06.05.2018 - 20:00 Uhr
PressathOberpfalz

Sicherheitsgespräch der PI Eschenbach Zweifelhafte "Spitzenplätze"

Vor allem in den ländlichen Gemeinden des Vierstädtedreieck-Raums ist die Kriminalitätsrate vergleichsweise niedrig. Für Ersten Polizeihauptkommissar Werner Stopfer hat das einen bestimmten Grund.

von Bernhard PiegsaProfil

Demnach hängt dies vor allem damit zusammen, dass die Menschen in den weniger "anonymisierten" kleineren Orten mehr aufeinander und auf ungewöhnliche Begebenheiten achteten.

Nachdrücklich riet der Leiter der Polizeiinspektion Eschenbach beim Sicherheitsgespräch mit den Bürgermeistern der VG Pressath (wir berichteten), ohne Scheu die Polizei zu informieren, wenn man Opfer oder Zeuge möglicherweise strafbarer Taten werde oder Verdächtiges beobachte. Die Erläuterung der Verkehrsunfallstatistik 2017 für den westlichen Kreis Neustadt übernahm Stopfers Stellvertreter, Polizeihauptkommissar Walter Schäffler. Er hielt zunächst fest, dass die Zahl der Verkehrsunfälle gegenüber 2016 nur um fünf auf 846 gestiegen sei.

Leider habe man zwei Verkehrstote beklagen müssen (2016: null), einer der tödlichen Unfälle habe sich bei Pressath ereignet. Die Zahl der Unfälle mit Leicht- oder Schwerverletzten habe sich von 84 auf 93 erhöht. 156 Unfälle (2016: 140) gälten als "schwerwiegend", weil sie mit ernsten Vorschriftsverletzungen wie Geschwindigkeitsüberschreitung (29 Fälle; 2016: 16) oder Missachtung der Vorfahrt verbunden gewesen seien. 404 der 597 (2016: 617) "Kleinunfälle" seien Wildunfälle gewesen. Fast halbiert hätten sich die "strafbaren Fahrten unter Alkohol- oder Drogeneinfluss": 60 Fahrzeuglenker (2016: 122) hätten mit Blutalkoholwerten von 0,5 und mehr Promille, 17 weitere (2016: 21) unter dem Einfluss anderer Drogen am Steuer gesessen.

Die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss habe nicht abgenommen, sondern sei sogar leicht von acht auf neun gestiegen. Dafür sei kein Unfall mit Drogeneinfluss als Ursache aufgenommen worden (2016: ein Fall). Bei den Trunkenheitsfahrten hätten ein Radfahrer mit 2,83 und ein Quadlenker mit 2,52 Promille zweifelhafte "Spitzenplätze" eingenommen. Im Gebiet der VG Pressath habe die Polizei im vergangenen Jahr 227 Verkehrsunfälle mit 1 Toten, 7 Schwer- und 31 Leichtverletzten verzeichnet, 4 Havarien seien als Alkoholunfälle in die Statistik eingegangen.

Kein "Kavaliersdelikt" seien die 107 Fahrerfluchten im Inspektionsbereich. Hiervon entfielen 27 auf das Gebiet der VG, von denen nur 9 aufgeklärt worden seien. Eine seit April laufende Aufklärungsaktion der Polizei solle die Bevölkerung sensibilisieren, dass Unfallflucht eine ernste Straftat sei, die obendrein eine bestmögliche Regulierung von Personen- und Sachschäden erschwere. Stopfers und Schäfflers Dank galt allen, die die Polizei unterstützen, insbesondere den Feuerwehren: "Wir sind froh, sie bei Verkehrsregelungs-, Sicherungs- und Bergungsarbeiten an unserer Seite zu haben."

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