20.09.2004 - 00:00 Uhr
PressathOberpfalz

Stadt verdoppelt die Steuer - Ermäßigung nur in Orten mit weniger als 30 Einwohnern: Hundehaltung wird teurer

von Autor ISProfil

Hundebesitzer werden ab dem kommenden Jahr kräftig zur Kasse gebeten. Nach einer längeren Debatte beschloss der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung mit elf zu sechs Stimmen, die Hundesteuer von bisher 20 Euro auf 40 Euro zu verdoppeln. Besitzer von Kampfhunden müssen noch mehr zahlen: Sie müssen künftig pro Tier 250 Euro an die Stadt überweisen.

Die Steuerermäßigung von 50 Prozent für Hundehalter in Ortschaften und Weilern mit weniger als 300 Einwohnern wurde ebenfalls geändert: Die Räte legten die Einwohnerschwelle für die 50-prozentige Ermäßigung auf 30 fest.

"Sicherheitsgefühl"

Der Entscheidung vorausgegangen war eine lange Aussprache. Dabei wurde vor allem über die Problematik der Steuerermäßigung diskutiert. Gegen eine generelle Streichung der dieser Vergünstigung sprachen sich vor allem Albert Butscher und Willi Neuser aus. "Hunde sind in Weilern und Einödhöfen ein Teil des Sicherheitsgefühls", argumentierte Butscher. Allerdings, so die Meinung des gesamten Gremiums, seien Dörfer mit knapp 300 Einwohnern keine Weiler mehr. Die Verwaltung hatte angemerkt, dass nach der bisherigen Regelung alle Dörfer mit Ausnahme von Dießfurt als Weiler zu betrachten seien.

Reinhard Seidler schlug vor, die Steuer nicht auf 40, sondern nur auf 30 Euro zu erhöhen, dann aber die Ermäßigung generell zu streichen. Diese Anregung aber fand keine Unterstützung. Insgesamt war die Höhe der neuen Hundesteuer wenig umstritten. Willi Neuser meinte, dass die tatsächliche Situation bewertet werden müsse und die "Frage der Wertigkeit" gestellt werden solle. "Die vorgelegten Zahlen belegen, dass es in Pressath fast mehr Hunde gibt als Kinder, und das sollte uns zu denken geben", sagte er.

Heftig debattiert wurde auch über die Einführung einer erhöhten Steuer für so genannte Kampfhunde. In der Satzung wird der Begriff folgendermaßen definiert: "Kampfhunde sind Hunde, bei denen auf Grund rassespezifischer Merkmale, Zucht und Ausbildung von einer gesteigerten Aggressivität und Gefährlichkeit gegenüber Menschen und Tieren auszugehen ist." Eine Steuerermäßigung für diese Tiere haben die Stadträte ausgeschlossen.

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