20.06.2017 - 18:16 Uhr
PressathSport

TSV Pressath feiert Vereinsjubiläum: Viermal Landesliga und zurück

Der TSV Pressath feiert im Juli 90-jähriges Bestehen. Der 1927 gegründete Verein kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken.

Die Meistermannschaft der B-Klasse 1963/64 (von links): Vereinsvorsitzender Josef Plößner, Norbert Schiml, Siegried Fremuth, Spielertrainer Georg Ganzleben, Gerd Severin, Flori Kellner, Josef Sirtl, Jupp Wittmann, Betreuer Josef Böhm, Vereinsvize H.Severin, Hans Kellner, Ossi Schmidt, H. Kiefer und Karl Pfleger.
von Autor ISProfil

(is) Diese beginnt am 2. Juli 1927. In der Gastwirtschaft Oberndorfer ("Dammer", jetzt Cafe Göhl) versammeln sich etliche Pressather Bürger, um einen Turnverein zu gründen. Bei der Vorstandswahl bestimmten sie den damaligen Bürgermeister Max Oberndorfer zum Vorsitzenden. Weitere Mitglieder der Führungsmannschaft waren Förster Graf (stellvertretender Vorsitzender), Stadtsekretär Schall (Schriftführer), Schneidermeister Dippl (Kassier). Kaufmann Josef Wischer wurde Spielleiter Fußball.

Die Leichtathletikabteilung übernahm Kaufmann Ludwig Horn. Als Zeugwart fungierte Peter Steger. Noch im gleichen Monat konnte die sogenannte Pfarrwiesepoint angepachtet werden, die dem TSV in widerruflicher Weise kostenlos zur Verfügung gestellt wurde.

Bereits im ersten Jahr begann ein reger Spielbetrieb mit den in Grafenwöhr stationierten Fußballern aus Paderborn, Ludwigsburg und Fulda. Zwei Jahre nach der Gründung des Vereins konnten die TSV-Fußballer gegen bekannte und spielstarke Vereine wie die Infanterieschule Dresden, den TSV Erbendorf und eine C-Mannschaft des 1. FC Nürnberg ein Pokalturnier gewinnen.

In den Kriegsjahren ruhte der Spielbetrieb der Herrenmannschaft. Nur die Jugend hielt weiterhin den Verein mit Spielen aufrecht. Bereits im Herbst 1945 erfolgte der Neuaufbau des Vereins durch die Mitglieder Josef Plößner, Karl Oberndorfer und August Gärtner. Vorsitzender wurde Alfred Oesterreicher. Unter schwierigsten Bedingungen wurden die Sparten Fußball, Handball, Faustball, Boxen, Schach, Schwimmen und Tischtennis neu begründet.

Die Tischtennismannschaft mit den Spielern H.v. Pronex, Karl Paschek, Franz Schwindl, Lambert Musik, Karl Keilwerth, Ernst Schlifka, Hans Dietl, Heiner Kastl, Hans Uschold, Anton Böhm und noch einigen anderen kämpfte um den Aufstieg in die Landesliga. Ernst Schlifka wurde im Jahr 1948 Kreisjugendmeister. In selben Jahr löste sich die Abteilung aber wieder auf, weil einige Spitzenspieler aus Pressath wegzogen. In den Jahren 1946 und 1947 war mit der Teilnahme in der Kreisklasse die Blütezeit der Handballer des TSV Pressath. Die Mannschaft mit dem Spielern Silberbauer, Höfer, Odrang, Böhm, Bösl, Lindner, Hampl, Fischer und Keilwerth hatte einen guten Ruf in der ganzen Liga. 1950 löste sich die Abteilung nach einer glücklosen Saison aber wieder auf.

Fahrstuhlmannschaft

Von 1948 bis 1953 spielten die Fußballer mit wechselndem Erfolg in der A-Klasse Weiden. 1954 wurde der ehemalige Nationalspieler des 1. FC Nürnberg, Richard "Tipfi" Oehm. Trainer in Pressath. Sofort zeigte sich der Erfolg, 1955 stieg man wieder in die A-Klasse auf. Abstieg und Wiederaufstieg wechselten sich danach immer ab. In der Saison 1963/64 konnte die B-Klassenmeisterschaft mit einem Punktestand von 46:6 und einen Torverhältnis von 130:33 gewonnen werden. Trainer war damals der Bayreuther Georg "Schorsch" Ganzleben. Folgende Spieler kamen damals zum Einsatz: Helmut Kiefer, Willi Uschold, Josef Aumüller, Josef Wittmann, Josef Sirtl, Ossi Schmid, Karl Pfleger, Siegfried Fremuth, Franz Gemehling, Hans Kellner, Florian Kellner, Erhard Hermann Heinz Schupfner, Gerd Severin, Siegfried Severin, Norbert Schiml, Siegfried Grafberger und Ewald Pöllath,

