Feuerwehr ein heißes Eisen

Bürgermeister Max Schwärzer (rechts), Vorsitzender Hermann Lorenz (stehend, Zweiter von links) und Kommandant Konrad Helgert (links) mit den langjährigen Mitgliedern. Bild: whw
Vermischtes
Pressath
09.01.2017
178
0
 
Bürgermeister Max Schwärzer musste sich der Kritik der Dießfurter Brandschützer stellen

Das Dießfurter Feuerwehrhaus erhitzt die Gemüter. Die Aktiven sind sauer auf die Stadt Pressath, weil hier nichts vorangeht. Doch die gibt den Schwarzen Peter weiter.

Pressath/Dießfurt. (whw) Das Projekt war ein heiß diskutiertes Thema in der Jahreshauptversammlung der Wehr im Sportheim Dießfurt. Seit drei Jahren fordern die Brandschützer eine Renovierung des über 30 Jahre alten Hauses. Auch ein Neubau wird mittlerweile ins Auge gefasst.

Zweiter Bürgermeister Max Schwärzer beteuerte, dass die Stadt und der Stadtrat den Willen hätten, der Wehr zu helfen. Bei der Aufnahme des Projektes in die Städtebauförderung hakt es allem Anschein nach bei der Regierung der Oberpfalz.

Der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Hermann Lorenz, erinnerte an die Versammlungen der vergangenen drei Jahre, in denen die Renovierung und ein Anbau an das bestehende Gerätehaus schon auf der Tagesordnung standen. Leider herrsche trotz einiger Besprechungen mit den Vertretern der Stadt sowie einem Ortstermin mit Architekt Klaus Stiefler seit zwei Jahren Stillstand in den Verhandlungen.

"Unser Gerätehaus entspricht leider nicht mehr den heutigen Vorschriften." Die Schutzkleidung sei in der Fahrzeughalle untergebracht, durch das undichte Hallentor entweiche Wärme und eine Duschgelegenheit für die Einsatzkräfte, besonders die Atemschutzgeräteträger, sei auch nicht vorhanden, um nur einige Schwachpunkte zu nennen, merkte Lorenz an.

Angst vor Konsequenzen

Zweiter Kommandant Michael Sporer brachte es auf den Punkt. "Sollen wir warten, bis uns die Regierung das Gerätehaus zusperrt, da es nicht mehr den Vorschriften entspricht?" Lange würden die Verantwortlichen den Kopf nicht mehr für die Sicherheit der Aktiven im Gerätehaus hinhalten. Bei den Nachfragen im Rathaus werde man immer vertröstet.

Stellvertretender Bürgermeister Schwärzer erklärte, dass tatsächlich noch keine Entscheidung gefallen sei, ob das Projekt in das Programm der Städtebauförderung aufgenommen werden könne. "Dies entscheiden die Sachbearbeiter in Regensburg." Hinzu komme, dass die Stadt Pressath mit dem Haus der Vereine kurzfristig ein weiteres Projekt aufnehmen musste. "Dies hatte Priorität", so Schwärzer.

Die Dießfurter fragen sich, wann ihr Feuerwehrhaus Priorität hat. Die Verfahrensdauer sei längst überschritten. Auf Einladung der Wehr war im September der Stadtrat zu einer Besichtigung im Feuerwehrhaus. Hier wurde noch mal die Schlagkräftigkeit und der Einsatzwille der Truppe aufgezeigt. Der Verein habe in den vergangenen acht Jahren über 20 000 Euro in Anschaffungen für die aktive Truppe investiert. Das zeige die große Bereitschaft, die Wehr gut auszustatten, und sei ein Beweis für den Einsatzwillen in Dießfurt.

Lorenz bedankte sich bei der Stadt für die finanzielle Übernahme der Anschaffungen. Hier klappe die Zusammenarbeit mit der Stadt hervorragend, benötigtes Material werde genehmigt und innerhalb kürzester Zeit angeschafft, so Lorenz. Der Umbau der beiden Feuerwehrfahrzeuge für die Ausrüstung und Unterbringung der Atemschutzgeräte wurde von den Mitgliedern der Wehr in Eigenregie durchgeführt.

Fahne wird restauriert

Der Vorsitzende beteuerte, dass es innerhalb des Feuerwehrvereins keinerlei Unstimmigkeiten oder Probleme gebe. Das Maibaumaufstellen, das Gartenfest und das Christbaumentzünden halfen, die Vereinskasse aufzubessern. Momentan befindet sich die alte Vereinsfahne aus dem Jahre 1920 beim Restaurator, und die Kosten in Höhe von etwa 4000 Euro trage der Feuerwehrverein. Diesbezüglich dankte Lorenz allen, die mit einer Geld- oder Sachspende die Wehr im vergangenen Jahr unterstützten.

Fleißig waren die Helfer bei Arbeitseinsätzen am Gerätehaus sowie im Geräteschuppen, wo mit dem Einbau einer Stahltreppe die Baumaßnahmen abgeschlossen werden konnten. Da der Geräteschuppen über keinen Stromanschluss verfügt, jedoch das darin untergestellte Mannschaftstransportfahrzeug einsatzbereit gehalten werden muss, wurde im Herbst eine Photovoltaikanlage von den Brandschützern installiert. Auch hierfür übernahm der Verein die Kosten. Kommandant Helgert versicherte: "Wir tun im Moment alles, um die Einsatzbereitschaft aufrecht zu halten, leichter ginge dies jedoch, wenn beide Fahrzeuge in einem geeigneten Feuerwehrhaus untergebracht werden könnten."

Die Gratulationen zu Geburtstagen und Hochzeiten gehörten ebenso wie die Teilnahme an Festen und Beerdigungen, ein zweitägiger Vereinsausflug nach Prag, eine Winterwanderung sowie ein Helferessen zu den Aktivitäten. Kassenverwalter Andreas Eckert legte eine positive Bilanz vor. Mit dem Überschuss aus den Veranstaltungen, Spenden sowie der Tombola beim Gartenfest übernimmt der Verein die Kosten für die Fahnenrestaurierung.

Freude über Treue

Im Jahr 1977 wurden 17 Mitglieder in die Wehr aufgenommen. Lorenz zeigte sich erfreut, dass 15 von ihnen der Wehr noch immer die Treue halten. Für diese 40 Jahre Mitgliedschaft ehrte er Fritz Arnold, Martin Bergler, Alfred, Anton, Johann und Manfred Brüderer, Reinhard Greger, Josef Keck, Kurt, Alfred und Josef Meiler, Alfred Schwindl, Peter und Roland Sollfrank sowie Erwin Weigelt. Die Urkunde für 25 Jahre Mitgliedschaft erhielt Markus Lorenz.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.