13.04.2018 - 20:00 Uhr
PressathOberpfalz

Trickbetrüger durchschauen: Polizeihauptkommissar referiert bei Katholischem Landvolk ... Polizeihauptkommissar referiert bei Katholischem Landvolk Burkhardsreuth

Preißach. Zu den Kniffen, mit denen Trickbetrüger versuchen, sich Zutritt zur Wohnung zu erschleichen, zählt der "Glas-Wasser-Trick", bei dem jemand Unwohlsein vorgibt und bittet, sich in der Wohnung bei einem Glas Wasser erholen zu dürfen. Oder die vorgetäuschte Notlage: "Jemand behauptet, etwa wegen eines Unfalls Polizei oder Notarzt verständigen zu müssen", beschrieb Polizeioberkommissar Martin Behrendt aus Eschenbach in seinem Vortrag für das Katholische Landvolk Burkhardsreuth (wir berichteten) diese Masche.

von Bernhard PiegsaProfil

Auch hier gehe es nur darum, in die Wohnung eingelassen zu werden, um in unbeachteten Momenten Wertgegenstände zu entwenden. "In solchen Situationen sollte die Regel beherzigt werden: Die Tür bleibt zu!" Gegen einen in den Türspalt geschobenen Fuß helfe meist ein energischer Ruf "Fuß raus!" Ein erbetenes Glas Wasser solle man dem unbekannten Besucher bringen, ohne ihn einzulassen, und gegebenenfalls anbieten, selbst Polizei oder Rettungsdienst anzurufen. "Oft schlägt das einen unlauteren Besucher in die Flucht." Grundsätzlich gilt aber: "Wenn nicht zweifelsfrei ersichtlich ist, dass die behauptete Notsituation eine Lüge ist, sollte man mit den Notruf tätigen und erwähnen, dass man aufgrund der Aussage eines unbekannten Besuchers anrufe." Es sei besser, einmal zu oft als einmal zu selten anzurufen. "Wer bei einer vermeintlichen Notlage in gutem Glauben einen Notruf tätigt, handelt immer korrekt. Unterlässt man den Notruf und später stellt sich heraus, dass die 'Notsituation' tatsächlich vorlag, könnte das als unterlassene Hilfeleistung gewertet werden."

Den "Enkeltrick", der meist mit der am Telefon geäußerten Frage "Weißt du, wer anruft?" beginnt und auf eine Bitte um dringend benötigtes Geld hinauslaufe, könne man leicht aushebeln: "Niemals selbst einen erratenen Namen nennen, sondern schlicht zurückfragen: Nein, wer bist du?" Vorsicht sei bei Geldabhebungen am Bankschalter oder Automaten geboten. "Es könnte sein, dass Kriminelle das ausspähen, Sie bis nach Hause verfolgen, als vermeintliche Bankangestellte bei Ihnen klingeln und um Herausgabe des Geldes oder der Bankkarte bitten, weil sich unter den ausgezahlten Banknoten angeblich falsche Geldscheine befinden oder mit der Geldkarte 'etwas nicht stimme'. Deshalb müsse das Geld oder die Karte, zu der die Betrüger auch die Geheimzahl erbitten, in der Bank geprüft werden."

Um böse Absichten zu durchkreuzen, solle man beim Geldabheben darauf achten, dass niemand zuschaut. "Vor allem sollte man auf die Nutzung eines Geldautomaten verzichten, falls fragwürdige Personen in der Nähe sind. Größere Auszahlungen am Bankschalter sollten in Nebenräume verlegt werden." Beliebt sei auch "Münzgeldtrick", bei der jemand beispielsweise nach einer Münze für einen Parkscheinautomaten oder Einkaufswagen frage: "Die Person tut, als helfe sie Ihnen beim Suchen nach dem Geldstück im Geldbeutel, fischt dabei aber geschickt Banknoten aus der Börse."

"Phishing-Mails"

Nicht unerwähnt ließ Polizeioberkommissar Martin Behrendt in seinem Preißacher Vortrag das weit verbreitete Unwesen der "Phishing-Mails". "Phishing" stehe für "Passwort-Fischen": "Wenn Sie eine angeblich von Ihrer Bank stammende E-Mail erhalten, in der Sie zur Eingabe üblicherweise geheimer Zugangsdaten wie Geheimzahlen oder Transaktionsnummern aufgefordert werden, so ist diese Nachricht in jedem Fall falsch." (bjp)

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