21.09.2004 - 00:00 Uhr
PressathOberpfalz

Singen und Autofahren bereiten der 99-jährigen Barbara Fees viel Freude: Sie will es immer lustig haben

von Autor ISProfil

Begonnen hat der Sonntag für Barbara Fees mit einem Sektfrühstück, das ihr die Pflegerinnen der Station "Ost I" und die Leitung des Altenheimes St. Josef hergerichtet hatten. Grund für dieses besondere Frühstück war der 99. Geburtstag, den die agile Seniorin feierte.

"Gehm ma in d' Stood"

Sichtbares Zeichen des Jubeltages waren 99 Teelichter, die im Aufenthaltsraum brannten. Während des gesamten Tages riss die Schlange der Gratulanten nicht ab. Für die Pfarrei St. Georg machte Pfarrer Ludwig Bock seine Aufwartung. Er freue sich immer, wenn er in den Gängen des Heimes die Jubilarin trifft, die ihn dann immer auffordere: "Geh Herr Pfarrer, gehm ma a wengerl in d' Stood mitanander."

Die Grüße der Stadt überbrachte Bürgermeister Anton Gareis, der hoffte, dass Fees in genau 365 Tagen ihren 100. Geburtstag begehen kann. Das Stadtoberhaupt erinnerte an den diesjährigen Fasching, als Barbara Fees in seinem Büro auftauchte, um ihm die Krawatte abzuschneiden. Das Heimpersonal gehörte ebenfalls zu den Gratulanten.

Mit ihren Liedern und mit ihrem verschmitzten Humor ist Barbara Fees im Heim ein Garant für gute Stimmung und für Zufriedenheit. Besonders angetan haben es ihr die Benutzer der "Raucherecke" in der Cafeteria, denn dort ist es nach ihren Angaben "am lustigsten".

"Stille Nacht" im Sommer

Und lustig will es die Jubilarin immer haben. "Wo man singt, da lass dich ruhig nieder", ist ihr Schlagwort. Immer wieder stimmt sie ein Lied an, und es kann schon passieren, dass sie mitten im Hochsommer einfach einmal "Stille Nacht" mit ihrer hellen, klaren Stimme singt. "Wenn die Frau Fees nicht singt, ist sie krank", sagt das Personal. Und die Angestellten können sich nicht erinnern, dass Fees einmal nicht gesungen hätte. Gerne trinkt sie auch einen kleinen Schnaps. Dafür lässt sie sich auch gerne einmal nach Tschechien fahren, um dort eine Flache Hochprozentigen zu kaufen. Autofahren ist übrigens ihr liebstes Hobby. Vor drei Jahren war sie an ihrem Geburtstag zusammen mit ihrer Tochter Maria in Berchtesgaden. "Da war es schön", sagt sie in Erinnerung an die lange Autostrecke und die Seilbahnfahrt auf den Jenner.

Erst zwei Jahre im Heim

Das Licht der Welt erblickte Barbara Fees, geborene Bocker, am 19. September 1905 in Riggau. Wird sie gefragt, was sie nach dem Besuch der Volksschule in Pressath gemacht hat, sagt sie: "Oarbern hobi halt meain daham." Kurzzeitig war sie auch in Stuttgart in Stellung.

1931 heiratete sie den Feilersdorfer Max Fees. Aus dieser Ehe gingen die Zwillingstöchter Klothilde und Maria hervor. Zur Familie gehören heute außerdem vier Enkel und sechs Urenkel. Ehemann Max, der in Pressath als Kohlenhändler arbeitete, starb im Februar 1986. Bis vor zwei Jahren bewohnte Barbara Fees noch ihre Wohnung in Weihersberg, wo sie auch noch ihren Garten selbst besorgte. Im Altenheim in Pressath fühlt sie sich sichtlich wohl. Dass sie geistig noch rege ist, bewies sie am Geburtstagsnachmittag, als sie in ellenlanges Gedicht aus ihrer Jugend über die "Ahnfrau, Großmutter, Mutter und das Kind" fast fehlerfrei vortrug.

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