06.02.2018 - 20:00 Uhr
Pressath

BRK und HvO Pressath fordern: Raus aus dem Egoismus-Schneckenhaus

13 255 Dienst-, Ausbildungs- und Bereitschaftsstunden haben die Pressather Rotkreuzler und die Helfer vor Ort 2017 abgeleistet: Würde dafür nur der gesetzliche Mindestlohn zugrundegelegt, müsste diese Zeit mit rund 117 000 Euro vergütet werden.

Seit 50 Jahren tut Heinz Stabla (Sechster von links) Dienst bei der Rotkreuz-Bereitschaft Pressath. Dazu gratulierten insbesondere Kreisgeschäftsführer Sandro Galitzdörfer, Bereitschaftsleiter Thomas Rauch (von rechts), Vize-Kreisgeschäftsführerin Edeltraud Speer und Bürgermeister Werner Walberer (Zweite und Vierter von links). Bild: bjp
von Bernhard PiegsaProfil

Doch für Bereitschaftsleiter Thomas Rauch und seine um drei Neumitglieder gewachsene "Mitstreiterschar" bemisst sich der Wert ihres Ehrendienstes nicht in entgangenem Lohn, sondern in gelindertem Leid und geretteten Menschenleben. Leider sei es nur eine Minderheit, die sich bereitfinde, ihre Freizeit im Dienst für Mitmenschen zu verbringen, bedauerte der neue Geschäftsführer des Rotkreuz-Kreisverbands Sandro Galitzdörfer: "Andere gehen zum Partymachen, ihr bleibt in Rufbereitschaft zu Hause oder rückt zu Einsätzen aus."

Mit Respekt sprach Galitzdörfer von der "breitgefächerten" Arbeit der Pressather Bereitschaft. Beeindruckend seien die Entwicklung der Schnelleinsatzgruppe (SEG) "Betreuungsdienst", deren Dienste bei Naturkatastrophen "sehr gefragt" seien, und die erfolgreichen Bemühungen der HvO, eine 24-Stunden-Rufbereitschaft sicherzustellen: "Prinzipiell sollten die Helfer vor Ort ja vorrangig abends, nachts und am Wochenende dienstbereit sein." Galitzdörfers Vorgänger Franz Rath ergänzte, dass die SEG heuer schon zu zwei Einsätzen ins östliche Kreisgebiet abgerufen worden sei: "Es ging darum, verirrten und ausgehungerten Flüchtlingen zu helfen, die von skrupellosen Schleusern über die Grenze gebracht worden sind."

Dem Pressather Bürgermeister Werner Walberer dankte Rath für dessen großherzige Geste, anlässlich seines 60. Geburtstags auf Geschenke zu verzichten und stattdessen Spenden für die Rotkreuz-Bereitschaft zu erbitten. "Ich habe das gern getan, denn dieses Geld kommt allen Einwohnern zugute", entgegnete Walberer.

Wegen der noch laufenden Sanierung des Hauses der Vereine müsse die Gruppe noch etwas warten, bis sie ihren neuen Vereinsraum umbauen könne: "Mit dem bisherigen Probenzimmer des Männergesangvereins wird euch ein größerer, heller Raum zur Verfügung stehen."

Stadtverbandsvorsitzender Christian Panzer dankte den Rotkreuz-Aktiven für die gute Zusammenarbeit mit allen Vereinen und die Bereitschaftsdienste bei vielen Veranstaltungen. Schon in der Messe für die verstorbenen Rotkreuzkameraden, die der Jahresfeier vorausging, hatte Stadtpfarrer Edmund Prechtl die Rettungsdienstmitarbeiter als Vorbild christlichen Handelns gewürdigt: "Christsein bedeutet, das Schneckenhaus des Egoismus zu verlassen."

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Im Bericht "204 Patienten versorgt" vom Dienstag wurde die Zahl von 13 255 Einsatz-, Schulungs- und Rufbereitschaftsstunden irrtümlich allein den Helfern vor Ort zugeschrieben. Tatsächlich bezieht sich diese Summe auf die Dienst-, Ausbildungs- und Bereitschaftszeiten sowohl der Helfer vor Ort als auch der Sanitäter der BRK-Bereitschaft. Wir bitten das Versehen zu entschuldigen.

Zwei Auszeichnungen für 50 Jahre

Zahlreiche "Beförderungen" und Ehrungen vollzogen Kreisgeschäftsführer Sandro Galitzdörfer, seine Stellvertreterin Edeltraud Speer und Ortsbereitschaftsleiter Thomas Rauch bei der Jahresversammlung der Pressather Rotkreuzbereitschaft. Herzliche Glückwünsche erhielt Rauchs Vorgänger Heinz Stabla, der für 50 Dienstjahre die Auszeichnungsspange des Bayerischen und die Ehrennadel des Deutschen Roten Kreuzes empfing. Weitere Ehrungen galten Thomas Rauch für 20, Christina Schwitalla für 15 sowie Elisabeth Pfleger, Sylvia Eibl und Johannes Schwitalla für je 5 Dienstjahre. Obendrein rückte Rauch zum stellvertretenden Kreisbereitschaftsleiter, Florian Eibl zum stellvertretenden Fachdienstleiter für Betreuungsdienst im Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes auf.

Zu Gruppenführerinnen im Sanitätsdienst qualifizierten sich Sylvia Eibl und Barbara Koppauner, zu Sanitätern Stefanie Biehler, Heike Gleißner, Laura Ackermann, Maximilian Fuchs und Sonja Girisch, die Sanitäts-Fachausbildung absolvierten Lisa-Marie Bräu und Simon Götz, den Fachlehrgang "Psychosoziale Notfallversorgung" Thomas Rauch. Nicht zuletzt dankte Rauch für alle Spenden an die Gruppe, die man vorrangig für den neuen "Kameradschaftsraum" im Haus der Vereine einsetzen werde: "An diesen Spenden sehen wir, dass die Bevölkerung unsere Arbeit würdigt." Kleine und große Gaben seien auch weiterhin willkommen: Spenden können mit dem Verwendungszweck "BRK Pressath" auf das Konto des BRK-Kreisverbands Weiden-Neustadt/WN, IBAN DE09 7535 0000 0000 1008 75, BIC BYLADEM1WEN (Sparkasse Oberpfalz Nord), überwiesen oder eingezahlt werden. (bjp)

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