26.03.2018 - 15:20 Uhr
Pressath

Schüler aus Pressath besuchen Gedenkstätte in Flossenbürg "Einfach nur traurig"

Nur rund 50 Kilometer ist das ehemalige Konzentrationslager Flossenbürg von Pressath entfernt. Bei einem Besuch der Gedenkstätte fanden sich die Schüler der 8. Klasse der Grund- und Mittelschule bei einem Besuch in einer anderen, verstörenden Welt wieder.

So friedlich wie jetzt war es in Flossenbürg nicht immer: Die Achtklässler erfahren bei einem Besuch der Gedenkstätte, welche Tragödie sich dort ereignet hatte. Bild: nn
von Autor NNProfil

1938 hatten die nationalsozialistischen Machthaber in dem beschaulichen Ort im Landkreis Neustadt/WN ein Konzentrationslager errichtet. Für die Standortwahl ausschlaggebend war der dort existierende Steinbruch, in dem Oberpfälzer Granit gewonnen wurde. Für die gigantischen Bauvorhaben des Dritten Reiches in Berlin oder Nürnberg wurden große Mengen des dauerhaften Baumaterials benötigt. Über 80 000 Häftlinge waren zwischen 1938 und 1945 in Flossenbürg inhaftiert und mussten unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit im Steinbruch leisten, etwa 30 000 von ihnen überlebten diese Torturen nicht.

Den Besuch der Gedenkstätte hatte Lehrer Dominik Eckert mit den Achtklässlern im Unterricht gründlich vorbereitet. Dennoch zeigten sich die Jugendlichen vor Ort betroffen, als Mitarbeiter Thomas Koller sie auf einem Rundgang mit der Geschichte des Lagers konfrontierte. "Sehr traurig" sei, was hier vor fast 80 Jahren geschehen sei, meint der 15-jährige Natheer. Dabei, so führt Koller anhand von Bildmaterial vor Augen, seien auch die Aufseher und Wachen ganz normale Menschen gewesen - allerdings Menschen mit zwei Gesichtern.

Auch wenn von der damals vorhandenen Bausubstanz nicht viel übrig geblieben ist, konnten sich die Schüler ein Bild von den Dimensionen des Lagers machen. Nach der Befreiung wurden Teile mit Einfamilienhäusern bebaut, bestehende Gebäude wurden teilweise industriell genutzt. Der Steinbruch in Flossenbürg wird noch heute betrieben und ist bis 2024 verpachtet.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.