Kein Daydream-Festival am Kiesi-Beach mehr
Ausgeträumt

1500 Gäste feierten beim Daydream in Pressath. Künftig wird es das nicht mehr geben. Bild: jma
Vermischtes
Pressath
03.01.2017
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Kein Daydream mehr in Pressath. 2016 hatte das Festival am Kiesi-Beach von sich reden gemacht. Die Meinungen gingen vor allem wegen der Lautstärke auseinander. In einem Punkt sind sich Bürgermeister und Organisator jetzt einig.

Ein Daydream-Festival wird es 2017 nicht geben - in Pressath sogar nie mehr. Über die Facebook-Seite der Veranstaltung hat Organisator Wolfgang Stemmer vor einigen Tagen bekannt gemacht, dass es in diesem Jahr nichts wird mit dem Festival für elektronische Musik. Zuvor bewarb die Seite eine mehrtägige Neuauflage mit Szenegrößen wie Monika Kruse und Sven Felix Kröcher - aber ohne Veranstaltungsort.

Im vergangenen Jahr tanzten noch rund 1500 Leute am Kiesi-Beach zu elektronischer Musik. Der Sound hallte tagelang nach, im Internet wurde hitzig diskutiert: Die einen empfanden die Musik als zu laut für die Anwohner, andere erklärten, dass es durchaus erträglich war, zumal sich das Angebot für junge Leute ohnehin in Grenzen hält. Polizei und vor allem Stadt berichteten von mehreren Beschwerdeanrufen.

Gute Angebote

Die Absage habe aber nichts damit zu tun, dass der Veranstalter wegen des Ärgers keinen geeigneten Ort gefunden hätte: "Wir hatten mehrere gute Angebote", erklärt Stemmer, die Absage habe rein familiäre Gründe. Weil es mit den Musikern noch keine Verträge gab, habe die Absage keine finanziellen Konsequenzen.

Der Ärger über 2016 spielt für die Absage aber wohl eine Rolle. Stemmer verheimlicht jedenfalls nicht, dass der noch groß ist. "Pressath kommt für das Daydream-Festival nicht mehr in Frage." Der Organisator nimmt es vor allem Stadt und Bürgermeister übel, dass die "friedliche Veranstaltung" in falsches Licht gerückt werde. Laut Stemmer haben sich die Vorwürfe im Nachhinein als haltlos erwiesen. Auch die Mehrzahl der Pressather signalisierte Zuspruch oder wenigstens Toleranz dem Festival gegenüber. "Es gab keine Gewalt, keine Notarzt- oder Polizeieinsätze." Dennoch habe es eine Anzeige wegen Körperverletzung durch die Musik gegeben. "Das muss man sich mal vorstellen", sagt Stemmer. Er habe sich überlegt, rechtlich gegen "die üble Nachrede" vorzugehen, denn hinter den Beschwerden sei im Grunde nur eine Familie gestanden.

Das bestreitet Bürgermeister Werner Walberer. "Es gab eine Vielzahl von Anrufen." Tatsächlich sei der Schall nicht in ganz Pressath gleich angekommen. "Aber in manchen Vierteln war es einfach unerträglich." Darauf habe er den Veranstalter aufmerksam gemacht, passiert sei danach zu wenig. Dabei gab es schon deutlich größere Feste am Kiesi-Beach, etwa mit Antenne Bayern und 12 000 Gästen. "Aber das war in Sachen Lautstärke gar keine Vergleich."

Keine Neuauflage

Walberer sagt, er habe seine Konsequenzen gezogen. Künftig werde die Stadt genauer hinsehen. "Über ähnliche Veranstaltungen wird in Zukunft mit Sicherheit der Stadtrat entscheiden", sagt Walberer. Und in einem Punkt sind sich Stemmer und Walberer einig - auch der Bürgermeister ist sich sicher: Ein Daydream-Festival wird es in Pressath nicht mehr geben.

Vier VorfälleZu laut oder nicht zu laut? Diese Frage kann die Polizei Eschenbach nicht beantworten. Fest steht nur, dass die Beamten damals vier Mal nach Pressath mussten. Es handelte sich jeweils um kleinere Vorfälle nur einmal ging es um Lautstärke. "Schon am Nachmittag haben sich aber wohl mehrere Anwohner direkt bei Bürgermeister Werner Walberer beschwert", erklärt Werner Stopfer. Der stellvertretende Eschenbacher Inspektionsleiter bestätigt auch eine Anzeige wegen Körperverletzung durch eine Anwohnerin, diese sei auch routinemäßig an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet worden. "In der Regel wird so etwas aber eingestellt."

Aus Erfahrung wissen die Eschenbacher Beamten, dass die Lärmentwicklung rund um den Kiesi-Beach sehr von der Wetterlage abhängt. Der Veranstalter hatte die Auflage, am Gelände eine Lautstärke von 90 dba nicht zu überschreiten. Je nach Windrichtung kann der Schall sehr unterschiedlich in den Wohngebieten ankommen. (wüw)
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