat Josef Gebhardt. Bilder: do (4)
von Robert DotzauerProfil

Umrahmt ist das Bild vom Weihekelch, der Hostienschale, der brennenden Jubiläumskerze zum Goldenen Priesterjubiläums und der Heiligen Schrift. Die Szene wirkt dem Spruch auf dem Sterbebild nachempfunden: "Dein Kreuz, o Herr, das ist der Baum des Lebens", als wolle er der heiligen Maria und ihrem Sohn zurufen: "Nach einem langen irdischen Dienen mit vielen Kreuzen bin ich auf einem langen Weg zu euch." Der irdische Weg ist für Pfarrer Josef Gebhardt am Dienstag, 12. August, zu Ende gegangen.

Mit großer Freude plant der gebürtige Pressather im Juni sein 50. Priesterjubiläum. Doch er kann wegen einer schweren Krankheit nicht mehr im Kreise der Gläubigen am Festgottesdienst in der Nikolauskirche in Etzenricht teilnehmen. 79-jährig verstirbt der Bischöflich Geistliche Rat nach kurzem Leiden in seiner Heimatstadt Pressath. Dem Seelsorger ist es nicht mehr vergönnt, den Ruhestand zum 31. August 2014 zu erleben. Auch ein Festakt zur feierlichen Übergabe der Ehrenbürger-Urkunde der Gemeinde Etzenricht muss unterbleiben.

Doch mehr als alle Auszeichnungen, zu der auch die Bürgermedaille in Gold der Stadt Schnaittenbach gehört, wiegt am Samstag die Zuneigung der Menschen. 32 Mitbrüder, unter ihnen Weihbischof Reinhard Pappenberger, elf Fahnenabordnungen aus den Wirkungsorten des Geistlichen, Ortsverbände der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB), deren stellvertretender Diözesanpräses Josef Gebhardt von 1986 bis 2007 war, Mitglieder der Evangelischen Kirchengemeinde Etzenricht, Vertreter der politischen Gemeinden aus Etzenricht, der Partnergemeinde Algund in Südtirol und aus Schnaittenbach und Hahnbach nehmen in einem bewegenden Trauergottesdienst Abschied von einem großen Seelsorger im wahrsten Sinne des Wortes.

Förderer der Ökumene

Weihbischof Reinhard Pappenberger dankt im Namen der Diözese mit den Worten: "Wenn wir zurückschauen, merken wir erst, was wir an Pfarrer Josef Gebhardt gehabt haben." In der Predigt und in den Traueransprachen ist die Rede von einem dialogbereiten Priester, einem Förderer der Ökumene, einem klugen Mittler zwischen Kommunalpolitik und Kirche und zwischen Jung und Alt, einem lebensfrohen Menschen mit Humor, einem Priester mit Herz eben.

Den Wunsch des Verstorbenen achtend, fassen nur zwei Trauerredner das Lebenswerk zusammen. Josef Weidensteiner, Sprecher des Etzenrichter Pfarrgemeinderates, dankt für das segensreiche Wirken in den Pfarreien Etzenricht und Schnaittenbach, erinnert an die vielen baulichen Aktivitäten und würdigt Gebhardt als wahren Seelsorger und Förderer der Ökumene. Bürgermeister Martin Schregelmann nimmt nach dem Gottesdienst auch im Namen seiner Kollegen aus Schnaittenbach und Algund Abschied von einem Menschen, weltoffen und auf Ausgleich bedacht. "Die politischen Gemeinden haben Pfarrer Josef Gebhardt viel zu verdanken", erklärt das Etzenrichter Gemeindeoberhaupt. Schregelmann zitiert Albert Schweitzer: "Was ein Mensch an Gutem in die Welt hinaus gibt, geht nie verloren." Der Bürgermeister schließt mit dem Versprechen: "Pfarrer Josef Gebhardt wird in diesem Sinne in den Herzen der Menschen weiterleben."

Im Namen der Angehörigen dankt Neffe Wolfgang Benkhardt der Trauergemeinde für die Anteilnahme. "Pfarrer Josef Gebhardt hat als Priester des Dialogs die Frohbotschaft gelebt. Wer ihn begleitete, den begleitete die Freude", lautet seine Erkenntnis. Im Friedhof geben Angehörige, Mitbrüder und viele weitere Trauergäste dem Träger der renommierten Marcel-Callo-Medaille der KAB das letzte Geleit. Die Beerdigung selbst vollzieht der Pressather Ortspfarrer Edmund Prechtl. Mit bewegender Trauermusik nehmen auch die Trachtenkapelle Schnaittenbach und die Blaskapelle Etzenricht Abschied von einem großen Seelsorger.

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