29.10.2017 - 16:28 Uhr
PressathOberpfalz

Gebietsversammlungen der Forstbetriebsgemeinschaft Eschenbach Zum Wohle des Waldes

Tipps und Tricks gab es für Waldbesitzer bei den Gebietsversammlungen der Forstbetriebsgemeinschaft. Geschäftsführer Reinhard Wiesent wartete auch mit Überraschungen auf.

Reinhard Wiesent. Bild: rn
von Walther HermannProfil

Pressath/Eschenbach/Kirchenthumbach/Schlammersdorf. "Kontrollieren Sie Ihre Bestände, achten Sie auf Bohrmehl, Nadelabwurf und abplatzende Rinde bei grüner Krone und lassen Sie sich vor einer Fällung beraten." Damit wandte sich Reinhard Wiesent bei drei Gebietsversammlungen der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Eschenbach an Mitglieder und interessierte Waldbesitzer.

Dem Geschäftsführer der FBG war daran gelegen, die Waldbesitzer über die aktuelle Holzmarktlage nach den Stürmen dieses Jahres und dem zum Teil starken Käferbefall zu informieren. Da das Wohl des Waldes viel von der Witterung abhängig ist, hielt er Rückschau auf deren Verlauf und erkannte im Januar einen "richtigen Wintermonat, wie man ihn sich vorstellt". In den folgenden milden und meist trockenen Monaten erkannte er Durstzeiten der Bäume, die bis August dazu führten, dass "der Käfer auch bei uns sehr aktiv wurde". Dem Gewittersturm im August, der besonders im Raum Vilseck hohe Schäden verursacht hatte, ordnete er für den FBG-Bereich eine Schadholzmenge von geschätzten 20 000 Festmetern (fm) zu. Den eine Woche später im Bayerischen Wald durch den Sturm "Kolle" verursachten Schadholzanfall bezifferte Wiesent mit circa 2,5 Millionen fm, die auf den Holzmarkt drängten.

Als verhalten stufte er den beginnenden Holzeinschlag 2017 in der FBG ein. Er berichtete von vielen zu vermarktenden Kleinmengen, die wegen des erforderlichen Zusammenfahrens einen hohen Zeitaufwand verursachten. Im Zuschlag für die Rodung und Räumung des neuen Industriegebiets in Eschenbach mit 3300 fm sah er einen Beweis dafür, "dass wir auch größere Mengen verarbeiten können". Da die Sägewerke auf zuverlässige und kontinuierliche Mengenanlieferungen angewiesen sind, appellierte er an die Waldbesitzer, regelmäßig Angebote zu nennen. Nur so könnten die FGBn weiterhin als zuverlässige Partner gelten. Wiesent räumte ein: "Die Sägewerke organisieren bereits Ferntransporte und beziehen einen großen Teil ihres Holzes aus östlichen Nachbarländern. Dieser Holzstrom wird auch in den nächsten Jahren anhalten."

Zum "Holzmarkt Schnittholz" verwies er darauf, dass die weltweite Stimmung noch nicht einheitlich ist. Dazu seine Erkenntnis: "In den USA ein leichtes Auf, China stabilisiert sich, Russland wird schwächer und Europa stabilisiert sich auf niedrigem Niveau." Wegen des starken privaten Konsums und hoher Bautätigkeit bilde Deutschland eine Ausnahme. Die Käfersaison 2017 beleuchtete der Forstwirtschaftsmeister landesweit und berichtete von "größeren Käfernestern" im Raum Sassenreuth, Alt- und Neuzirkendorf und Hagenohe, wo zum Teil drei Populationen in einem Baum gefunden worden waren. Seine Ausführungen zu den aktuellen Holzpreisen ergänzte er mit Hinweisen zum "Käferabschlag", der 20 Euro pro fm beträgt. Im Gegensatz zur Buche bestehe für die Eiche eine weiterhin starke Nachfrage. Die erkennbaren Probleme bei der Kiefer begründete er mit den Nachwehen aus dem Trockenjahr 2015, dem Klimawandel und der damit verbundenen intensiven Sonneneinstrahlung. Seine Botschaft "die Forschung läuft auf Hochtouren, wir warten auf den Superbaum" klang für die Waldbesitzer wie eine ferne Zukunftsvision. Als Maßnahmen in Zeiten des Klimawandels empfahl Wiesent eine regelmäßige Durchforstung der Bestände, einen Waldumbau in stabilere Mischbestände und Naturverjüngung. "Betreiben Sie keinen Raubbau, aber bewirtschaften Sie Ihren Wald", appellierte er an seine Zuhörer.

Für die bevorstehende Submission werden starke, gerade, gesunde, ast- und beulenfreie und gut verkernte Nadelholzstammstücke gesucht. Meldungen dazu nimmt die FBG noch bis 10. November an. Vor der Fällung ist jedoch ein Ortstermin erforderlich. Erfreut zeigte sich Wiesent, dass das Angebot einer Waldhaftpflicht immer stärker genutzt wird. Er bedauerte, dass das von der Wohnungsbaugesellschaft für den Bereich Stirnberg in Eschenbach vorgesehene Hackschnitzel-Heizwerk nicht gebaut wird. Der Auftrag sei an "Schröder-Gas" gegangen. Seine Ankündigung von Informationsveranstaltungen für die nächsten Monate verband er mit dem Aufruf zu Vorsicht bei Fällarbeiten.

"Wie geht es in der FBG Eschenbach in Zukunft weiter?" Diese Frage warf Wiesent auf, weil zu den im Februar 2018 anstehenden Wahlen die drei bisherigen Vorstände nicht mehr antreten. Dem Geschäftsführer lag viel an einem geordneten Übergang. Seine Zusicherung, dass Vorstandstätigkeiten "keine Hexerei" seien, wirkte wie ein Mutmacher.

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