21.11.2017 - 20:00 Uhr
PressathOberpfalz

Vortrag bei der KAB Keine Chance für Trickbetrüger

Tricks durchschauen und selbstbewusst "Nein" sagen: Die Mitglieder der KAB Pressath wissen nun, wie sie Trickdieben eine Abfuhr erteilen können.

Die Vorsitzende der Pressather KAB, Martha Magerl (links), bedankte bei KOK Martin Behrendt für die interessanten Ausführungen zum Thema "Trickbetrügereien". Bild. is
von Autor ISProfil

Viele Menschen sind im Umgang mit Fremden normalerweise vorsichtig. Dennoch gelingt es immer wieder findigen Betrügern und Dieben mit raffinierten Tricks, Leute um ihr Geld zu bringen. Dem vorzubeugen ist eine der Aufgaben der Polizei. Dies soll auch durch gezielte Aufklärung und "Schulung" geschehen. Der Ortsverband Pressath der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) hatte deshalb zu einem Infoabend ins Schwesternheim an der Erbendorfer Straße eingeladen.

Wie sehr das Thema vor allem die ältere Generation interessiert, zeigte der Besuch. Als KAB-Vorsitzende Martha Magerl die Versammlung eröffnete, freute sie sich über einen vollen Saal. Ihr besonderer Gruß galt Kriminaloberkommissar (KOK) Martin Behrendt, Präventionsbeamter der Polizeiinspektion Eschenbach. Er betonte zu Beginn seines informativen Vortrags, dass er beileibe keine Angst schüren wolle. Vielmehr liege Hauptaugenmerk auf "Verhaltenstipps". "Wenn man den Trick erkannt hat, muss man richtig darauf reagieren." Eines der Tatmittel der Betrüger sei das Telefonverzeichnis, das nach altmodisch klingenden Vornamen durchforstet wird. "Die älteren Menschen sind bevorzugte Opfer, denn sie leben oft allein, haben zumeist Bargeld im Haus und zeigen sich besonders hilfsbereit." Betrüger würden das Vertrauen ihrer Mitmenschen schamlos ausnutzen.

Falscher Notfall

Besonders gern werde auf den Überraschungseffekt gesetzt: Der Sohn, Enkel sei in Not, hätte einen Unfall, müsse heute noch die Eigentumswohnung bezahlen, brauche sofort Geld für die Operation, das neue Auto und so weiter. "Das Opfer wird massiv unter Druck gesetzt, ihm wird keine Zeit zum Nachdenken gelassen", sagte Behrendt.

Weitere Tricks die gerne angewendet werden, seien die "falschen Amtspersonen" (Ausweis zeigen lassen), der "Glas Wasser Trick", die "vorgetäuschte Notlage", der "Münzgeld Trick", der "Scheckkarten-Trick" und die "falsche Grußübermittlung". Ziel bei diesen Machenschaften ist es, sich Zutritt zur Wohnung des Opfers zu verschaffen.

Die Vorwände der Trickdiebe können vielschichtig sein. So wird unter Umständen um ein Glas Wasser gebeten oder um ein Telefonat ("Ich hatte einen Unfall"). Bei solcher List sei höchste Wachsamkeit gefordert, denn in vielen Fällen würden die Betrüger zu zweit auftreten. "Einer lenkt das Opfer ab und der zweite versucht andere Räume nach Wertsachen zu durchforsten, die er dann mitgehen lässt", wusste Behrendt. Eindringlich wies der Polizeibeamte darauf hin, keine fremden Personen in die Wohnung zu lassen: "Die Tür bleibt zu", betonte er mehrmals. Sollte die fremde Person an der Tür dennoch versuchen, in die Wohnung zu kommen, sei es angebracht "laut zu werden". "Schreien Sie lauthals nach der Polizei oder um Hilfe, damit die Nachbarschaft oder Passanten aufmerksam werden", riet er den Zuhörern.

Aufmerksam sein

Eindringlich warnte er vor dem "Münzgeld-Trick": "Lassen Sie sich nicht beim Suchen nach Münzen in der eigenen Geldbörse helfen", warnte Behrendt. "Denn Trickdieben ist es ein Leichtes, unbemerkt Scheine aus dem Portemonnaie zu fischen." Anhand von Beispielen zeigte Behrendt auf, dass Trickbetrüger sehr raffiniert vorgehen.

"Deuten Umstände darauf hin, dass man betrogen wird, sollte auf jeden Fall die Polizei eingeschaltet werden", sagte er. Mit dem Appell "seien Sie aufmerksam, aber stehen Sie Ihrer Umwelt nicht ständig misstrauisch und ängstlich gegenüber" beendet er seinen mit großem Interesse aufgenommenen Vortrag. Dass die Ausführungen beim Publikum angekommen sind, zeigten die vielen Fragen, die gestellt wurden. KAB-Chefin Martha Magerl bedankte sich mit einem Geschenk aus "heimischer" Produktion beim Referenten.

Lassen Sie sich nicht beim Suchen nach Münzen in der eigenen Geldbörse helfen. Denn Trickdieben ist es ein Leichtes, unbemerkt Scheine aus dem Portemonnaie zu fischen.Kriminaloberkommissar Martin Behrendt

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