17.09.2017 - 20:00 Uhr
PressathOberpfalz

Nicht reif für die Insel Verkehrsinsel Richtung Wollau kein Thema mehr

Beschleunigt sich der Verkehr auf der Straße zwischen Wollau und Pressath sehr, wenn die Fahrbahn im Frühjahr verbreitert wird? Und wie können Fußgänger und Radfahrer in der östlichen Wollauer Straße vor Rasern geschützt werden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Stadtrat erneut.

Noch nicht "reif für die Insel": Den Plan, nach dem Ausbau der Kreisstraße Pressath-Wollau einen Fahrbahnteiler als Bremse am Stadtrand zu bauen, stellte der Stadtrat aus Kostengründen zurück. Stattdessen soll es regelmäßige Tempokontrollen geben, auch ein fest montierter "Starenkasten" wäre denkbar. Bild: bjp
von Bernhard PiegsaProfil

Das Thema war bereits Gegenstand der Mai-Sitzung. Damals hatte sich das Gremium mit großer Mehrheit für einen Fahrbahnteiler beim Ortsausgang Richtung Wollau ausgesprochen (wir berichteten). Die Kosten ließen nun einige Räte aber schwer schlucken.

Nach dem Ratsvotum hatte die Stadtverwaltung das Grafenwöhrer Planungsbüro Schultes mit dem Planentwurf für eine Mittelinsel auf Höhe des Anwesens Wollauer Straße 42 beauftragt, den Ingenieur Michael Wagner zur Septembersitzung mitbrachte. Hiernach würde ein 2,5 Meter breiter "Pfropfen" auf 22,5 Metern Länge die beiden jeweils 3,75 Meter breiten Fahrbahnen trennen. Insgesamt wäre ein rund 150 Meter langes Straßenstück umzugestalten.

Der "inselbedingten" Verbreiterung müssten drei Bäume an der Straßensüdseite weichen. "Der Ausbau könnte komplett auf öffentlichem Grund stattfinden", hielt Bürgermeister Werner Walberer fest. Doch auch ohne Bodenerwerb würde die Stadt nach Ingenieur Wagners Schätzung etwa 80 000 bis 100 000 Euro für den Umbau aufbringen müssen.

Damit mochten sich die Räte fraktionsübergreifend nicht anfreunden: Vor allem dritter Bürgermeister Wolfgang Graser und Richard Waldmann (beide Freier Wählerblock) sowie Charlotte Hautmann (CSU) zweifelten an einem angemessenen Kosten-Nutzen-Verhältnis. Eine Alternative sahen mehrere Räte aus allen Fraktionen in verstärkten Tempokontrollen durch den Verkehrsüberwachungsdienst und in der Aufstellung einer stationären Blitzanlage am Ortsrand. Deren Anschaffung würde etwa 50 000 Euro kosten, informierte Walberer auf Anfrage von Martin Schmidt (CSU). Michael Wagner empfahl zusätzlich Fahrbahnmarkierungen in Form von Linien und farbigen Feldern: "Erfahrungsgemäß wirken solche optischen ,Bremsen'."

Wolfgang Graser und Cornelia Träger (CSU) machten sich für einen neuerlichen Antrag beim Staatlichen Bauamt stark, auf dem Kreisstraßenstück zwischen Wollau und Ortsbeginn Pressath ein Tempolimit einzuführen. Ingenieur Michael Wagner entgegnete, dass die für die Kreisstraßen zuständigen Stellen bei einem Ortstermin ein solches Ansinnen "kategorisch abgelehnt" hätten. Doch Graser wollte hierin nicht das letzte Wort sehen: "Auch auf der wenig befahrenen Kreisstraße zwischen Zintlhammer und Blankenmühle wurden auf einigen neu ausgebauten außerörtlichen Abschnitten Geschwindigkeitsbeschränkungen verfügt." Walberer sagte zu, noch einmal nachzuhaken.

Das Augenmerk seiner Kollegen lenkte Andreas Reindl (CSU) in der Stadtratssitzung auf den Abschnitt der Wollauer Straße zwischen den Einmündungen von Schinner- und Ludwigstraße. Dessen Ausbauzustand verleite ebenfalls zum zu schnellen Fahren: "Es wäre misslich, wenn Fahrzeuge zwar am Ortsrand kurzzeitig zum Abbremsen gebracht würden, dann aber wieder beschleunigten."

Am Ende der angeregten Diskussion kamen die Räte überein, dass nach dem Kreisstraßenausbau im kommenden Jahr die kommunale Verkehrsüberwachung in der östlichen Wollauer Straße verstärkt auf Temposünder achten solle. Die Aufstellung einer stationären Messanlage nahe der Ortstafel behalte man sich vor. Ein Fahrbahnteiler sei vorerst jedoch kein Thema mehr.

"Tektur-B"-Plan

Das Anhörungsverfahren für den "Tektur-B"-Plan der "Abspann-Bundesstraße" zwischen Erbendorf und Hessenreuth ist abgeschlossen, Einwände sind nicht erhoben worden, hieß es in der Stadtratssitzung am Donnerstag. Den Planfeststellungsbeschluss der Oberpfälzer Regierung erwarte man noch heuer: "Wenn nicht doch noch jemand ein Gerichtsverfahren anstrengt, kann der Ausbau der B 299 im kommenden Jahr beginnen", ließ Bürgermeister Werner Walberer wissen. Noch nicht vom Tisch sei aber ein Ausbau in zwei Etappen, den die Stadt Pressath wegen der längeren Gesamtbauzeit ablehne (wir berichteten). (bjp)

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