12.04.2018 - 20:00 Uhr
PressathOberpfalz

"Sicherheit für Senioren": Vortrag in Preißach

Die Nachricht von Betrügern, die sich am Telefon als Polizisten ausgeben, macht derzeit die Runde durch regionale Medien. Den Preißacher Senioren soll das nicht passieren.

von Bernhard PiegsaProfil

Preißach. Die Meldung geht durch die regionalen Medien: "Angebliche Polizeibeamte fordern Bürger telefonisch auf, über ihre finanzielle Situation Auskunft zu geben und mitzuteilen, ob sich in der Wohnung Wertgegenstände befinden." Martin Behrendt kennt die Masche - und nicht nur sie: Als "Präventionsbeamter" bei der Polizeiinspektion Eschenbach muss der Polizeioberkommissar die Bevölkerung hauptamtlich vor solch Abzockversuchen warnen.

Souverän reagieren

"Die meisten Trickbetrugsversuche zielen darauf ab, Angst zu erzeugen, die Stress und Unbesonnenheit bewirkt", brachte der erfahrene Polizist in dem Vortrag "Sicherheit für Senioren" für das Katholische Landvolk Burkhardsreuth das Problem auf den Punkt. Mit Kenntnis der gängigen Verhaltensmuster, einem Quäntchen Aufmerksamkeit und Selbstbewusstsein könne man aber souverän reagieren und so den Tätern meistens das Handwerk legen.

Ein häufiger Trick sei die Vorspiegelung einer Amtsposition. So gäben sich Straftäter am Telefon als Polizisten aus, die mit beunruhigenden "Geschichten" Informationen über etwa im Haus verwahrtes Geld- oder Sachvermögen "herauszukitzeln" versuchten. "Das ist aber schon deshalb abwegig, weil die Polizei nie am Telefon nach häuslichem Vermögen fragt." Auf einen solchen Anruf folge für gewöhnlich der Besuch eines angeblichen Polizisten, der vorgebe, das Haus auf korrekte Sicherheitsvorkehrungen prüfen zu wollen. In Wahrheit wolle er aber nur Zugang zur Wohnung, um Geld oder Wertsachen zu stehlen, warnte der Referent.

Bei zweifelhaften "Polizeianrufen" sei es ratsam, nach dem Namen des Anrufers und seiner angeblichen Polizeiwache zu fragen und anschließend bei der genannten Dienststelle anzurufen. "Verwenden Sie aber nie eine auf dem Telefondisplay angezeigte oder vom Anrufer genannte Nummer, sondern recherchieren Sie selbst die korrekte Nummer im Telefonbuch oder Internet." Mit Sicherheit falsch seien Anrufe, bei denen im Display die "110" allein oder mit einer Vorwahl erscheine.

Selbst recherchieren

Steht ein angeblicher Polizist vor der Tür, über dessen "Echtheit" man im Zweifel sei, solle man die Haustür nie ganz öffnen. "Eine Sicherheitskette sollte vorhanden und eingehakt sein." Ein laminierter grüner Dienstausweis mit Lichtbild und Siegel des Polizeipräsidiums schaffe Klarheit über die Identität des Besuchers. Im Zweifel solle man sich bei der Polizeibehörde vergewissern, die der angebliche Polizist nenne oder die in dessen vorgezeigtem Ausweispapier stehe: "Aber auch hier gilt: Telefonnummer selbst nachschlagen."

Absurd seien ferner Anrufe angeblicher Staatsanwälte, die den Angerufenen zur Überweisung eines größeren Geldbetrags wegen angeblicher Vergehen zu drängen versuchten. "Solche Anrufe tätigt keine Staatsanwaltschaft. Über etwaige Ermittlungen wird der Betroffene brieflich informiert." Ferner warnte Behrendt vor vermeintlichen "Rauchmelderkontrolleuren", die es nicht gebe. "Allenfalls die Kaminkehrer kontrollieren eventuell, ob Rauchmelder montiert sind."

Ein Stück Draht reicht

Eigentlich sollte es sich von selbst verstehen, und doch sind manche leicht zu vermeidenden "Sünden" unausrottbar: "Der Geldbeutel in der Gesäßtasche ist eine Einladung zum Diebstahl, und dass man die Geldkarten-Geheimzahl nicht auf die Karte oder Kartenhülle schreibt, sollte selbstverständlich sein", warnte Polizeioberkommissar Martin Behrendt in seinem Vortrag.

Auch sollten Wohnungstüren beim Verlassen von Haus oder Wohnung nicht nur zugezogen, sondern abgeschlossen werden: "Eine nur zugezogene Tür kann oft mit einem Stück Draht geöffnet werden." Ferner wies Behrendt darauf hin, dass die kostenfreie Polizei-Notrufnummer 110 auch mit einem Handy, das nur eine guthabenlose Prepaidkarte enthält, und bei extrem schwachem Netz angerufen werden kann: "In solchen Fällen zeigt das Handy 'Nur Notrufe' an." Unproblematisch sei auch eine Verwechslung der Notrufnummern 110 (Polizei) und 112 (Rettungsdienst, Feuerwehr): "Die Rettungsleitstelle leitet den Anruf mit einem Knopfdruck an die richtige Stelle weiter." (bjp)

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