28.04.2011 - 00:00 Uhr
PressathOberpfalz

Pressather Stamm vier Tage in Gößenreuth - Nach Ärger zurückgebracht Anzeige gegen Maibaumdiebe

Schützenswertes Brauchtum oder dreister Diebstahl? Regelmäßig entzündet sich die Frage an einem verschwundenen Maibaum. In diesem Jahr war es in Pressath so, von wo der Baum in der Nacht zum Karsamstag Richtung Gößenreuth verschwand. Nach einer Anzeige und einer polizeilichen Suche ist der Baum seit Dienstagabend zurück in Pressath.

von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Für Rudolf Deglmann ist der Fall damit abgeschlossen, er möchte nichts dazu sagen, schließlich habe ihm die Aktion "das ganze Osterfest versaut". Der Vorsitzende der Feuerwehr und seine Truppe haben die Organisation des Maifestes übernommen. Dazu zählt auch, den Maibaum zu beschaffen.

Auch wenn der Baum wieder heil zurück ist, verziehen hat Deglmann den Dieben die Aktion nicht. "Das hat mit Tradition nichts zu tun", zürnt er. Schließlich wurde der Maibaum früher nur in der Walpurgisnacht gestohlen.

Kein Verständnis

Kein Verständnis für diese Sicht hat dagegen ein Gößenreuther, dessen Sohn an der Nacht- und Nebelaktion beteiligt war. "Die Pressather verstehen keinen Spaß", sagt der Mann, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Seiner Meinung nach gehören solche Streiche sehr wohl zur Tradition rund um den ersten Mai. "Die Leute haben schließlich keinen Schaden angerichtet."

Im Gegenteil: In Pressath sei der Baum unbewacht und frei zugänglich auf einem Grundstück neben dem Bauhof gelegen. In Gößenreuth lag die 22 Meter lange Fichte dagegen in einem verschlossenen Fahrsilo. "Die Leute wollten nicht, dass jemand den Baum zersägt oder anders Schaden anrichtet", sagt er. Den ganzen Samstag habe die Gruppe versucht, in Pressath den richtigen Ansprechpartner wegen der Auslöseverhandlungen ans Telefon zu bekommen, vergeblich. Am frühen Sonntagmorgen sei dann die Polizei im Dorf gewesen, um den Baum zu suchen - ebenfalls vergeblich.
Der Besuch der Polizei und ein anschließendes Gespräch mit Pressaths Bürgermeister Konrad Merkl habe die Gruppe aber dann dazu bewegt, den Baum zurückzubringen. "Anders, als vom Bürgermeister versprochen, gab es aber keine Brotzeit", klagt der Gößenreuther Augenzeuge.

Staatsanwalt entscheidet

Ganz abgeschlossen ist der Fall noch nicht. Über die laufende Diebstahlsanzeige muss die Staatsanwaltschaft entscheiden, verrät Franz Tschauner. "Vermutlich wird sie aber eingestellt, schließlich ist kein Schaden entstanden", sagt der Polizeibeamte von der Eschenbacher Inspektion. Tschauner hat Erfahrung in solchen Fragen, schließlich beschäftigen solche Fälle die Polizei regelmäßig. "Wir hätten bestimmt Besseres zu tun."

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