20.04.2018 - 16:46 Uhr
PressathOberpfalz

Bayerische Staatsforsten äußern sich zur Zukunft des Areals Ein Freizeitsee, der keiner ist

Es ist ein Jammer. In einer Woche räumen Arbeiter die Müllberge am Dießfurter Freizeitsee weg, in der nächsten schaut es wieder so aus. Die Eigentümer, die Bayerischen Staatsforsten, sind genervt und überlegen sich bereits Konsequenzen - für alle Badegäste.

So ein Müll! Plastikflaschen, Einweg-Grills, Pappteller - viel Unrat lassen die Menschen am Dießfurter Freizeitsee liegen. Das könnte nun Folgen für alle Badegäste haben. Bild: spi
von Anne Wiesnet Kontakt Profil

Dießfurt. 30 Säcke voll Müll. So viel Unrat haben Arbeiter allein in den vergangenen vier Wochen am Dießfurter Freizeitgelände zusammengeklaubt. "Das ist der Hammer", poltert Rudolf Zwicknagl am Telefon los. "Das ist ein riesen Saustall, das gibt's ja nicht. So kann das nicht gehen." Dem Betriebsleiter des zuständigen Forstbetriebs mit Sitz Schnaittenbach, der zu den Bayerischen Staatsforsten gehört, ist die Verärgerung auch durch mehrere Kilometer Telefonkabel gut anzuhören. Die Badesaison hat noch nicht einmal richtig begonnen, und schon liegt alles voll mit Müll. Plastikflaschen, Scherben, Budweiser-Dosen, Einweg-Grills, Campingstühle, eingeschürte Fahrräder, alles wird einfach zurückgelassen. "Sollte das nicht besser werden, werden wir entsprechend reagieren", weiß sich Zwicknagl bald nicht mehr anders zu helfen.

Mit "entsprechend" meint er nicht nur Verwarnungen und Polizeipatrouillen. "Dann werden wir uns überlegen, die Zufahrten zuzuschütten. Mit ein paar Tonnen Sand und großen Steinen", spricht Zwicknagl aus, was viele Sonnenanbeter nicht gerne hören werden. Das Baden im Dießfurter Freizeitsee könnte damit nämlich ins Wasser fallen, denn das Areal dürfte dann nicht mehr betreten werden. "Ich muss mir ja irgendwie helfen. Letztlich müssen aber die Braven unter den Saubären leiden", bedauert der 46-Jährige. Er könne allerdings nicht jede Woche zwei Arbeiter für einen Tag dorthin schicken, um sauber zu machen. Geräte, Arbeitszeit, Entsorgung - alles unnötige Kosten, die andere verursachen. "Im Fall des Dießfurter Freizeitsees ist das schon extrem. Wir haben einen Haufen Baggerseen, da ist es nirgends so wie dort."

Das Müll-Problem am Dießfurter Freizeitsee ist zwar nichts Neues, für die Bayerischen Staatsforsten allerdings nun schon. Seit Anfang des Jahres sind sie für das Gebiet zuständig. Zuvor hatte es die Stadt Pressath gepachtet und sich um die Hinterlassenschaften Feiernder gekümmert. Der Vertrag zwischen Stadt und Staatsforsten ist seit Januar aber beendet, und Pressath hat kein Interesse mehr an dem Areal. Damit verschwanden auch die Abfalleimer. Das Müllproblem aber bleibt. Ob wieder neue Eimer aufgestellt werden? Nein, sagt Zwicknagl. "Für uns ist das ein ganz normaler Kiesweiher. Wir betreiben den nicht als Badesee, es gibt keine Abfalleimer, kein Klo, keine Wasserwacht." Das Betreten sei auf eigene Gefahr, betont er zudem.

Das Baden sei dort bislang zwar noch erlaubt, den Tourismus weiter forcieren wollen die Staatsforsten allerdings nicht. Ein Freizeitgelände, wie es die Stadt Pressath mal angedacht habe, sei nicht geplant. Trotzdem gebe es mehrere Ideen, wie das Areal nach der baldigen Beendigung des Kiesabbaus weitergenutzt werden könnte. Fischerei und Naturschutzzonen sind für Zwicknagl beispielsweise Optionen. Im Bereich Naturschutz stehen bereits Auflagen fest. "Es gibt zudem zwei, drei andere Anfragen", berichtet Zwicknagl. Mehr will er dazu aber noch nicht sagen, es sei alles noch sehr unkonkret.

Ob im See dann auch weiter gebadet werden darf, hängt nun davon ab, wie sich die Menschen dort in Zukunft verhalten. Der 46-Jährige hofft, dass der Appell an deren Vernunft Wirkung zeigt, andernfalls sei das Gebiet tabu. Bei einem Gespräch mit Vertretern des Landkreises Neustadt/WN, der US-Armee und der Polizei will der Betriebsleiter demnächst das weitere Vorgehen besprechen und erst einmal die Zuständigkeit der Müllentsorgung klären, denn in seinen Augen sei eigentlich der Landkreis für die Abfallentsorgung zuständig.

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