Krisenherde der Welt erkunden

Der Publizist Bernd Wohlgut bereitet seine siebte Reise in ein Krisengebiet vor. Diesmal fliegt er in die autonome Region Kurdistan. Alleine über Afghanistan hat er bereits zwei Bücher geschrieben. Bild: sbü
Politik
Pressath
30.12.2016
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Während sich im Februar viele auf den Skipisten tummeln oder in der Karibik sonnen, fliegt Bernd Wohlgut in die Krisenregionen Kurdistans. Es ist innerhalb von sechs Jahren bereits seine siebte Reise in ein Land, aus dem Menschen massenweise fliehen.

"Schon bei den Pfadfindern habe ich mich in Workshops mit fremden Ländern und der Geschichte der Menschheit befasst", erzählt der Publizist Bernd Wohlgut über sein Leben. Damals habe er gelernt, in Bibliotheken zu recherchieren und Kontakt mit Experten und mit Vertretungen ausländischer Organisationen in Deutschland aufzunehmen. Doch sein beruflicher Weg führte den 47-jährigen aus Pressath zunächst erst einmal in kaufmännische Aus- und Weiterbildungen und in Tätigkeiten in der Glasindustrie.

"Wenig Abenteuer"

Mit regelmäßigen Reisen in andere Kontinente befriedigte Wohlgut sein Interesse an Politik, Geschichte und Weltgeschehen. Hautnah mit den Krisenregionen der Welt wurde Wohlgut konfrontiert, als er in die Verwaltung der US-Armee auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr wechselte. Dort gehörte der engste Kontakt zu Soldaten, die weltweit im Einsatz waren, zum Berufsalltag. "Ich hörte, dass die Realitäten in den Kriegsregionen oft anders sind, als sie in unseren Medien dargestellt werden", stellt Wohlgut fest. So lag es für ihn sehr nahe, sich von der Lage in den Krisenregionen der Welt selbst zu überzeugen.

Seit 2011 besuchte Wohlgut Afghanistan, Pakistan, Äthiopien, das türkische Kurdistan und den Irak sowie den Sudan. "Vor allem das Interesse an diesen Ländern und nur ein wenig Abenteuer" nennt Wohlgut als seine Motivation. "Mich faszinieren fremde Kulturen", sagt er weiter. Dass dabei nicht selten auch persönlich schwierige Situationen überstanden werden mussten, kann Wohlgut anschaulich belegen. So unter anderem als er im türkischen Kurdistan glaubte, in ein Flüchtlingslager gebracht zu werden, jedoch bei der Polizei landete. Nachträglich über seine Reise nach Afghanistan stellt er fest "ich habe in der nächsten Zeit nicht mehr vor, dorthin zu fahren".

Wohlgut reist nie als normaler Tourist, der Kultur und Landschaft kennenlernen will, sondern viel eher in der Rolle eines Journalisten, der sich an den Brennpunkten der Länder informieren will. So hat er sich im Laufe der Jahre ein tiefes Expertenwissen angeeignet. Aus ihm sprudeln nur so die für andere fremd klingenden Namen von Stammesführern, Politikern oder Warlords.

Wohlgut hat sich im Laufe der Jahre auch ein enges Netzwerk mit ausländischen Organisationen und Vertretungen in Deutschland sowie Experten aus der Politik aufgebaut. Vertiefte Erkenntnisse und Schlussfolgerungen aus dem Erlebten formuliert Wohlgut in seinen Vorträgen. Zum Beispiel: "Es war ein großer Fehler, Afghanistan den Afghanen zu überlassen." Generell stellt er auch fest "die Weltpolitik betrifft uns hautnah".

Hilfskonvoi nach Kurdistan

Acht weitere Vorträge sind geplant. Vier Bücher hat Wohlgut bereits über seine Erlebnisse geschrieben. "Freiheit ist nicht kostenlos" soll das fünfte heißen. Darin werden auch die Erlebnisse der im kommenden Februar geplanten Reise in das autonome Gebiet Kurdistans aufgenommen. Auf dem Reiseprogramm stehen Gespräche mit Peschmerga-Kommandeuren, einem Abgeordneten des Parlaments in Erbil, dem Bürgermeister des vom IS befreiten Sindhal sowie einem ehemaligen Berater der Kurdischen Regionalregierung.

Auch ein Treffen mit dem Erzbischof von Mossul und die Besichtigung der Grabstätte in Lalisch, dem Heiligtum der Jesiden, sind geplant. Schließlich will Wohlgut einen Hilfskonvoi aus Deutschland für Kurdistan begleiten.

Schon bei den Pfadfindern habe ich mich in Workshops mit fremden Ländern und der Geschichte der Menschheit befasst.Bernd Wohlgut


Mich faszinieren fremde Kulturen.Bernd Wohlgut


Es war ein großer Fehler, Afghanistan den Afghanen zu überlassen.Bernd Wohlgut
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