Aufstieg in die Landesliga

Bereits ein Jahr später wurde man Meister der A-Klasse. Von 1965 bis 1969 wurde mit wechselndem Erfolg in der Bezirksliga Oberpfalz gespielt. 1969 übernahm Rudolf Gruber das Traineramt. Schon 1970 gelang dann der große "Wurf". Der TSV wurde Meiser der Oberpfalz. Damit verbunden war der Aufstieg in die Landesliga Mitte. Die damalige Meistermannschaft bildeten Willi Hilburger, Siegfried Grafberger, Josef Muhr, Hans Landgraf, Heinz Schupfner, Werner Badhorn, Franz Schäffler, Horst Muhr, Werner Dippl, Wolfgang Keilberth, Michael Kaufmann, Gerd Severin, Ludwig "Piano" Exner, Karl Pfleger, Hans Oetter, Erhard Hermann und Reinhold Hruschka.

In der ersten Landesligasaison 1970/71 wurde der 15. Tabellenplatz belegt. Dieser Rang berechtigte zu einem Entscheidungsspiel um den Klassenerhalt. Dieses Match fand in Hersbruck statt. Gegner war der TSV Schwabach 04, der wie die Pressather mit 25:43 Punkten durchs Saisonziel kam. Es wurde ein aufsehenerregendes Entscheidungsspiel. Nach einem 0:3-Rückstand verkürzten die Pressather bis zur 85. Spielminute auf 2:3. Als dann der Pressather Speilmacher Siegfried Fremuth von fanatischen Schwabachern auf dem Spielfeld verprügelt wurde, brach der Schiedsrichter das Spiel ab. Die Begegnung wurde nach einem Protest der Pressather neu angesetzt. Bei der Neuauflage in Regensburg lagen bei den Pressather Spielern aber die Nerven blank: Die Gruber-Elf verlor mit 0:3 und stieg in die Bezirksliga ab.

Ein Jahr später meldete sich der TSV Pressath aber wieder in der Landesliga Mitte zurück. Auch in der Spielzeit 1972/73 ging es äußerst knapp zu, und unter dem Strich fehlte zum Klassenerhalt nur ein einziges Tor. Nachdem man lange Zeit das rettende Ufer vor Augen hatte, ging auf der Zielgerade die Luft aus und die Elf stieg bei einem Punkteverhältnis von 31:37 und einen positiven Torverhältnis wieder ab. Von 1973 an gehörte der TSV mit Trainer Wieland Biebl immer wieder zur Spitzengruppe in der Bezirksliga.

1976 wurde dann die dritte Oberpfalzmeisterschaft und damit auch der dritte Aufstieg in die Landesliga erreicht. Die beteiligten Spieler waren Josef Muhr, Horst Muhr, Reinhold Schäffler, Franz Schäffler, Manfred Rix, Roland Solter, Hans Oetter, Anton Hammerl, Werner Dippl, Friedhart Gähler, Heinz Schupfner, Hans Lindner, Wolfgang Graser, Siegfried Dworsky, Hans Landgraf, Hans Kaufmann und Gottfried Kraus. Trainer Biebl wurde unterstützt von Fußballabteilungsleiter und stellvertretendem Vorsitzenden Gerd Severin sowie Betreuer Xaver Schreml. Allerdings war der Ausflug in die Landesliga wieder nur von kurzer Dauer, denn man stieg nach einem Jahr wieder ab.

Gegner Jahn Regensburg

Unter Trainer Heinz Ernstberger und dem legendären Fußballabteilungsleiter Ewald Pöllath gelang es dem TSV im Spieljahr 1987/88 wieder, an alte Stärke anzuknüpfen. Souverän wurde man Meister der Bezirksliga und schaffte damit den vierten Aufstieg in die Landesliga. Mit Walter Teichert, Albert Eichermüller, Felix Bydkiewski, Josef Bösl, Gerhard Hösl, Jürgen Dobmann, Max Dippl, Alfred Kromp, Frank Götz, Werner Schneider, Norbert Spies, Franz Kraus, Anton Reiter, Roland Schreglmann, Stephan Prösl und Martin Ferstl wurde die Saison bestritten.

Einem Traumstart und dem dritten Platz folgte eine lange Durststrecke. Aber nach der Winterpause platzte der Knoten. Spiel um Spiel holten die Ernstberger-Schützlinge auf, und am drittletzten Spieltag hieß es in Deggendorf zu bestehen. Doch die Begegnung ging in den Schlussminuten noch mit 3:2 verloren. Ein 3:7 bei Jahn Forchheim und ein 0:3 gegen den jetzt zweiklassigen SSV Jahn Regensburg besiegelten den Abstieg in die neu gegründete Bezirksoberliga. In den vergangenen Jahren stand die finanzielle Konsolidierung des Vereins im Mittelpunkt. Dank der enormen Anstrengungen des Vorstands ist man sowohl finanziell wie auch sportlich wieder auf einem sehr guten Weg.

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.