Tempolimit und Radweg beschäftigen Stadtrat
Ein Trichter für die Kreisstraße

Einen Radweg längs der östlichen Wollauer Straße (Grünstreifen links im Vordergrund und derzeitiger Fußweg rechts im Hintergrund) hält der Stadtrat für entbehrlich. Ein stufenweises Tempolimit soll den von Wollau kommenden Verkehr abbremsen. Bild: bjp
Politik
Pressath
16.05.2017
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Tempolimit und ein Radweg beschäftigen den Pressather Stadtrat. Der Ausbau der Kreisstraße bringt Diskussionen mit sich.

(bjp) Sicherheit für Radfahrer, vor allem für Kinder, auch nach dem Ausbau der Kreisstraße nach Wollau: Das wünscht sich nicht nur Richard Suttner, der mit einem Anliegerantrag an den Stadtrat eine Diskussion um verkehrsberuhigende Maßnahmen in der östlichen Wollauer Straße anstieß. "Wir dürfen nichts unversucht lassen, um Unfälle zu vermeiden", appellierte CSU-Rätin Charlotte Hautmann.

Ein "Geschwindigkeitstrichter" wäre eine wirkungsvolle und realisierbare Option, und dafür will sich die Stadt nach dem einstimmigen Votum der Räte auch beim Landkreis stark machen. Darunter verstehe man die Abbremsung des von Wollau auf den Stadtrand zusteuernden Verkehrs durch abgestufte Tempobeschränkungen, rief Bürgermeister Werner Walberer in Erinnerung: "Die Autos werden erst auf 80, dann auf 60 und schließlich per Ortsschild auf 50 Stundenkilometer verlangsamt." Ein mahnender "leuchtender Smiley" am Stadtrand würde die Bremswirkung intensivieren. Eine Ortstafelversetzung in Richtung Wollau sei dagegen nicht zu erreichen: Dies hätten die Vertreter der für Planung und Bau zuständigen Behörden bei einem Ortstermin deutlich zu verstehen gegeben. Für einen Fahrbahnteiler als zusätzlichen Tempodämpfer sprachen sich Maximilian Schwärzer und Wolfgang Graser aus. Bürgermeister Walberer hielt entgegen, dass bei derartigen "Mittelinseln" die Straße an der betreffenden Stelle erheblich breiter angelegt werden müsse, was mit Grunderwerbskosten verbunden wäre. Die meisten Stadtratskollegen schlossen sich Schwärzer an: Bei drei Gegenstimmen votierte der Rat dafür, beim Landkreis einen Antrag auf Bau eines Fahrbahnteilers zu stellen.

Nicht bauen wird die Stadt den zur Diskussion gestellten Radweg, der zwischen den Einmündungen der Von-Erlbeck- und der Ludwigstraße längs der Nordseite und anschließend bis zur Sportheimzufahrt an der Südseite der Wollauer Straße verlaufen sollte. Das erstere Wegstück, so Norbert Höfer, sei entbehrlich, weil Radfahrer die parallel zur Kreisstraße verlaufende Von-Erlbeck-Straße benutzen könnten. Für das Reststück müsste laut Werner Walberer ein vorhandener Fußweg auf vorgeschriebene 2,5 Meter Breite erweitert werden: "Hierfür wäre ein Grunderwerb nötig, der nicht überall möglich sein wird." Immerhin gelte aber auch, dass Kinder bis zum achten Geburtstag berechtigt und verpflichtet seien, mit dem Fahrrad auf Gehwegen zu fahren. Angesichts dieser Gegebenheiten lehnte der Stadtrat den Radwegbau bei nur einer Ja-Stimme ab.

Ihr Einverständnis gaben die Räte zu der Fortführung des Bebauungsplanungsverfahrens für eine Freiflächen-Photovoltaikanlage auf den Steinäckern südlich von Riggau. Auch der Antrag der Energiegenossenschaft NEW, das Norddach der Schulsporthalle für eine Photovoltaikanlage zu nutzen, wurde mehrheitlich bejaht. Ablehnend votierten lediglich Susanne Reithmayer und Andreas Reindl, die eine von der Stadt betriebene und mit einer Solarthermieeinrichtung zur Erzeugung von Heiz- und Warmwasser gekoppelte Anlage bevorzugt hätten.
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