15.05.2004 - 00:00 Uhr
PressathOberpfalz

Studie über Effizienz liegt dem Stadtrat vor - Nur Kapitalkosten liegen über dem Durchschnitt: Gutes Ergebnis für das Wasserwerk

Im Großen und Ganzen zufrieden mit den Ergebnissen einer Effizienz- und Qualitätsuntersuchung der Wasserversorgung zeigte sich in der jüngsten Stadtratssitzung Bürgermeister Anton Gareis. Er stellte den Bericht, der vom Nürnberger Büro Rödl & Partner in Nürnberg erarbeitet worden ist, dem Gremium vor.

von Autor ISProfil

Der Bürgermeister erinnerte an die Ausgangslage. Im 2000 war die Diskussion um Vor- und Nachteile einer Privatisierung der Wasserversorgung in vollem Gange. Damals wurde die Frage gestellt, ob eine kommunale Wasserversorgung wirklich mit der notwendigen Effizienz wahrgenommen werden kann. An der dann folgenden Untersuchung beteiligten sich fast 100 Wasserwerke in Bayern. Jetzt ist die Frage eindeutig beantwortet, sagte Gareis. Denn die dezentralen Wasserversorger arbeiteten gut, und hinsichtlich der Wasserqualität und der Quantität sogar sehr gut, bewies die Studie. Dies treffe auch auf Pressath zu. Vor allem in Bezug auf Qualität und Nachhaltigkeit sowie bei Wartungen und Inspektionen habe das Wasserwerk einen guten Platz erreicht.

Gareis führte die vergleichsweise wenigen Schadensfälle im Vergleich zu anderen Gemeinden auf die Investitionen in den vergangenen Jahren zurück. "Wir haben zum Teil ein neues Leitungsnetz, einen neuen Brunnen und eine neue Aufbereitungsanlage", meinte Gareis zufrieden. Auch im Hinblick auf die Nachhaltigkeit würden die Vorschriften zu 100 Prozent erfüllt. Im Vergleich zu Anlagen der gleichen Größenordnung sei der "Tabellenplatz" aber sehr schlecht. Der Grund: Es fehlt ein zweiter Tiefbrunnen. Die Voraussetzungen für dessen Bau seien aber bereits vorhanden. Mit benachbarten Versorgungsunternehmen müssten allerdings noch Verhandlungen geführt werden, um unter Umständen Synergieeffekte nutzen zu können.

21 Cent teurer

Nicht optimal schnitt Pressath auch beim Vergleich der Gesamtausgaben ab. Bei den "laufenden Kosten" werde der Durchschnitt nur um sieben Cent überschritten. Bei den Kapitalkosten liege das örtliche Wasserwerk aber deutlich darüber. Die Kluft zwischen durchschnittlich 58 Cent pro Kubikmeter Wasser und von 79 Cent in Pressath sei mit 21 Cent schon sehr erheblich. Gareis führte dies auf die Entscheidung des Stadtrates zurück, die Erneuerung der Wasserversorgung in den 90er Jahren nur zu 50 Prozent über eine Ergänzungsabgabe zu finanzieren. Die restlichen 50 Prozent müssen über die Verbrauchsgebühr bezahlt werden, sagte Gareis.

Die Effizienz könne in einigen Bereichen durchaus noch gesteigert werden, stellten die Gutachter fest. Vor allem das regelmäßige Auswechseln der Wasserzähler böte noch Einsparungspotential. "Man sollte sich Gedanken darüber machen, ob man derartige Arbeiten nicht fremd vergibt", meinte Gareis. "Wir sind mit unserer Wasserversorgung auf einem guten Weg, was aber nicht bedeutet, dass wir die Hände in den Schoß legen dürfen.", meinte Gareis abschließend.

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