Bilanz nach eineinhalb Jahren Energiemanagement
Mehr Einsparungen möglich

Auf Energieeinsparungspotenzial in den städtischen Gebäuden wies "Energiecoach" Matthias Rösch den Stadtrat hin. Bild: bjp
Politik
Pressath
15.12.2016
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Sanierungen sowie Personalschulungen haben den Energiekonsum in Rathaus und Schule auf ein passables Niveau gebracht: So lautete das Fazit, das Ingenieur Matthias Rösch in der Dezember-Stadtratssitzung nach den ersten gut anderthalb Jahren "kommunalen Energiemanagements" zog.

Gleichwohl sieht der Leiter des Weidener "Energietechnologischen Zentrums", das als regionale Energieagentur das von der Staatsregierung geförderte dreijährige "Energiecoaching" in Weiden und den Kreisen Neustadt und Tirschenreuth übernimmt, noch Nachbesserungspotenzial. Insbesondere die veraltete Stadthalle sollte einer energetischen Generalsanierung unterzogen werden. Als Mindestmaßnahme schlug der Referent die Dämmung der Heizungsrohre vor. Auch in der erst 2009 eingeweihten Turnhalle gebe es mit dem elektrischen Warmwasserboiler eine Anlage, die unnötig viel Elektrizität verbrauche: "Vor allem im Winter könnte die Warmwasseraufbereitung mit der Heizungsanlage gekoppelt werden."

Im Rathaus sollte die Wärmedämmung der obersten Geschossdecke vervollständigt und im Schulhaus überlegt werden, ob der fast 20 Jahre alte Gas-Niedertemperatur-Kessel stillgelegt werden könnte. Zudem seien in beiden Häusern die Isolierung noch ungedämmter Heizungsrohre, der Ersatz der letzten "Stromfresser"-Lampen durch LED-Leuchtelemente und ein aus staatlichen Förderprogrammen bezuschusster Austausch der veralteten Heizungs-Umwälzpumpen ratsam. Für alle städtischen Gebäude empfahl Matthias Rösch den Erwerb eines Energiemanagement-Computerprogram-ms und eine Dokumentation aller Verbrauchsdaten, um weitere Einspar-Optionen zu erkennen.

Gute Nachrichten kamen aus Regensburg: Die Regierung der Oberpfalz hat laut Bürgermeister Werner Walberer die Förderfähigkeit des Ausbaus der Gemeindeverbindungsstraße nach Pfaffenreuth bestätigt. Der Stadtrat beschloss, unverzüglich das Ausschreibungsverfahren einzuleiten, das nach dem Willen der Regierung bis 1. Mai 2017 abgeschlossen sein muss. Ferner wurde für die Sanierung des Bürgermeister-Hans-Ficker-Vereinsheims samt Einbau eines behindertengerechten WCs eine 60-Prozent-Förderung zugesagt.

Die Renovierungskosten bezifferte Walberer auf 663 000 Euro, wovon 560 000 förderfähig seien: "Damit können wir auf 336 000 Euro aus dem Städtebauförderprogramm für kleinere Städte und Gemeinden hoffen." Auch hier gab der Stadtrat grünes Licht für den zeitnahen Beginn der Ausschreibung, damit die Arbeiten in der März-Ratssitzung vergeben werden können. Für 10. Januar ist zudem eine Sitzung mit Vertretern der Vereine anberaumt, die das Gebäude nutzen: Hierbei wird besprochen, welche Eigenleistungen die Gruppen bei der Sanierung erbringen werden. "Die Renovierung wird abschließenden Charakter haben, weitergehende Modernisierungen wird es nicht geben", stellte Walberer erneut klar.

Kritik an ParkplatzentscheidungBei der "Nachtblitzaktion" am 24. November in drei Ausfallstraßen hat die kommunale Verkehrsüberwachung laut Bürgermeister Werner Walberer 24 Geschwindigkeitsüberschreitungen erfasst. Zum Schluss der Sitzung kritisierte SPD-Fraktionssprecher Franz Floth die Entscheidung des Bauausschusses, den Parkplatz in der Schulstraße bei der "Altstadt-Apotheke" beizubehalten, als Fehler. Ein dort, in einer ohnehin engen Straße, parkendes Fahrzeug sei ein Verkehrshindernis insbesondere für Lastwagen. Noch nicht wirksam wird für die Stadt eine Gesetzesänderung, die die Kommunen ab 2017 dort, wo sie unternehmensähnlich tätig werden, umsatzsteuerrechtlich weitgehend den privaten Firmen gleichstellt. Wegen des bürokratischen Aufwands und der in den nächsten Jahren noch zu regelnden Detailfragen folgte der Stadtrat der Empfehlung des Bayerischen Gemeindetags, eine im Umsatzsteuergesetz vorgesehene Sonderregelung zu nutzen. Sie erlaubt der Stadt, das bisherige Recht bis Ende 2020 anzuwenden. (bjp)
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