18.05.2004 - 00:00 Uhr
PressathOberpfalz

Stadtrat gibt grünes Licht für US-Ansiedlung auf dem Burstein-Gelände: Jetzt ohne Einzelhäuser

Der Bebauungsplan "Am Hinterberggraben" hat im Stadtrat eine weitere Hürde genommen. In der jüngsten Sitzung stellte das Gremium die Weichen für die Errichtung von Wohngebäuden für Angehörige der US-Armee auf dem Firmengelände "Burstein".

von Autor ISProfil

Bürgermeister Anton Gareis verlas zu Beginn der Debatte ein Schreiben von Kirchenpfleger Anton Murr, der darin über ein Gespräch der Investoren mit einem Vertreter der Bischöflichen Finanzkammer sowie Stadtpfarrer Ludwig Bock und ihm als Kirchenpfleger berichtet. Der Grundstückseigentümer, die Pfarrpfründestiftung signalisierte bei dem Treffen, dem Vorhaben der Investoren grundsätzlich zuzustimmen. Voraussichtlich werde ein Gesamtvertrag geschlossen, zitierte Gareis das Schreiben.

Der neu vorgelegte Bebauungsplan sieht gegenüber dem ersten Entwurf keine Einzelhäuser mehr vor. Außerdem sei auf dem Gelände ein Kinderspielplatz geplant. Diese Maßgabe rief bei den Stadträten einige Verwunderung hervor, denn in unmittelbarer Nähe der neuen Siedlung existiert bereits ein Kinderspielplatz, der auch von den Buben und Mädchen aus der US-Siedlung genutzt werden könnte. "Ein gemeinsamer Kinderspielplatz würde sicherlich zur Integration beitragen", sagten einige Stadträte. Falls die US-Armee auf einem eigenen beharrt, soll das akzeptiert werden.

Zentrales Heizkraftwerk

Neu ist auch ein zentrales "Heizkraftwerk", das mit Gas betrieben werden soll. In der Diskussion rief Konrad Merkl nochmals die enge Zufahrt zur Siedlung in Erinnerung. "Hier muss etwas gemacht werden", forderte er. Bürgermeister Gareis verwies auf die Engstelle zwischen den Anwesen Dilling und Heidenblut. Er meinte aber, dass im weiteren Verlauf der Straße eine Verbreiterung sicherlich möglich sei. Erste Gespräche mit der Pfründestiftung als Eigentümer beziehungsweise dem Kirchenpfleger seien bereits geführt worden. Die Stadt wolle die Zufahrt durch den Investor im Rahmen eines Durchführungsvertrages ausbauen lassen, sagte Gareis.

Befürchtungen eines anwesenden Anliegers der Pullingstraße, dass eine Zufahrt über die Wollauer Straße und dann entlang der Siedlung angestrebt sei, konnte Gareis mit dem Hinweis auf den Fortbestand des Feld- und Waldweges entkräften. Nur bedingt Zustimmung fand der "Rahmenbetriebsplan für die Gewinnung von Quarzsand im Nassabbau zwischen Dießfurt und Josefsthal". Oberamtsrat Bruno Münster hatte den Planfeststellungsbeschluss durchgearbeitet und darauf hingewiesen, dass entgegen der ursprünglichen Pläne die Abbaureihenfolge geändert wurde. Damit solle sich jedoch die Stadt, so Münster, nicht einverstanden erklären.

Details für Quarzabbau

Bisher sah die Planung vor, zunächst einen Teil bei Josefsthal auszubeuten und dann die Abbaufläche in Richtung Dießfurt zu verlagern. Später sei dann ein weiterer Abbau in der Nähe von Josefsthal vorgesehen, ehe dann letztendlich der See mit einer Ausbaggerung in Richtung Pechhof fertiggestellt wird. Außerdem beinhaltet der Plan neuerdings einen Damm in Nord-Süd-Richtung, der ein späteres Gebiet für die Folgenutzung "Natur" von der großen Wasserfläche abschirme. Vor einer Zustimmung wollte der Stadtrat jedoch detailliertere Auskünfte. "Wir behalten uns eine Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss vor", beschloss das Gremium einstimmig. Bürgermeister Gareis wurde ermächtigt, diese zu erheben, falls ein Gespräch mit den zuständigen Stellen die offenen Fragen nicht beantwortet.

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