27.04.2018 - 20:00 Uhr
PressathOberpfalz

Pater Dr. Antony John D'Cruz referiert über seine Heimat "Namaste"

"Meine Heimat ist Indien und überall dort, wo ich gerne angenommen werde." Mit diesen liebevollen Worten eröffnet Pater Antony John D'Cruz seinen Vortrag im Pfarrsaal. Um dann gleich "Namaste" folgen zu lassen, eine indische Grußformel, die übersetzt "Verbeugung zu dir" bedeutet.

Pater Antony John D'Cruz freut sich über die Spende zugunsten seiner indischen Heimatpfarrei, die ihm die Vorsitzende der KAB, Martha Magerl, überreicht. Bild: is
von Autor ISProfil

Der Pater, der seit geraumer Zeit in der Pfarreiengemeinschaft Pressath, Schwarzenbach und Burkhardsreuth seelsorgerisch wirkt, fühlt sich wohl in der Oberpfalz, trotz allem ist er seinem Heimatland Indien noch sehr verbunden. Deshalb freute er sich, auf Einladung der Pressather Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) im Pfarrsaal einen Vortrag über das Land halten zu können.

Im Süden des indischen Bundesstaates Kerala wuchs Pater Antony John D'Cruz auf. Mit eindrucksvollen Bildern und Filmen gewährte er den zahlreichen Zuhörern einen Einblick in das indische Alltags- und Kulturleben. Das Christentum sei in Indien nach dem Hinduismus und Islam die drittgrößte Religion. In Indien lebten etwa 30 Millionen Christen, erzählte er. Dies entspreche einem Bevölkerungsanteil von 2,3 Prozent. "Es sind zwar nur 2,3 Prozent der Bevölkerung Christen, aber die Kirchen sind nicht nur anlässlich der christlichen Feiertage voll", sagte der Pater. Die ersten christlichen Gemeinden sollen mit den Thomaschristen ab 53 nach Christus aufgrund des Zeugnisses des Apostels Thomas entlang der südlichen Malabarküste entstanden sein.

Die römisch-katholische Kirche umfasst in Indien drei unterschiedliche Teilkirchen: die lateinische Kirche mit westlichem Ritus, die unierte Syro-malabarische Kirche (ostsyrischer Ritus) und die Syro-malankara katholische Kirche (westsyrischer Ritus). Die beiden letzteren sind mit Rom unierte Kirchen der Thomaschristen in Kerala. Die indischen Christen sind auf 175 Diözesen verteilt, und vier der zahlreichen Bischöfe sind vom Papst zu Kardinälen ernannt worden. Die Geschichte des Katholizismus' in Indien begann mit der Missionierung durch die Portugiesen infolge der Erschließung des Seeweges um Afrika herum durch Vasco da Gama.

Ausführlich ging Pater Antony dann auf seine Heimatpfarrei ein, die aus rund 2200 Familien besteht. In Gruppen von etwa 20 bis 25 Familien wird unter anderem das alljährliche Pfarrfest organisiert. Deshalb sei es nicht verwunderlich, dass sich dieses Fest über zehn Tage erstreckt.

Die Zuhörer waren beeindruckt von den Schilderungen des Paters und bedankten sich nicht nur mit Applaus, sondern auch mit zahlreichen Spenden. Das gesammelte Geld, so die Vorsitzende des KAB Ortsverbandes, Martha Magerl, soll der Heimatpfarrei des Paters zugute kommen.

Unerwartet viele Besucher

Das hatte die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) noch nicht erlebt: Die Resonanz auf die Einladung zum Vortrag von Pater Antony John D'Cruz war so groß, dass der ursprünglich vorgesehene Saal im Schwesternheim an der Erbendorfer Straße bei weitem nicht ausreichte. Als sich plötzlich immer wieder Besucher dazu entschlossen, wieder den Heimweg anzutreten, zeigten sich die Verantwortlichen der KAB flexibel.

Kurzerhand wurde der Versammlungsraum verlegt und der Pfarrsaal aufgesucht. Als dann Pater Antony, von einem Gottesdienst in Schwarzenbach kommend, zum seinem Vortrag ins Schwesternheim wollte, wurde er "abgefangen" und in den Pfarrsaal gebracht. Auch dort wurde der Raum bald zu klein, denn weit über 100 Besucher drängten sich im Saal, der auf die halbe Größe begrenzt war. Die Zuhörer waren nach dem Ende des Vortrages aber angetan über die Flexibilität der KAB. "Das hat richtig Spaß gemacht, umzuziehen und den Ausführungen des Paters zu lauschen", wurde immer wieder betont. (is)

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